Mechthild Dyckmans besuchte Caritas-Suchthilfe

Drogenbeauftragte der Bundesregierung  lobte die gute Vernetzung des Verbandes – Bernhard Becker: „Im sozialen Bereich greift verstärkt »Projekteritis« um sich“

Bernhard Becker (v.l.), Mechthild Dyckmans, Gabriele Molitor und Franz Josef Funken tauschten sich über Möglichkeiten der Suchthilfe aus. Bild: Carsten Düppengießer
Bernhard Becker (v.l.), Mechthild Dyckmans, Gabriele Molitor und Franz Josef Funken tauschten sich über Möglichkeiten der Suchthilfe aus. Bild: Carsten Düppengießer

Euskirchen – Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Mechthild Dyckmans, war auf Einladung der Bundestagsabgeordneten Gabi Molitor in den Kreis Euskirchen gekommen, um sich vor Ort ein Bild von der Arbeit der Caritas-Suchthilfe zu machen. Gemeinsam mit Fachbereichsleiter Bernhard Becker und seinem Team begrüßte der Geschäftsführende Vorstand Franz Josef Funken den Gast aus Berlin.

In einem intensiven und sehr offen geführten Gespräch tauschte man sich gegenseitig über die Lage an der Basis aus. Becker hob hervor, dass alle Süchte und Abhängigkeiten, die in der Bundesrepublik vorkommen sich eins zu eins im Kreis Euskirchen wiederspiegeln: „Wir haben hier alles, was es anderswo auch gibt.“

Funken verwies auf den ambulanten und damit in der Finanzierung schwierigen Charakter der Suchthilfe: „Die meisten Kommunen im Kreis sind im Haushaltssicherungskonzept, das macht unsere Lage nicht unbedingt einfacher.“ Von den 500.000 Euro, die von der Caritas jährlich für die Dienste der Suchthilfe aufgewendet werden, stammen rund 150.000 Euro aus Eigenmitteln des Wohlfahrtsverbandes, unterliegen also keinerlei Refinanzierung durch einen Kostenträger.

Hinzu komme laut Becker die „Projekteritis“, welche im sozialen Bereich in den letzten Jahren verstärkt um sich greife. Will sagen, immer wieder werden Projekte von Kostenträgern angestoßen, die auf  ein bis drei Jahre Laufzeit ausgelegt sind und dann mangels möglicher Regelfinanzierung auslaufen. Langfristige und nachhaltige Planung sei so für die Wohlfahrtsverbände immer weniger möglich, obwohl dies Hilfsangebote der Daseinsvorsorge und somit aus Sicht der Caritas Pflichtaufgaben der Kommunen seien. Dem entgegnete Dyckmans, dass der Bund nicht für die Finanzierung der Suchthilfe zuständig sei, dies sei Aufgabe der Länder und Kommunen. Deshalb biete man von Seiten des Bundes den Kostenträgern evaluierte Projekte, deren Nutzen wissenschaftlich belegt ist, zur Übernahme und Weiterführung an.

Beispielhaft sei dies mit dem Projekt HaLT (Hart am Limit) gegen exzessiven Alkoholkonsum bei Jugendlichen gelungen, an welchem sich die Caritas Euskirchen bereits früh beteiligt hat. SKOLL, ein ebenfalls von der Caritas-Suchthilfe angebotenes Training zur Konsumreduzierung von Alkohol oder Drogen, sei ein weiteres Beispiel für die gelungene Umsetzung eines vom Bund angestoßenen Projektes. 

Dyckmans lobte die gute Vernetzung der Caritas Euskirchen sowohl in ihrem Kinderprojekt FREIO, als auch mit den substituierenden Ärzten, sowie dem Kreisjugend und -gesundheitsamt: „Die Mitarbeiter der Caritas Euskirchen gehen ihre Arbeit mit einem hohen persönlichen Engagement an. Dafür sage ich herzlichen Dank, das ist eine schwierige Aufgabe,“ so Dyckmans.

(Quelle: Caritasverband Euskirchen)

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