Sechs Tipps für den Gehölzschnitt

Von März bis September ist es verboten, Bäume oder Hecken zu schneiden, daher sollte man jetzt tätig werden

Der November ist eine gute Zeit, um Hecken und andere Gehölze zurückzuschneiden. Bild: Naturpark Nordeifel
Der November ist eine gute Zeit, um Hecken und andere Gehölze zurückzuschneiden. Bild: Naturpark Nordeifel

Kreis Euskirchen – Das Bundesnaturschutzgesetz formuliert es klar und unmissverständlich – in der Zeit vom 1. März bis zum 30. September ist es verboten, Bäume, Hecken, lebende Zäune, Gebüsche und andere Gehölze abzuschneiden oder auf den Stock zu setzen.

Mit dem Verbot im Frühjahr und Sommer Gehölze zu schneiden, schützt der Gesetzgeber viele Tiere, besonders Vögel und Insekten, die die Gehölze als Lebens-, Brut- und Ruheraum benötigen.

„Grundsätzlich gilt das Schnittverbot für alle Bäume, Sträucher, Hecken und andere Gehölze, und zwar unabhängig von deren Standort oder Größe“, so der Kreis Euskirchen in einer Pressemitteilung.  Hiervon ausgenommen seien nur Bäume im Bereich von Waldflächen, privaten Gärten, gärtnerisch genutzten Flächen und Kurzumtriebsplantagen. Schonende Form- und Pflegeschnitte zur Beseitigung des Zuwachses der Pflanzen oder zur Gesunderhaltung von Bäumen seien ebenfalls erlaubt.

Der Kreis weiter: „Das Schnittverbot zielt nur auf den Zeitraum Frühjahr und Sommer ab, nicht jedoch auf die Zulässigkeit der geplanten Fäll- und Schnittmaßnahmen.“ Diese richte sich nach anderen gesetzlichen Vorschriften, z.B. lokalen Baumschutzsatzungen (zzt. im Kreis Euskirchen nur in Mechernich und Nettersheim) sowie den einschlägigen Bestimmungen des Natur- und Artenschutzes. Im Einzelfall sei daher immer zu prüfen, ob ein Gehölz oder ein Baum überhaupt gerodet, geschnitten oder gefällt werden dürfe. Falle diese Prüfung positiv aus, dürfe die geplante Schnitt-, Rodungs- oder Fällaktion von Oktober bis einschließlich Februar vorgenommen werden. Verstöße gegen dieses Verbot könnten hingegen mit einer Geldbuße geahndet werden.

„Selbst bei zulässigen und im erlaubten Zeitraum durchgeführten Maßnahmen ist sicher zu stellen, dass keine wild lebenden Tiere besonders geschützter Arten, dazu gehören z.B. alle heimischen Singvögel, mutwillig getötet oder deren Ruhe- und Fortpflanzungsstätten zerstört werden“, so der Kreis weiter. Werde hiergegen bewusst verstoßen, liege eine Straftat vor.

Die Schnittmaßnahmen seien sach- und fachgerecht durchzuführen, damit die Gehölze und Bäume den Rückschnitt gut verkraften würden und keinen Schaden nähmen. Deshalb gibt der Kreis einige Tipps für den richtigen, einwandfreien Rückschnitt:

• den Schnitt so durchführen, dass Wasser gut von der Schnittfläche ablaufen kann, je schneller desto besser,

• Äste mit scharfer Schere oder Säge sauber abschneiden bzw. absägen, niemals abbrechen oder abreißen,

• beim Schnitt darauf achten, dass eine natürliche Form der Gehölze erhalten bleibt,

• nie mehr als ein Drittel der Blattmasse entfernen, dabei auf eine gleichmäßige Verteilung, bei Bäumen speziell in der Krone, achten,

• grüne, lebende Äste nur bis zu einem Durchmesser von maximal 10 cm entfernen,

• Äste nur am sog. Astkragen abschneiden oder absägen und nicht direkt am Stamm.

Für die Entsorgung des Schnittmaterials (Stämme, Äste, Blattwerk) sind bei vielen Kommunen Sammelstellen eingerichtet worden. Die Stadt- oder Gemeindeverwaltungen informieren gerne über die Standorte und Öffnungszeiten der Sammelstellen. Grundsätzlich verboten ist das Verbrennen von Gehölzabfällen sowie die „wilde“ Entsorgung in der Landschaft.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Unteren Landschaftsbehörde beim Kreis Euskirchen stehen gerne für weitergehende Informationen und Ratschläge zur Verfügung. Weitere Information sind auch im Internetauftritt des Kreises Euskirchen zu finden.

www.kreis-euskirchen.de

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