Podiumsdiskussion zur Werner-Peiner-Ausstellung in Gemünd

Befürworter und Gegner der aktuellen Werkschau im „KunstForumEifel“ wollen am Freitag, 24. August, im Kleinen Kursaal miteinander ins Gespräch kommen

Während er laufenden Werner-Peiner-Ausstellung kam es immer wieder zu Protesten von Seiten der Gegner. Bild: Eifeler Bündnis
Während er laufenden Werner-Peiner-Ausstellung kam es immer wieder zu Protesten von Seiten der Gegner. Bild: Eifeler Bündnis

Gemünd – Die aktuelle Werkschau des u. a. von Adolf Hitler und Hermann Göring umfangreich geförderten Malers und hoch dekorierten NS-Staatskünstlers Prof. Werner Peiner (1897-1984) im „KunstForumEifel“ habe wie keine vorherige Ausstellung die Öffentlichkeit in der Eifel emotionalisiert und gespalten, heißt es in einer aktuellen Pressemitteilung des Eifeler Bündnis gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Gewalt. Ausführlich sei über die Konflikte in den deutschen Zeitungen, dem Rundfunk und im Fernsehen berichtet worden. „Im Vorfeld der Ausstellung und am Eröffnungstag selbst kam es zu öffentlichen Demonstrationen. Die Lager sind polarisiert und stehen sich kritisch bis ablehnend gegenüber. Und das bis heute“, heißt es dort wörtlich.

Keiner von Seiten der verantwortlichen Ausstellungsveranstalter habe sich nachdrücklich dafür eingesetzt, die unversöhnlich wirkenden Lager zusammenzubringen. Selbst die Ausstellungs-Fürsprecher und -Gegner hätten es nicht geschafft, sich zusammenzusetzen, um gemeinsam darüber zu diskutieren, wie man denn heute und in Zukunft in der Eifel mit dem eigenen Erbe der nationalsozialistischen Kunst umgehen soll. Immerhin habe der Nationalsozialismus in der Eifel bis heute seine tiefen Spuren, nachhaltigen Prägungen und mannigfaltigen sichtbaren Dokumente aus der Zeit der Dritten Reiches hinterlassen.

„Über offene Fragen und erhobene Vorwürfen wollen wir auf dem Podium, mit anschließender Zuhörerbeteiligung, in kritischer, offener und tabufreier Weise diskutieren“, so die Pressemitteilung weiter.  Ferner wolle man tiefergehend untersuchen und prüfen, ob sich die Kritiken und Vorwürfe tatsächlich halten und belegen lassen. Aus diesem Grund sowie um die erheblichen lokalen Dialog-Defizite und großen Konflikte in Gemünd abzubauen, lädt das „Eifeler Bündnis gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Gewalt“ alle Interessierten für Freitag, 24. August, 19 Uhr, zu einer Podiumsdiskussion ins Kurhaus Gemünd, Kleiner Kursaal, Kurhausstraße 5, ein.

Die Diskussionsrunde mit ausgewiesenen Fachleuten und Experten steht unter dem Titel „Das ‚süße Gift‘ der Nazi-Kunst im KunstForumEifel. Pro und Contra: Braucht die Eifel eine solche Ausstellung von dem NS-Künstler Werner Peiner?“ Angefragt worden seien Dr. M.A. Justinus Maria Calleen (Kunsthistoriker, Historiker und Ausstellungsmacher), Norbert Küpper (Kunsthistoriker M. A., Maler und Publizist), Marcus Albanus (Enkel und Nachlassverwalter von Prof. Werner Peiner), Dr. Dieter Pesch (Verantwortlicher Kurator der Peiner-Ausstellung), ein Vorstandsvertreter vom „KunstForumEifel“ und ein Vertreter vom „Eifeler Bündnis gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Gewalt“.

Die Moderation übernimmt der unabhängige NS-Kunst-Forschungs- und Museumsförderer Hajo Jahn. Über Jahrzehnte hat sich der bekannte, ehemalige WDR-Studioleiter und heutige Erste Vorsitzende der „Else-Lasker-Schüler-Gesellschaft“, Wuppertal, einen großen Namen gemacht. Auf ihn geht unter anderem die Gründung der „Else-Lasker-Schüler-Gesellschaft“ und des  „Deutschen Zentrums für Verfolgte Künste“ zurück. Der ausgewiesene und von der „Stiftung Bibel und Kultur“ 2010 für sein „wissenschaftliches Lebenswerk geehrte“ NS-Kunstexperte, Kunsthistoriker, Historiker und renommierte Ausstellungsmacher Dr. M.A. Justinus Maria Calleen wird in das Thema durch sein Referat, „Das ‚süße Gift‘ der Nazi-Kunst. Wie sollen wir mit der Kunst des Dritten. Reiches umgehen?“, einführen.

Weitere Informationen sind erhältlich unter: https://eifeler-buendnis.bplaced.net

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