Vogelbeobachtungsstation an der Urfttalsperre installiert

Mit etwas Glück lassen sich von dort nicht nur Graureiher, Haubentaucher und Enten entdecken, sondern auch eine Brutkolonie von Kormoranen beobachten – Zwei hochwertige Fernrohre mit 15facher Vergrößerung sind dort in unterschiedlichen Höhen fest installiert

Am Urftstausee gegenüber der Insel Krummenauel lässt sich nun die Vogelwelt durch zwei hochwertige Fernrohre beobachten. Heute eröffnete die Nationalparkverwaltung, hier mit Projektleiterin Pia Beckers (links) und Michael Lammertz von der Nationalparkverwaltung (rechts), gemeinsam mit der Geschäftsführerin von Brohler Mineral- und Heilbrunnen, Dr. Judith Schilling, die so genannte Bird Watching Station. Bild: Annette Simantke
Am Urftstausee gegenüber der Insel Krummenauel lässt sich nun die Vogelwelt durch zwei hochwertige Fernrohre beobachten. Am Freitag eröffnete die Nationalparkverwaltung, hier mit Projektleiterin Pia Beckers (links) und Michael Lammertz von der Nationalparkverwaltung (rechts), gemeinsam mit der Geschäftsführerin von Brohler Mineral- und Heilbrunnen, Dr. Judith Schilling, die so genannte Bird Watching Station. Bild: Annette Simantke

Schleiden-Gemünd – Heute eröffnete die Nationalparkverwaltung Eifel ein neues Angebot im Naturerleben für Wanderer und Radfahrer am Urftsee. Zwischen Gemünd-Malsbenden und der Urftstaumauer lädt eine Beobachtungsstation dazu ein, den weiten Blick über die Talsperre und seine Vogelwelt genauer durch ein Fernrohr zu genießen. Mit etwas Glück lassen sich von dort nicht nur Graureiher, Haubentaucher und Enten entdecken, sondern auch eine Brutkolonie von Kormoranen beobachten.

Zwei hochwertige Fernrohre mit 15facher Vergrößerung sind dort in unterschiedlichen Höhen fest installiert. Somit ist dieses Naturerlebnisangebot auch Rollstuhlfahrern zugänglich. Zudem gibt eine unterfahrbare Informations-Tafel Auskunft über die Landschaft und Besonderheiten der Vogelwelt vor Ort.

Mit dem neuen Fernrohr bleibt kein Vogel auf dem Urftsee mehr unbeobachtet. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa
Mit dem neuen Fernrohr bleibt kein Vogel auf dem Urftsee mehr unbeobachtet. Archivbild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa

„Wir freuen uns ein zusätzliches Angebot zum Erleben der Tierwelt im Nationalpark geschaffen zu haben“, freut sich Projektleiterin Pia Beckers von der Nationalparkverwaltung über die neue Einrichtung. Sie betreute das Projekt im Rahmen ihrer Ausbildung zur Kauffrau für Tourismus und Freizeit. Vom Randweg gegenüber der Anlage Vogelsang auf Höhe der Insel Krummenauel sind vor allem die schwarzen Kormorane während der Brutperiode mit Ferngläsern gut zu sehen. Einzelne Kormorane brüteten bereits 2002 an der Urfttalsperre, die damals noch vollständig zum belgischen Truppenübungsplatz Vogelsang gehörte. Seit 2010 hat sich die Brutkolonie von etwa 50 Paaren an den derzeitigen Standort nahe des Uferrandweges / K7 verlagert. Hier nutzt der Kormoran vor allem die reichen Jungfischbestände des in der Talsperre dominierenden Flussbarsches.

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An der neuen und großzügig gestalteten Station lassen sich zur Brutzeit in der Ferne die Kormorane in einer Kolonie beobachten. Eine Informationstafel gibt Auskunft über die vielfältige Vogelwelt vor Ort. Bild: Annette Simantke
An der neuen und großzügig gestalteten Station lassen sich zur Brutzeit in der Ferne die Kormorane in einer Kolonie beobachten. Eine Informationstafel gibt Auskunft über die vielfältige Vogelwelt vor Ort. Bild: Annette Simantke

Die Vogelwelt am Urftsee im Nationalpark Eifel ist vielfältig. Meist bekommen Wanderer die Vögel nur in weiter Ferne mit und ein Fernglas ist auch nicht immer im Gepäck. Die beiden Fernrohre, gesponsert von Mineral- und Heilbrunnen Brohler, geben die Möglichkeit dem so genannten „Bird-Watchings“ nachzugehen. In die Welt der vor Ort brütenden Kormoranen und Graureihern einzutauchen, ist nicht nur für Vogelliebhaber interessant.

„Diese Beobachtungsstation zählt zu den spannendsten Projekten unserer langjährigen Kooperation mit dem Nationalpark“, so Dr. Judith Schilling, Geschäftsführerin des Brohler Mineral- und Heilbrunnen. Durch die Kooperation mit dem Unternehmen konnten bereits in der Vergangenheit Projekte umgesetzt werden, wie die Ausstattung der ehrenamtlich tätigen Nationalpark-Waldführer mit Wanderrucksäcken oder der in den Nationalpark-Toren präsentierte Wildkatzenfilm.

Hintergrund

Die vielfältige Landschaft des Nationalparks Eifel macht ihn zur Heimat unterschiedlichster Tierarten. Verschiedene Spechtarten fühlen sich in den geschützten Waldflächen wohl und nicht selten kann man z.B. die Brutvogelarten Roter und Schwarzer Milan sowie den Schwarzstorch an der Urfttalsperre beobachten. An den Seen, Flüssen und Bächen sind Graureiher, Kormorane und andere Vögel zu finden. In Nordrhein-Westfalen brüten Kormorane an 20 Stellen. Er bevorzugt flache Randmeere, Binnenseen und größere Flüsse mit ungestörten Baumgruppen oder Wäldern als Brutkolonie oder Schlaf- und Ruheplätze in der näheren Umgebung. All das findet er im Nationalpark Eifel.

Jahrhunderte lang wurde der Kormoran verfolgt und war im westdeutschen Binnenland nach dem Zweiten Weltkrieg ausgestorben. Aufgrund nationaler und internationaler Schutzbestimmungen haben sich seine Bestände in Deutschland und Mitteleuropa gut erholt. Mittlerweile gilt er nicht mehr als gefährdet und ist nicht mehr in der Roten Liste geführt.

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(Quelle: Nationalparkforstamt Eifel)

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