Mitarbeiter arbeiteten für unverschuldet in Not Geratene

Wolfgang Weilerswist, stellvertretender Vorsitzender der „Tafeln“ in NRW, nahm erste Spende einer Firma für den Landesverband entgegen – „seneos“ gab insgesamt 4500 Euro für gute Zwecke

Holger Berger (r.), Geschäftsführer der IT-Firma „seneos“, übergab zusammen mit Geschäftsführerkollegen sowie Mitarbeitern einen Scheck über 3500 Euro an Wolfgang Weilerswist (2.v.r.) für die „Tafeln“ in NRW. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa
Holger Berger (r.), Geschäftsführer der IT-Firma „seneos“, übergab zusammen mit Geschäftsführerkollegen sowie Mitarbeitern einen Scheck über 3500 Euro an Wolfgang Weilerswist (2.v.r.) für die „Tafeln“ in NRW. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa

Köln/Mechernich – „Das ist die erste Spende einer Firma an den Landesverband der »Tafeln«, bisher haben wir nur »staatlich verordnete« Spenden bekommen, die aus Geldstrafen von Prozessen resultieren“, berichtete Wolfgang Weilerswist, stellvertretender Landesvorsitzender der „Tafel“ in Nordrhein-Westfalen, am Freitagmorgen. In der Mechernicher „Tafel“, deren Vorsitzender er ist, nahm er einen Scheck über 3500 Euro entgegen, der auch aus anderen Gründen etwas Besonderes ist.

Denn die Spende haben Mitarbeiter der Kölner Informations-Technologie-Firma „seneos“ für die „Tafeln“ „erarbeitet“, wie deren Geschäftsführer Holger Berger vor Ort berichtete: „Wir haben auf Weihnachtsgeschenke und Grußkarten für Kunden verzichtet und unseren Mitarbeitern vorgeschlagen, ihre Zeit an in Not geratene Menschen zu verschenken. Also konkret: Überstunden zu streichen.“ Den eingesparten Lohn hat die Geschäftsführung dann noch verdoppelt und jetzt als Spende an die „Tafeln“ weitergegeben.

Der Mechernicher Wolfgang Weilerswist ist stellvertretender Landesvorsitzender der "Tafeln" NRW und Vorsitzender der Mechernicher "Tafel".
Der Mechernicher Wolfgang Weilerswist ist stellvertretender Landesvorsitzender der „Tafeln“ NRW und Vorsitzender der Mechernicher „Tafel“. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa

„Weil nicht alle Mitarbeiter Überstunden haben, ließen wir außerdem noch den Hut rumgehen – so sind weitere 1000 Euro für die Aktion »Lichtblicke« zusammengekommen“, so Berger. Er und die beiden weiteren Geschäftsführer Klaus Faßbender und Guido Renneberg seien zwar auf ein gesundes Unternehmen bedacht, aber nicht auf maximale Gewinnoptimierung: „Gerade zu Weihnachten sollen wir doch an Menschen denken, denen es nicht so gut geht. Und dazu muss man nicht in fremde Länder, da reicht es, wenn man ein wenig rechts und links schaut.“

Er hofft, dass weitere Firmen diese Idee aufgreifen, um Gutes zu tun. Die rund 170 „Tafeln“ in NRW verteilen einwandfreie Lebensmittel, die sonst vernichtet würden, an bedürftige Menschen. Allein in Mechernich seien es 118 Familie, die von der „Tafel“ unterstützt werden, wie Wolfgang Weilerswist berichtete.  Insgesamt gibt es in Deutschland 880 „Tafeln“, Nordrhein-Westfalen ist mit 172 „Tafeln“ das Bundesland mit der höchsten „Tafeldichte“.

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Eifeler Presse Agentur/epa

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