Typisierungsaktionen helfen Krebskranken in aller Welt

Vierjähriger Lukas, dessen Schicksal Anlass für die jüngste Typisierungsaktion der Hilfsgruppe Eifel war, ist auf dem Weg der Besserung – Bad Münstereifeler Dirk Thomas hilft sechsjährigem Mädchen aus Indien

Dem kleinen Lukas geht es schon besser, wie Hilfsgruppenchef Willi Greuel berichtete. Foto: privat
Dem kleinen Lukas geht es schon besser, wie Hilfsgruppenchef Willi Greuel berichtete. Foto: privat

Kreis Euskirchen – Gute Nachrichten konnte Willi Greuel Vorsitzender der Hilfsgruppe Eifel, beim jüngsten Monatsstammtisch der Eifeler Kinderkrebshilfe verkünden: „Der  vierjährige Lukas hat einen Stammzellenspender gefunden! Die Transplantation hat bereits stattgefunden und der an Blutkrebs erkrankte Junge befindet sich auf dem Wege der Besserung.“ Das Schicksal des kleinen jungen hatte die Hilfsgruppe zum Anlass genommen, im November vergangenen Jahres die neunte Typisierungsaktion der Hilfsgruppe Eifel seit 1995 zu organisieren. Fast 1400 Eifeler hatten sich dabei einem Bluttest unterzogen und sich als potentielle Lebensretter registrieren lassen.

Die Hilfsgruppe plant, Lukas und seine Eltern im Sommer zu einem Genesungsaufenthalt in die Eifel zu holen. Eine weitere frohe Botschaft konnte Hilfsgruppenchef Greuel vermelden: Bei der Typisierungsaktion hatte sich auch Dirk Thomas aus Bad Münstereifel registrieren lassen: „Nur fünf Wochen nach meiner Registrierung hat sich die DKMS bei mir gemeldet“, so der 32-jährige Steinmetz. Es stellte sich heraus, dass der Münstereifeler genetischer Zwilling eines sechsjährigen leukämiekranken Mädchens in Indien ist. Die Stammzellentnahme erfolgte im März in Köln. Dirk Thomas: „Mir ging es einige Tage lang nicht so gut durch die Medikamente, die ich vor der Entnahme bekam. Aber ich würde jederzeit wieder zur Verfügung stehen und freue mich schon darauf, wenn ich in einigen Monaten erfahre, wie es der Kleinen geht.“ Er ist damit der erste Lebensretter aus der Bad Münstereifeler Aktion.

Bei den Typisierungsaktionen der Hilfsgruppe Eifel haben sich mehr als 20.000 Menschen registriert lassen. Willi Greuel ist immer begeistert, wenn wieder ein Eifeler für einen Erkrankten irgendwo auf der Welt spendet: „Da zeigt sich doch, welche guten Seiten die Globalisierung hat. Wir leben in der Eifel und können Kranken überall auf der Welt helfen“.

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Rund 250 Eifeler haben nach Typisierungsaktionen der Hilfsgruppe für krebskranke Patienten in der ganzen Welt Stammzellen gespendet. Dirk Thomas ist der zweite Lebensretter aus der Eifel, der für einen Menschen in Indien spendet. Auch in Österreich, Schweden, Russland, Dänemark und in der Schweiz empfingen jeweils zwei Leukämiekranke Stammzellen von Spendern aus der Eifel. Jeweils eine Spende ging nach Norwegen, Irland, Brasilien, Kroatien, Chile, Südafrika und in die Slowakei.

Mit 69 Stammzellenspenden aus Aktionen der Hilfsgruppe liegt die USA an der Spitze. Nirgendwo auf der Welt passen so viele Spender auf US-Bürger, wie aus der Eifel. Das sei offensichtlich eine Auswirkung einer früheren Auswanderungswelle, vermutet man bei der DKMS in Köln.

54 Eifeler spendeten bisher Stammzellen für einen kranken Menschen irgendwo in Deutschland. 13 Spenden gingen an Patienten in Frankreich, zehn nach Holland, neun nach Italien, jeweils sieben nach Polen und Belgien und jeweils sechs nach Kanada, England und Tschechien. In Finnland, Australien, Ungarn, Spanien, Israel und Griechenland empfingen jeweils drei krebskranke Menschen die lebensrettenden Stammzellen aus dem Kreis Euskirchen.

Eifeler Presse Agentur/epa

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