Erneuerbare Energien werden vermehrt direkt vermarktet

Eigenverbrauch und Verkauf an der Strombörse seien Zukunft der Photovoltaik, so Georg Schmiedel, Geschäftsführer „F&S solar“

Photovoltaik lohnt sich auch ohne Einspeisevergütung, wie das Umweltministerium jetzt bekannt gibt. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa
Photovoltaik lohnt sich auch ohne Einspeisevergütung, wie das Umweltministerium jetzt bekannt gibt. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa

Berlin/Euskirchen – Immer mehr Erzeuger von erneuerbarem Strom vermarkten ihren Strom direkt, das teilt jetzt das Bundesumweltministerium (BMU) mit. Strom wird an der Strombörse gehandelt, der Preis ist abhängig von Angebot und Nachfrage. Laut BMU werde mittlerweile fast die Hälfte des Stroms aus erneuerbaren Energien nach neuesten Zahlen der Übertragungsnetzbetreiber vollständig an der Strombörse verkauft.  

Besonders lukrativ sei die Direktvermarktung durch die vor eineinhalb Jahren eingeführte Marktprämie geworden: Die Marktprämie gleicht die Differenz zwischen der Vergütung, die nach dem EEG für Strom aus erneuerbaren Energien gezahlt wird, und dem durchschnittlichen Marktpreis aus. Die Erzeuger verzichten damit auf die Einspeisevergütung.

Georg Schmiedel, Geschäftsführer von „F&S solar“, einer der führenden Solaranlagenbauer und Photovoltaik-Dienstleister des Landes, sieht in Zeiten steigender Energiepreise sowieso die Zukunft der Photovoltaik in Eigenverbrauch und Direktvermarktung: „Die Einspeisevergütung war ein sinnvolles Mittel, um die Begeisterung für Photovoltaik zu wecken. Mittlerweile ist die aber die Technik so ausgereift, erprobt und kostengünstig, dass sich die schier unerschöpfliche Kraft der Sonne auch ohne Vergütung lohnt.“ Der eigentliche Solarboom stünde noch bevor.

Zudem sei der Auslandsmarkt äußerst lukrativ, besonders in den sonnenreichen Südländern. Deshalb habe das Euskirchener Unternehmen auch bereits zahlreiche Kontakt ins Ausland geknüpft und Niederlassungen in Italien und der Türkei errichtet. Auch die Bundesregierung setzt auf internationale Energiewirtschaft, wie es in einer Pressemitteilung des BMU heißt: „Eine engere europäische Kooperation bietet die große Chance, in ganz Europa mehr Versorgungssicherheit bei zugleich geringeren Kosten zu erreichen.“

Deutschland und Frankreich liegen bei der Erzeugung erneuerbarer Energien in Europa bereits jetzt an der Spitze. Zudem habe die französische „transition énergétique“ angekündigt, den Anteil der Kernenergie in der Stromerzeugung von aktuell 75 auf 50 Prozent im Jahr 2025 zu senken und die Energieeffizienz und den Anteil der erneuerbaren Energien an der Stromversorgung signifikant zu steigern.

Eifeler Presse Agentur/epa

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