„Elektronischer Lebensretter“ im Eifel-Camp

Rotes Kreuz bildete Team des 5-Sterne-Campingplatzes an einem „Automatischen externen Defibrillator“ (AED) aus, der bei Herzversagen lebensrettend sein kann

Dieter Kabatnik vom Deutschen Roten Kreuz bildete das gesamte Eifel-Camp-Team in Erster Hilfe und im sicheren Umgang mit einem „Automatischen Externen Defibrillator“ aus. Foto: privat
Dieter Kabatnik vom Deutschen Roten Kreuz bildete das gesamte Eifel-Camp-Team in Erster Hilfe und im sicheren Umgang mit einem „Automatischen Externen Defibrillator“ aus. Foto: privat

Blankenheim-Freilingen – Wer in die Empfangsräume des „Eifel-Camp“ kommt, sieht seit einigen Tagen dort einen kleinen Kasten mit einem Hinweisschild an der Wand hängen:  Um seinen Gästen ein echtes Sicherheitsplus zu bieten, hat Eifel-Camp-Geschäftsführer Ernst Lüttgau einen „Automatischen externen Defibrillator“ (AED) angeschafft. Dieses auch von Laien zu bedienende Gerät kann bei Herzversagen lebensrettend sein und funktioniert vom Prinzip her wie die Defibrillatoren des Rettungsdienstes.

In einem zweitätigen Lehrgang wurden die Mitarbeiter des Freilinger Camping- und Mobilheimparks in direkter Seenähe jetzt von Dieter Kabatnik, seit über 30 Jahren Ausbilder beim Deutschen Roten Kreuz (DRK),  in der Anwendung des AED und weiteren Erste-Hilfe-Maßnahmen schulen. Ernst Lüttgau: „Wobei wir uns dennoch wünschen, dass wir das Gerät nie zum Einsatz bringen müssen!“ Ein Defibrillator habe in der Campingszene noch Seltenheitscharakter, dennoch sieht Lüttgau eine unabdingbare Notwendigkeit: „Die Gesundheit und das Wohl unserer Gäste rangieren an erster Stelle, und bei unserem hohen Gästeaufkommen wollen wir für alle Eventualitäten gewappnet sein.“

Der im Eifel-Camp „griffbereite“ Defibrillator ist sowohl bei Erwachsenen als auch bei Kindern und Jugendlichen anwendbar. Lüttgau: „Das Einzige, was man bei einem plötzlichen Herzversagen falsch machen kann, ist nichts zu tun.“ Bereits nach drei bis fünf Minuten Herzstillstand ist mit ersten irreparablen Hirnschäden zu rechnen. Daher müsse im Ernstfall sofort mit Herz-Lungen-Wiederbelebung (HLW) und wenn möglich mit Frühdefibrillation begonnen werden. DRK-Ausbilder Dieter Kabatnik: „Im eher dünn besiedelten Südkreis Euskirchen ist es besonders wichtig, gute Grundkenntnisse in Erster Hilfe zu haben, der Einsatz im Eifel-Camp ist sehr lobenswert.“

Mit jeder Minute Kammerflimmern sinke die Überlebenswahrscheinlichkeit um bis zu zehn Prozent, so Kabatnik. In solchen Situationen sei entscheidend, sofort den Notruf 112 zu verständigen, mit der Herz-Lungen-Massage zu beginnen und den Defibrillator einzusetzen. Ein solches Gerät verspreche immerhin bis zu 80 Prozent Erfolg. Defibrillatoren werden auch „Schockgeber“ genannt: Durch gezielte Stromstöße können sie Herzrhythmusstörungen wie das Kammerflimmern beenden.

In 85 Prozent aller plötzlichen Herztode liege anfangs ein Kammerflimmern vor. Ein Defibrillator kann diese elektrisch kreisende Erregung im Herzen durch gleichzeitige Stimulation von mindestens 70 Prozent aller Herzmuskelzellen unterbrechen. Dabei wird eine große Anzahl von Zellen gleichzeitig depolarisiert, was zur Folge hat, dass diese Zellen eine relativ lange Zeit nicht mehr erregbar sind. Der kreisenden Welle wird quasi der Weg abgeschnitten und das Herz befindet sich wieder in einem Zustand, in dem das natürliche Erregungsleitungssystem die Stimulation des Herzens wieder übernehmen kann.

Ein AED gibt dem Benutzer genaue Anweisungen zur Handhabung im Notfall. Für Rotkreuz-Mann Dieter Kabatnik kommt es aber auch entscheidend darauf an, eventuelle Hemmschwellen bei möglichen Ersthelfern abzubauen und sie im Umgang mit dem „Lebensretter“ fit zu machen.

Eifeler Presse Agentur/epa

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