Freude über Schießbudenartikel aus DDR-Zeiten

Alte Spruchherzen und andere Kuriositäten bereichern jetzt den Bestand des LVR-Freilichtmuseums

Pascal Raviol (v.l.) übergab seinen Fund an Dr. Michael H. Faber und Dr. Josef Mangold. Bild: Hans Theo Gerhards
Pascal Raviol (v.l.) übergab seinen Fund an Dr. Michael H. Faber und Dr. Josef Mangold. Bild: Hans Theo Gerhards

Mechernich-Kommern – Eine interessante Schenkung wurde dem LVR-Freilichtmuseum Kommern durch Pascal Raviol zuteil, einem der Schausteller, der wieder mit seiner „Konditorei 1900“ und einem alten Kinder-Autokarussell auf dem Jahrmarkt „anno dazumal“ vertreten war. Raviol überreichte dem Museum mehrere Original-Versandkartons mit älterer Schießbudenware aus Zeiten der DDR.

Die „Spruchherzen“ aus Pappe, Papier- und Kunststoff-Blumen mit DDR-Getränkeflaschen-Aufklebern oder Ostblock-Briefmarken zum Sammeln, unter anderem hergestellt von der „Produktionsgenossenschaft des Handwerks Einheit“ in Sebnitz, hatte Raviol bei der Übernahme einer alten DDR-Schießbude entdeckt.

„Die Schießbudenware bereichert nun die Sammlung des Freilichtmuseums zur Schaustellergeschichte, aus der auf dem diesjährigen Jahrmarkt wieder Raritäten wie Mechanische Schießscheiben aus dem späten 19. Jahrhundert ausgestellt waren“, berichtet der stellvertretende Museumsleiter Dr. Michael H. Faber.

Trotz der frostigen Witterung ist Faber mit dem Besucherandrang beim historischen Jahrmarkt zufrieden. Bei fast frühlingshaftem Wetter genossen am Sonntag noch einmal 6.300 Besucher die mehr als 80 Angebote im LVR-Freilichtmuseum Kommern. Damit hat das Museum sein Ziel von 30.000 Gästen überschreiten können.

Es war der frostigste der 19 historischen Jahrmärkte, die das Freilichtmuseum bisher ausgerichtet hat. Aber selbst von Dauer-Schneeregen an einigen der Jahrmarkttage ließen sich die Gäste nicht abhalten. Schankbuden hatten auf „Oster-Glühwein“ und Kinder-Punsch umgestellt. „Tausenden wurde es bei der »Hinrichtung« im Kuriositäten-Salon warm oder sie ließen sich im gut beheizten historischen Tanzsaal von Gentleman-Jongleur  Jeton und Seiltänzerin Silea in die 1920er-Jahre entführen“, so Faber.

Renner waren der Flohzirkus vom Münchner Oktoberfest und das Anatomische Kabinett, das das Freilichtmuseum zum ersten Mal zeigte. Der Flohzirkus war kurz vor Jahrmarktbeginn durch den Kältetod seiner kompletten Flohartistentruppe weltweit in die Schlagzeilen geraten. Lange Schlangen bildeten sich vor den Gucklöchern des Anatomiekabinetts, in dem Überreste berühmter Persönlichkeiten wie das abgeschnittene Ohr van Goghs oder die Zunge Albert Einsteins zu bestaunen waren.

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(Quelle: LVR-Freilichtmuseum Kommern)

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