Notfallbox für das Kreisarchiv Euskirchen

Landschaftsverband Rheinland übergibt Präventionsausrüstung- Archivaren stehen für den Fall der Fälle jetzt Overalls, Helme und Spezialwerkzeuge zur Verfügung

Sie stellten das Notfallboxenset vor: Dr. Claudia Kauertz und Markus Vieten vom LVR-AFZ und Heike Pütz, Kreisarchivarin Euskirchen (v.l.) Bild: Steffi Ackermann
Sie stellten das Notfallboxenset vor: Dr. Claudia Kauertz und Markus Vieten vom LVR-AFZ und Heike Pütz, Kreisarchivarin Euskirchen (v.l.) Bild: Steffi Ackermann

Euskirchen – Das Kreisarchiv Euskirchen hat als 18. rheinisches Kommunalarchiv vom LVR-Archivberatungs- und Fortbildungszentrum (LVR-AFZ) ein Notfallboxenset bekommen. Der Inhalt der Notfallboxen dient dazu, in einem Notfall wie zum Beispiel Feuer oder Wassereintritt rasch Kulturgut zu sichern.

Dr. Claudia Kauertz, Leiterin der Archivberatungsstelle im LVR-AFZ, und Markus Vieten, Mitarbeiter der Werkstatt für Papierrestaurierung im LVR-AFZ, übergaben das Set an Manfred Poth, den Allgemeinen Vertreter des Landrats, und Heike Pütz, Leiterin des Kreisarchivs. Die Boxen bestehen aus drei wesentlichen Komponenten:

Ersten: die Schutzausrüstung (u.a. Overalls, Schutzhandschuhe, Sicherheitsschuhe, Helm), zweitens: das Werkzeug (u.a. Messer, Scheren, diverse Pinsel, Handfeger, Werkzeugkasten), drittens: 3. Verpackungsmaterial (u.a. große Rollen Spezialfolie, Plastiksäcke, Klebeband).

Die Gefahren für Kulturgut sind vielfältig und müssen nicht immer so verheerend sein wie das Feuer in der Anna Amalia Bibliothek in Weimar im Jahr 2004 oder der Einsturz des Stadtarchivs Köln am 3. März 2009. Nicht nur Feuer und unvorhergesehene Ereignisse, auch Wasser oder große Hitze können zu einem Notfall führen. Und ist der Notfall erst einmal eingetroffen, geht es zunächst darum, den Schaden zu begrenzen.

Deswegen gilt auch in Archiven: Der beste Notfall ist der, der gar nicht erst eintritt. Langfristiges Ziel bei der Ausstattung mit Notfallboxen ist die Erreichung einer flächendeckenden Notfallvorsorge im Rheinland. Dabei ist die Bildung von Notfallverbünden unverzichtbar. In ihnen schließen sich mehrere Archive oder vergleichbare Kultureinrichtungen zusammen und verpflichten sich, im Notfall Personen und Ressourcen bereit zu stellen, die eine schnelle und effektive Bewältigung von Notfallsituationen gewährleisten. Der Notfallkoffer ist ein wichtiger Bestandteil eines solchen Verbundes.

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Nachdem das LVR-AFZ bereits in den beiden vorangegangenen Jahren mit finanzieller Unterstützung der Koordinierungsstelle für die Erhaltung des schriftlichen Kulturguts bei der Stiftung Preußischer Kulturbesitz 20 Notfallboxensets im Wert von 20.000 Euro erwerben konnte, wurden für 2013 erneut Finanzmittel zur Anschaffung von weiteren Boxensets in Höhe von 6.000 Euro bereitgestellt. In nächster Zeit sollen so weitere Kreis- und Stadtarchive ausgestattet werden. Zwei der Boxen sind zentral im LVR-AFZ in Brauweiler aufgestellt und stehen dort auf Abruf bereit.

Das LVR-AFZ, das rund 340 Archive im Rheinland betreut, bietet – wie bereits in den vergangenen Jahren – auch weiterhin Tagungen und Fortbildungen für Beschäftigte in den Archiven an, in denen diese lernen, kritische Situationen – z.B. einen eintretenden Wasserschaden durch eine defekte Wasserleitung – richtig zu beurteilen und zu bewältigen. Die gute Resonanz bestätigt, dass die Notfallvorsorge als Präventivmaßnahme zur Sicherung und Erhaltung des kulturellen Erbes derzeit noch zu den bislang vernachlässigten Aufgaben in den Archiven gehört.

(Quelle: LVR-Fachbereich Kommunikation/Kreis Euskirchen)

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