Asiatische Buschmücke auf dem Vormarsch

Aedes japonicus siedelt auf einem 2000 Quadratkilometer großen Raum, der sich zwischen Köln und Koblenz erstreckt

So sieht die Asiatische Buschmücke aus, wenn sie Blut aufgenommen hat. Bild: James Gathany/ CDC/ Frank Collins, PhD.
So sieht die Asiatische Buschmücke aus, wenn sie Blut aufgenommen hat. Bild: James Gathany/ CDC/ Frank Collins, PhD.

Eifel – Im Rahmen des Mitmach-Projekts „Mückenatlas“, bei dem Bürger aufgefordert wurden, Mückenexemplare an das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) einzusenden (unseren Bericht dazu finden sie hier), kam man jetzt einer Spezies auf die Spur, die eigentlich in unseren Breitengraden bislang nicht heimisch war.

Wissenschaftler des FLI auf der Insel Riems und des Leibniz-Zentrums für Agrarlandschaftsforschung, Müncheberg, wiesen im Süden von Nordrhein-Westfalen (NRW) und im Norden von Rheinland-Pfalz eine größere Population der asiatischen Buschmücke Aedes japonicus nach.

„Die asiatische Buschmücke ist nicht nur besonders aggressiv, sondern auch als Überträger des West-Nil-Virus und möglicherweise weiterer Viren bekannt“, so das FLI in einer Pressemitteilung.

Unabhängig voneinander hätten mehrere Einwohner des Großraums Bonn Exemplare der exotischen Mückenart zur Identifizierung an die Wissenschaftler geschickt. Da die Wissenschaftler nicht von einem Zufall ausgegangen seien, hätten sie sich nach der Identifizierung der Mücken sofort auf den Weg begeben, um zunächst die nähere Umgebung der Fundorte und dann den weiteren Umkreis zu inspizieren.

„Die Mücken brüten zum Beispiel gerne in Blumenvasen, Gießkannen und anderen Wasserbehältern in Gärten und auf Friedhöfen. Dabei scheinen sie einheimische Mückenarten zu verdrängen“, so das FLI weiter. Die Wissenschaftler konnten schließlich einen besiedelten Raum abstecken, der sich über rund 2000 Quadratkilometer zwischen Köln und Koblenz erstreckt, wie sie in ihrem Artikel im internationalen Fachjournal „Parasites & Vectors“ berichten.

In der jüngeren Vergangenheit sei die asiatische Buschmücke in Europa lokal in Belgien und über größere Flächen in der Nordschweiz sowie in Deutschland im südlichen Baden-Württemberg nachgewiesen worden.

„Die asiatische Buschmücke ist mit der ebenfalls invasiven asiatischen Tigermücke Aedes albopictus eng verwandt. Deren Ansiedlung wäre aber viel dramatischer zu bewerten, da sie die Erreger schwerer Infektionskrankheiten wie Dengue- oder Chikungunya-Fieber übertragen kann“, heißt es in der Pressemitteilung. Von dieser Art seien bisher in Deutschland erst wenige eingeschleppte Exemplare in Baden-Württemberg und Bayern gefunden worden, aber keine etablierte Population. Trotzdem müsse eine weitere Ausbreitung der asiatischen Buschmücke, die die Wissenschaftler für sehr wahrscheinlich halten, genau beobachtet werden.

(Quelle: Friedrich-Loeffler-Institut)

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