Schüler fahren auf E-Bikes ab

Technikprojekt an der Realschule Mechernich sucht nach Wegen, wie Jugendliche ökologisch korrekt mobil bleiben können – Elektrofahrräder wurden vom Euskirchener Solarspezialisten „F&S solar“, dem Verein „Windenergie Nordeifel“ und der „Regionalgas“ gesponsert

Sie schieben die Elektro-Mobilität beim Nachwuchs an: Eduard Arbach (v.l.) von der „Windenergie Nordeifel“, Schulleiter Willy Krause, Klaus Friedrichs, „Windenergie Nordeifel“, Wolfgang Schlösser, „Regionalgas Euskirchen“ sowie (v.r.) Julia Köhnen, „F&S solar“ und Technik-Lehrer Peter Schick. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa
Sie schieben die Elektro-Mobilität beim Nachwuchs an: Eduard Arbach (v.l.) von der „Windenergie Nordeifel“, Schulleiter Willy Krause, Klaus Friedrichs, „Windenergie Nordeifel“, Wolfgang Schlösser, „Regionalgas Euskirchen“ sowie (v.r.) Julia Köhnen, „F&S solar“ und Technik-Lehrer Peter Schick. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa

Mechernich – Als Schüler mobil zu bleiben, ohne die Umwelt zu belasten – das ist gerade ein großes Thema im Technik-Unterricht an der Realschule Mechernich. Deshalb hat Lehrer Peter Schick den Schülern vorgeschlagen, „E-Bikes“ oder „Pedelecs“ genannte Elektrofahrräder auszuprobieren. Am Dienstagmorgen wurde das Projekt der Realschule vor Ort der Presse vorgestellt. Schick: „Die Schüler sollen die E-Bikes für ein bis zwei Wochen auf Alltagstauglichkeit testen und einen Bericht darüber schreiben. Außerdem werden die Leistungsdaten auf dem Fahrradtacho festgehalten.“

Julia Köhnen vom Euskirchener Sonnenstromspezialisten „F&S solar“ drehte eine Runde auf dem E-Bike, das Realschüler auf elektrischen Antrieb umgerüstet hatten. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa
Julia Köhnen vom Euskirchener Sonnenstromspezialisten „F&S solar“ drehte eine Runde auf dem E-Bike, das Realschüler auf elektrischen Antrieb umgerüstet hatten. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa

Die Jugendlichen werten die Daten dann im Unterricht aus und errechnen, wie viel fossilen Kraftstoff sie bei gleicher Strecke mit einem Mofa oder einem Roller zu welchen Kosten verbraucht und welchen Kohlendioxid-Ausstoß sie verursacht hätten. „Dass die E-Bikes von den laufenden Kosten besser abschneiden, steht allerdings schon vorher fest“, verrät Peter Schick. Dazu kommen noch die ökologischen Vorteile und die kaum vorhandene Geräuschemission im Gegensatz zu Mofas oder Roller.

Schulleiter Willy Krause brach eine Lanze für ökologisch korrekte Fortbewegungsmöglichkeiten von Schülern und dankte den Sponsoren für ihren Einsatz. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa
Schulleiter Willy Krause brach eine Lanze für ökologisch korrekte Fortbewegungsmöglichkeiten von Schülern und dankte den Sponsoren für ihren Einsatz. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa

Das Projekt drohte allerdings schon im Vorfeld an den Kosten zu scheitern, wie Willy Krause, Leiter der Realschule, berichtete: „Schulen haben dafür kein Budget, also hat sich Peter Schick an Unternehmen gewandt, die etwas mit regenerativer Energieerzeugung zu tun haben. Und tatsächlich fanden sich da schnell Sponsoren.“ So sprangen die Euskirchener Solarspezialisten „F&S solar“ ein. Den von „F&S“ gebauten Solarpark Kalenberg, einer der größten in Nordrhein-Westfalen, hatten die Realschüler erst kürzlich besichtigt. Auch der Verein „Windenergie Nordeifel“ und der Energieversorger „Regionalgas Euskirchen“ griffen dem Projekt finanziell unter die Arme.

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Da die Räder auf Schülerwunsch toll aussehen sollten und die Heranwachsenden im Unterricht handwerklich geschult werden, kaufte Schick zwei Velos nicht als fertige Elektroräder, sondern ersteigerte sie günstig im Internet und baute sie im Unterricht mit seinen Schützlingen auf elektrischen Antrieb um. Die Ergebnisse können sich nicht nur sehen, sondern auch mit Spaß fahren lassen, wie der 15-jährige Simon sagte: „Ich hätte nicht gedacht, dass die so schnell sind!“ Auch der gleichaltrige Hendrik bestätigt: „Das hat echt Spaß gemacht. Und man braucht dafür keinen teuren Motorradhelm und auch keinen Führerschein wie beim Mofa oder Roller.“

Mit voller Fahrt in eine elektromobile Zukunft startete Schulleiter Willy Krause mit dem E-Bike-Projekt an der Realschule Mechernich. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa
Mit voller Fahrt in eine elektromobile Zukunft startete Schulleiter Willy Krause mit dem E-Bike-Projekt an der Realschule Mechernich. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa

Julia Köhnen von „F&S solar“ sagte begeistert über die neue Radfahrtechnik: „Man hört oft, dass E-Bikes eher was für alte Leute wären. Aber wenn man dann mit so einem Rad ganz locker an einem Mofa vorbeizieht, werden sich einige Jugendliche vielleicht gegen einen Motorroller und für die umweltfreundlichen E-Bikes entscheiden!“ Wolfgang Schlösser von der Regionalgas lobte den Einsatz der Schüler bei den Umbauten und meinte: „Das ist eine tolle Sache, vor allem, weil die E-Bikes ja emissionsfrei fahren – zumindest wenn sie mit Ökostrom aufgeladen werden.“

Eduard Arbach vom Verein „Windenergie Nordeifel“ machte darauf aufmerksam, dass dieses Projekt auch berufliche Chancen böte: „Vielleicht gründet einer von euch Schülern später eine Reparaturwerkstatt oder Manufaktur für Elektroräder.“

Willy Krause: „Ich hoffe, dass das Projekt gut ankommt und Kreise zieht. Denn unsere fossilen Ressourcen sind endlich, deshalb müssen wir uns schon heute mit der Energie der Zukunft auseinandersetzen.“ Dazu passe auch die Photovoltaikanlage auf dem Realschuldach: „Demnächst soll im Eingangsbereich eine Anzeige die Leistung der Anlage zeigen. Erneuerbare Energie sind ein großes Thema bei uns.“

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