Neuste Stufe „Glühlampenverordnung“ – Was soll ich in meine Lampe schrauben?

Die klassische „Glühbirne“ (v.l.) soll wegen ihrer mangelnden Energieeffizienz vom Markt verschwinden. Alternativ gibt es Halogenleuchtmittel, Energiesparlampen und LED-Lampen. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa
Die klassische „Glühbirne“ (v.l.) soll wegen ihrer mangelnden Energieeffizienz vom Markt verschwinden. Alternativ gibt es Halogenleuchtmittel, Energiesparlampen und LED-Lampen. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa

Für die 60-Watt-Glühbirne kam im September vergangenen Jahres das Aus. Durch die EU-Verordnung (EG) 244/2009 werden schrittweise höhere Ansprüche an die Effizienz von Leuchtmitteln gestellt – seit September 2009 gilt das Verbot für herkömmliche 100-Watt-Birnen, 2010 waren Glühbirnen über 60 Watt dran. Zum 1. September 2012 sollen Standard-Glühlampen mit einer Leistung von mehr als 10 Watt vom Markt verschwinden. Doch welche Leuchtmittel soll man kaufen, welche sind für welchen Zweck geeignet? Wir fragten dazu Markus Böhm, Prokurist der Energie Nordeifel („ene“) und Experte in Sachen Energieeffizienz.

Frage: Viele Verbraucher sind verunsichert, welche Leuchtmittel sie kaufen sollen. Welche Technik ist sinnvoll?

Markus Böhm: Für den Konsumenten sind momentan drei Grundarten verfügbar: Energiesparlampen, LED-Lampen und Halogenlampen – wobei letztere ab 2016 auch nach und nach vom Markt genommen werden sollen. Alle haben Vor- und Nachteile.

Welche sind das?

Hilfe im Leuchtmitteldschungel bietet Markus Böhm, Prokurist der Energie Nordeifel. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa
Hilfe im Leuchtmitteldschungel bietet Markus Böhm, Prokurist der Energie Nordeifel. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa

Böhm: LED-Lampen sind sehr sparsam, haben eine hohe Haltbarkeit von bis zu 25 Jahren im Normalgebrauch und keine Anlaufzeit, sind also sofort hell. Es gibt sie je nach Einsatzort in verschiedenen Lichtfarben – am Arbeitsplatz etwa fördert ein kühles Licht Konzentration und Kontrast, im Wohnbereich ist eher wärmeres Licht gefragt. Der Nachteil: LED-Lampen sind noch recht teuer. Energiesparlampen sind wesentlich günstiger und verbrauchen in guter Qualität nicht viel mehr Strom als LED-Lampen, brauchen aber oft eine Zeit, bis sie auf ihre volle Helligkeit kommen, manche brauchen auch eine Sekunde, bis sie überhaupt anschalten. Zudem enthalten Energiesparlampen Quecksilber. Halogenlampen sparen gegenüber herkömmlichen Glühlampen nur etwa 30 Prozent Energie ein, sind aber günstig in der Anschaffung. Wichtig zu wissen ist auch, dass Energiesparlampen und auch Halogenlampen nicht in den Hausmüll oder den Glascontainer gehören, sondern bei einer Recyclingstelle wie dem Schadstoffmobil oder dem Wertstoffhof abgegeben werden müssen.

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Macht es einen Unterschied, ob ich eine Lampe oft an- und ausschalte?

Böhm: Ja, definitiv. Bei Energiesparlampen verkürzt das die Lebensdauer, LED-Lampen macht das hingegen nichts aus. Energieversorger sind eine gute Anlaufstelle, um sich über die optimale Leuchtmittelwahl zu informieren und beraten zu lassen.

Wie kann man noch Energie sparen?

Böhm: In manchen Räumen kann es sich lohnen, Bewegungsmelder einzubauen, etwa in dunklen Fluren. Wenn Leuchtstoffröhren noch mit herkömmlichen Vorschaltgeräten arbeiten, kann man mit elektronischen Vorschaltgeräten rund 20 Prozent Energie sparen. Bei größeren Anwesen oder Firmen lohnt sich oft ein professioneller Energie-Check, bei dem im Idealfall auch gleich Heizung und Warmwasseraufbereitung einbezogen werden. Durch Energieeffizienzmaßnahmen entlastet man nach der Amortisationszeit nicht nur sein Portemonnaie, sondern man darf auch nicht vergessen, dass sie einen Beitrag zum Klimaschutz bedeuten. Denn Energie, die nicht verbraucht wird, muss gar nicht erst produziert werden und erzeugt so auch kein klimaschädliches Kohlendioxid.

 

Eifeler Presse Agentur/epa

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