Kaltblüter rücken Holz im Nationalpark

Im Rahmen des LIFE+ Projektes „Wald, Wasser, Wildnis“ hilft ein Pferd bei der Arbeit im Wald

Im Rahmen des LIFE+ Projektes im Nationalpark Eifel ist auch der Einsatz von Rückepferden gefragt. Bild: Nationalparkverwaltung Eifel
Im Rahmen des LIFE+ Projektes im Nationalpark Eifel ist auch der Einsatz von Rückepferden gefragt. Bild: Nationalparkverwaltung Eifel

Eifel – Ein wesentliches Ziel des LIFE+ Projektes im Nationalpark Eifel ist die Renaturierung der Fließgewässer und ihrer umgebenden Lebensräume. So müssen unter anderem in vielen Bereichen des Nationalparks nicht heimische Fichten entfernt werden, um den natürlichen Begleitbaumarten eine Rückkehr zu ermöglichen und heimische Pflanzenarten zu schützen und zu fördern. Damit dies so schonend wie möglich geschieht, werden dort, wo es möglich ist Rückepferde eingesetzt.

„Unser Ziel ist es, mit dieser Renaturierung die natürlichen Entwicklungsprozesse einzuleiten und zu begünstigen, um dann die Natur sich selbst zu überlassen“, so Nationalpark-Leiter Henning Walter in einer Pressemitteilung.

Mitglieder des Arbeitskreises Ökologie des Fördervereines Nationalpark Eifel, Vertreter der Nationalparkverwaltung sowie des Landesbetriebes Wald und Holz NRW und der Biologischen Station StädteRegion Aachen besichtigen vor Ort den Einsatz des Rückepferdes Fleur und ihres Besitzers Horst Steffen. Bild: Nationalparkverwaltung Eifel

Bei den derzeitigen Arbeiten im Nationalpark Eifel hilft die Brabanter Stute Fleure, die bis zu zehn Meter lange gefällte Fichten aus dem Wald zieht, damit die heranwachsenden Laubbäume Luft und Raum bekommen.

„Kaltblüter können bei Waldentwicklungsmaßnahmen in der Managementzone des Nationalparks nur hin und wieder eingesetzt werden, da nur in wenigen Waldbereichen die Bedingungen dafür gegeben sind“, heißt es weiter in der Pressemitteilung.

Um die Gesundheit der Rückepferde zu schützen, habe Wald und Holz NRW festgelegt, dass das zu ziehende Gewicht nicht mehr als die Hälfte des Körpergewichtes des Pferdes betragen dürfe. Bei dauerhaftem Einsatz nur 1/8 des Gewichtes. Zudem seien die Bedingungen vor Ort zu berücksichtigen. So dürfe beispielsweise die Neigung des Geländes 50 Prozent nicht überschreiten und die Distanz nicht zu lang sein.

In der Stoppelsief, einem Seitental des Wüstebaches, sollen Anteile an Totholz die Gewässerstruktur anreichern. Bild:  Biologische Station StädteRegion Aachen
In einem Seitental des Wüstebaches sollen Anteile an Totholz die Gewässerstruktur anreichern. Bild: Biologische Station StädteRegion Aachen

Auch im Stoppelsief, einem  Nebental des Wüstebaches, kommt das Kaltblut zum Einsatz. Dort wird Totholz zur Strukturanreicherung in das schmale Bachbett gelegt. Zu den Projektzielen gehören die Verbesserung der Gewässerstruktur und die Förderung einer natürlichen Gewässerdynamik.

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„Die bei diesen beiden Talrenaturierungen zu ziehenden Stämme stellen für den Vierbeiner kein Problem dar. Oft handelt es sich bei Maßnahmen in der Managementzone jedoch um stärkere Bäume“, so die Pressemitteilung weiter. Daher beschränke sich der Einsatz von Rückepferden auf ein Minimum: Nur etwa 60 Hektar der Managementzone, verteilt auf zirka 100 einzelne Flächen, wiesen noch solche dünnen Stämme auf.

Aber auch wenn keine Pferde zum Herausholen der Stämme eingesetzt werden können und empfindliche Böden – vor allem in feuchten Talwiesen – den Einsatz schwerer Maschinen verbieten – arbeitet die Nationalparkverwaltung bodenschonend mit der so genannten Seilwindentechnik. Dabei bleibt die Maschine auf dem Weg stehen und zieht die an einem Seil befestigten Stämme bis zum Weg hinaus. (epa)

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