„Süßeste kleine Galerie, die ich kenne“

Seit vier Jahren gibt es den „Kunstpunkt-Gemünd/Eifel“ – Vielfältige Werke von verzierten Alltagsgegenständen bis zum Ölgemälde

Vielfältige Kunst präsentiert Verena Bartoniczek im Kunstpunkt-Gemünd/Eifel. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa
Vielfältige Kunst präsentiert Verena Bartoniczek im Kunstpunkt-Gemünd/Eifel. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa

Schleiden-Gemünd – Es scheint immerwährender Frühling zu sein in der Galerie „Kunstpunkt-Gemünd/Eifel“: Fröhliche Farben, der Duft von handgesiedeten Seifen, Bilder von der Federzeichnung bis zum Relief und glitzerndes Kunsthandwerk entführen den Besucher sofort aus dem tristen Alltag. Regelmäßig kann man einen neuen Spross bewundern, seien es Sandbilder, mit winzigen Zeitungsstückchen verzierte Ketten, Mosaiklampen, Porzellan oder künstlerisch gestaltete Gebrauchsgegenstände. Gehegt und gepflegt wird der kleine Garten Eden der Eifeler Kunst in der Aachener Straße 5 in Gemünd von drei Frauen: Initiatorin Gudrun Klinkhammer sowie Verena Bartoniczek und Ingrid Mertens.

Beim Besuch des Reporters treiben gerade neue Blüten: Für den Tag der Offenen Tür werden Badetüten handverpackt. Die sehen aus wie Miniatur-Schultüten und sind mit bunten Blüten sowie Mini-Seifen gefüllt. „Die kann man direkt so in die Wanne schütten“, erklärt Gudrun Klinkhammer. Überhaupt gibt es neben Bildern, Schmuck, Windspielen, Fotografien des 2006 verstorbenen Kaller Luftbildfotografen Charly Pauly, historischen Postkarten, deren Erlös an die Hilfsgruppe Eifel geht und tausend anderen Kleinigkeiten auch „Gebrauchskunst“ – eines der Steckenpferde von Verena Bartoniczek: „Gebrauchskunst, das sind Gegenstände, die man im Alltag benutzen kann, die aber künstlerisch verziert sind.“

Als Beispiele holt sie etwa Raclette-Schaber hervor, deren Griffe fein bemalt sind. Aber auch gestaltete Garderobenbretter und Vogelhäuser, verfeinert von künstlerischer Hand, kann man im Kunstpunkt zu zivilen Preisen erstehen. Das Besondere am Kunstpunkt sei, dass dort Künstler der Eifel zeigen können, mit was sie sich beschäftigen und dadurch ein kreatives Netzwerk entstehe. „Das ist einfach die süßeste kleine Galerie, die ich kenne“, so Bartoniczek.

Dieses Miniatur-Bücherzimmer ist selbst nur so groß wie ein aufgeklapptes Taschenbuch. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa
Dieses Miniatur-Bücherzimmer ist selbst nur so groß wie ein aufgeklapptes Taschenbuch. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa

Der ständige Wechsel der Exponate sei auch sehr reizvoll, es gebe immer etwas Neues zu Entdecken: „Mal sind es Taschen, mal große Bilder, mal Miniaturen.“ Malerei sei ihre große Leidenschaft: „Das ist für mich sehr wichtig, auch um mich zu erden, wieder herunterzukommen aus dem Alltag.“ Das sei auch ein willkommener Ausgleich zu ihrem Beruf als Therapeutin. Sie habe aber auch schon zusammen mit ihrer Tochter getöpfert, berichtet Verena Bartoniczek: „So bin ich überhaupt zum Kunstpunkt gekommen: Wir hatten unsere Töpferwaren in einem Gemünder Blumengeschäft ausgestellt.“ Eines Tages habe die Besitzerin angerufen und gesagt, dass alle Töpfe verkauft seien – an eine einzige Person. „Das war Gudrun, so haben wir uns kennengelernt“, berichtet sie lächelnd.

Daraus wurde eine seit Jahren währende Zusammenarbeit, in der es nie um Gewinn-Maximierung geht, sondern um eine gemütliche Atmosphäre inmitten von Kunst: Klönen, staunen, entdecken, experimentieren und sich von bunten Gegenständen einhüllen lassen wie von Frühlingsduft.

Unter den austellenden Künstlern im Kunstpunkt sind neben Verena Bartoniczek Conrad Franz, Lothar Einerhand, Elfi Weischede, Christine Badenschneider, Barbara Tegethoff, Petra Bongart, Ilona Güth, Gerda Weitz, Frank Reinshagen, Udo Lang, Petra Bongart, Gabi Sommer, Jürgen Johnen und Diana Rosa Scholl vertreten. Ganz neu dabei sind Brigitte Wallis, die neben Farbe und Pinsel auch Sand und Blätter für ihre Wandbilder nutzt, sowie Silvia Schulz, die Stoff-Taschen erstellt, sowie die Malerin Anne Dohr.

Gudrun Klinkhammer: „Immer wieder stellt auch Ralf Kramp bei uns aus, und zwar bisher immer mit Premieren! Nach seinem Buch »Strichweise Eifelig«, dessen Originalkarikaturen wir präsentieren durften, war es vor einigen Monaten die Karikaturen-Eier-Ausstellung, die war einzigartig und wurde vorher noch nirgendwo gezeigt.“ Geöffnet ist der Kunstpunkt donnerstags von 10 bis 12 Uhr und von 15 bis 17 Uhr, zudem nach Vereinbarung unter 0 24 41/50 60 und bei Sonderveranstaltungen. Weitere Informationen im Internet: www.kunstpunkt-eifel.de

Eifeler Presse Agentur/epa

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