Gemeinde Kall vergab Konzession erneut an die KEV

Nach einem transparenten und diskriminierungsfreien Auswahlverfahren hat der Gemeinderat Kall beschlossen, den „Wegenutzungsvertrag Strom“ wieder mit der KEV abzuschließen. Der Neukonzessionsvertrag hat eine erneute Laufzeit von 20 Jahren

Bürgermeister Herbert Radermacher (rechts) und KEV-Geschäftsführer Helmut Klaßen unterzeichneten den Konzessionsvertrag für die nächsten 20 Jahre. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa
Bürgermeister Herbert Radermacher (rechts) und KEV-Geschäftsführer Helmut Klaßen unterzeichneten den Konzessionsvertrag für die nächsten 20 Jahre. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa

Kall – In vielen Städten und Gemeinden sind kürzlich die Konzessionsverträge, insofern sie vor 20 Jahren geschlossen wurden,  für die Energieversorgungsnetze ausgelaufen oder aber sie werden in nächster Zeit ihre Gültigkeit verlieren. Auch das Versorgungsgebiet der Kreis-Energie-Versorgung (KEV) Schleiden ist davon betroffen. Städten und Kommunen steht es frei, die Vergabe der Konzession erneut an den bisherigen Vertragspartner zu erteilen, einen anderen Bewerber zu wählen oder auch das Energieversorgungsnetz in eigener Regie zu übernehmen.

Für Bad Münstereifel, Dahlem, Hellenthal und Schleiden sind bereits Unterzeichnungstermine in den jeweiligen Rathäusern anberaumt worden. In anderen Kommunen steht derzeit ein Ratsbeschluss noch aus. Der erste Konzessionsvertrag wurde am Freitag in der Belegenheitskommune Kall unterzeichnet, hier ist die KEV zu Hause. Bürgermeister Herbert Radermacher betonte, dass es eine einstimmige Entscheidung im Rat gewesen sei, auch weiterhin mit der KEV zusammenarbeiten zu wollen. „Dies bestätigt, dass wir hinter unserem Versorger stehen“, so Radermacher, der betonte, dass man sich bei der KEV auf Qualität und Service stets verlassen könne.

Kämmerer Michael Heller erinnerte daran, dass man bereits zwei Jahre vor Auslauf des Konzessionsvertrags im Bundesanzeiger eine öffentliche Bekanntmachung habe tätigen müssen, um allen Bewerbern Gelegenheit zu geben, ihre Interesse an der Konzession zu bekunden. Die KEV habe sämtliche Anforderungen der Gemeinde Kall zu 100 Prozent erfüllt. Diese seien auch in den neuen Konzessionsvertrag mit eingeflossen. Das gesamte Konzessionsverfahren sei ein „Riesenaufwand“ gewesen, der allein fünf Aktenordner fülle, so Heller. Der Vertrag selber bestehe aus 14 Seiten.

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„In den vergangenen 20 Jahren hat sich natürlich so einiges getan“, berichtet KEV-Geschäftsführer Helmut Klaßen, „grundsätzlich kann man sagen, dass die Konzessionsverträge heute wesentlich kommunalfreundlicher gestaltet sind.“ Klaßen freut sich darüber, dass Kall und viele weitere Kommunen im Versorgungsgebiet auch in Zukunft mit der KEV als Energieversorger zusammenarbeiten wollen. „Hier ist über viele Jahre ein Vertrauensverhältnis gewachsen“, so Klaßen. Dies liege vor allem daran, dass die KEV regional verortet sei und es daher einen sehr persönlichen Bezug zur Bevölkerung gebe. „Fast jeder kennt ja jemanden, der bei der KEV arbeitet“, so Klaßen. Nicht zuletzt sei die KEV darüber hinaus einer der wichtigsten Ausbildungsbetriebe im Südkreis.

In der gut 66 Quadratkilometer großen Gemeinde Kall  gebe es allein 88 Ortsnetzstationen (Trafos), das Mittelspannungsnetz umfasse 107 Kilometer, das Niederspannungsnetz 158 Kilometer. „Die KEV verzeichnet in der Gemeinde Kall darüber hinaus gut 4000 Hausanschlüsse“, so Klaßen weiter.

Ob es Sinn ergeben kann, die Konzession an einen überregionalen Bewerber zu vergeben, haben die betroffenen Städte und Kommunen zuvor genau überprüfen lassen. Auch die Möglichkeit, das Energieversorgungsnetz in Eigenregie zu übernehmen, wurde geprüft. Im Falle einer beabsichtigten Rekommunalisierung des Netzes wird der kommunale Handlungsspielraum aber vor allem durch die Finanzkraft eingeschränkt sowie durch die geographische Lage mancher Gemeinden.

Die Gemeindeverwaltung Kall hat seit jeher einen kurzen Draht zur KEV. Zudem, so betont Klaßen, trüge ein regionaler Energieversorger wie die KEV zur regionalen Wertschöpfung bei. „Für Arbeiten, die wir nicht selbst verrichten können, beauftragen wir nach Möglichkeit Partner aus der lokalen Wirtschaft“, so der KEV-Geschäftsführer. So würden vor allem krisenanfällige Branchen wie die Bauwirtschaft und das Handwerk vor Ort gestärkt.

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Eifeler Presse Agentur/epa

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