Warten auf die lebensrettende Niere

Joachim Krämer ist nur einer der vielen Menschen im Kreis Euskirchen, die auf ein Spenderorgan warten – Lediglich 20 Prozent der Bundesbürger besitzen einen Organspendeausweis

Wer einen Organspendeausweis besitzt, kann Leben retten. Man sollte aber auch seine Angehörigen über seine Bereitschaft zur Organspende informieren. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa
Wer einen Organspendeausweis besitzt, kann Leben retten. Man sollte aber auch seine Angehörigen über seine Bereitschaft zur Organspende informieren. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa

Kreis Euskirchen – Joachim Krämer hofft auf eine Niere. Er ist nur einer von vielen Menschen im Kreis Euskirchen, die auf ein lebensrettendes Spenderorgan warten. Seit anderthalb Jahren benötigt Krämer an drei Tagen in der Woche eine aufwändige Blutwäsche (Dialyse). Die Dialyse-Tage sind für ihn keine leichten Tage, es ist generell keine leichte Zeit für Krämer, aber ihn halten die Dialyse-Termine zunächst am Leben. Die Chance auf eine passende Spenderniere sieht Krämer realistisch: „Ich  habe mich auf eine Wartezeit von zehn Jahren eingerichtet.“ Denn wie Daniela Crmer, Pressesprecherin der AOK Euskirchen, nitteilt, ist die Bereitschaft, nach dem Tod ein Organ zu spenden, ist in Deutschland nicht hoch.

Rund 12 000 Patienten stehen derzeit bundesweit auf der Warteliste für eine lebensrettende Organtransplantation. Etwa 1000 Menschen warten vergeblich auf ein Spenderorgan. Nur  20 Prozent der Bundesbürger haben einen Organspende-Ausweis, obwohl weitaus mehr Bürger die Organspende befürworten.

Helmut Schneider, Regionaldirektor der AOK im  Kreis Euskirchen, möchte durch gezielte Information mehr Bereitschaft zur Organspende erreichen und hatte deshalb eine Podiumsdiskussion mit medizinischen Fachpersonal sowie einem Geistlichen organisiert. Oft sei nämlich etwa die Angst, dass für Organspendewillige nicht mehr alles für einen Patienten getan werde, ein Hemmnisfaktor. Das sei aber keinesfalls so, wie Professor Dr. Heinz Michael Loick, ärztlicher Direktor am Euskirchener Marien-Hospital, betont: „Der Hirntod des Patienten muss zunächst von zwei Ärzten unabhängig voneinander festgestellt werden. Bis zu diesem Zeitpunkt tun wir natürlich alles, um das Leben des Patienten zu retten“, so Professor Loik. Erst danach beginne das Team mit der organerhaltenden Therapie.

Pfarrer Edgar Hoffmann sagte, dass der Organspendeausweis allein nicht ausreiche, sondern man schon zu frühen Lebzeiten seinen Willen gegenüber seinen Angehörigen klar auszusprechen sollte. Sören Melsa, ärztlicher Koordinator der Deutschen Stiftung Organspende NRW, ergänzte: „Denn die Angehörigen sind in der Zeit der Trauer sonst oftmals nicht in der Lage, eine Entscheidung über die Organe des Verstorbenen zu treffen.“

Organspendeausweise kann man in der Arztpraxis oder Geschäftsstellen der Krankenkassen erhalten. Weitere Informationen zum Thema Organspende gibt es unter der kostenlosen Rufnummer 08 00/90 40-400 oder im Internet: www.aok.de/organspende

Eifeler Presse Agentur/epa

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