Viele Polizisten sind dauerhaft dienstunfähig oder zu alt

Antrittsbesuch der neuen Bonner Polizeipräsidentin Ursula Brohl-Sowa bei Landrat Günter Rosenke – Jüngeren Beamten droht Überforderung

Gemeinsam mit Polizeidirektor Georg Kriener (links), begrüßte Landrat Günter Rosenke (Mitte) die Bonner Polizeipräsidentin Ursula Brohl-Sowa, die mit ihrem Persönlichen Referenten, Jörg Pfefferkorn (rechts) nach Euskirchen gekommen war. Bild: Walter Thomaßen/Kreispressestelle
Gemeinsam mit Polizeidirektor Georg Kriener (links), begrüßte Landrat Günter Rosenke (Mitte) die Bonner Polizeipräsidentin Ursula Brohl-Sowa, die mit ihrem Persönlichen Referenten, Jörg Pfefferkorn (rechts) nach Euskirchen gekommen war. Bild: Walter Thomaßen/Kreispressestelle

Kreis Euskirchen – Die neue Polizeipräsidentin in Bonn, Ursula Brohl-Sowa, unterhielt sich bei ihrem Antrittsbesuch im Kreishaus Euskirchen jetzt mit Landrat Günter Rosenke über aktuelle Polizeithemen. Als Landrat ist Rosenke zugleich Chef der Kreispolizeibehörde Euskirchen und damit das Euskirchener Pendant zu Brohl-Sowa. Besonders die in beiden Behörden vorliegenden Altersstrukturprobleme machen den Behördenleitern große Sorgen.

Eine beträchtliche Zahl von dauerhaft Kranken und langfristig nur eingeschränkt verwendbaren Polizeibeamtinnen und -beamten stellen beide Behörden in der täglichen Aufgabenerfüllung vor große Probleme und Herausforderungen. Hinzu kommt eine relativ hohe Zahl von älteren Beamten in beiden Behörden. „Hieraus resultierend sehen Rosenke und Brohl-Sowa die Gefahr, dass den gesunden, uneingeschränkt einsatzfähigen Polizeikräften zu viel Arbeit aufgebürdet wird und sie hierdurch ebenfalls krank werden“, heißt es in einer Pressemitteilung aus dem Kreishaus.

Die Behörden stünden vor dem großen Problem, vor allem den lebensjüngeren, dauerhaft verwendungseingeschränkten Beamtinnen und Beamten über einen Laufbahnwechsel eine neue berufliche Perspektive, z. B. in der Polizeiverwaltung zu bieten. Rosenke und Brohl-Sowa seien sich darin einig, dass das Thema „Polizeiliche Dienstunfähigkeit“ die Behörden noch lange und intensiv beschäftigen werde.

Weiteres Gesprächsthema waren laut Pressemitteilung die sogenannten Problembereiche wie soziale Brennpunkte und Angsträume. Hier müsse sich polizeiliche Arbeit gut organisiert zeigen, da die Beamtinnen und Beamten wichtige Ansprechpersonen für verängstigte oder gar bedrohte Bürgerinnen und Bürger seien.

Als weiteres Problem wurde die beide Behörden belastende Einbruchskriminalität besprochen, die insbesondere das Sicherheitsgefühl der Bürgerinnen und Bürger belastet. Bei diesem Delikt hat es sowohl in Bonn wie auch im Kreis Euskirchen im letzten Jahr steigende Zahlen gegeben.

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Brohl-Sowa und Rosenke waren sich einig, dass die Zusammenarbeit beider Behörden in den letzten Jahren gut funktioniert hat. So ist bei einigen Erscheinungsformen der Kriminalität das Polizeipräsidium Bonn originär im Kreis Euskirchen zuständig. Dazu zählen vorsätzliche Tötungsdelikte ebenso wie Staatsschutzdelikte, also die politische Kriminalität.

Zum Ende des Gesprächs wurde zwischen dem Landrat und der Polizeipräsidentin vereinbart, in Kontakt zu bleiben, um nötigenfalls bei gemeinsamen Interessen und Problemstellungen der benachbarten Polizeibehörden schnelle und einvernehmliche Lösungen zu finden.

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