Infotafeln zum Borstgrasrasen werden aufgestellt

Die Tafeln werden in den Teilprojektgebieten der drei beteiligten Gemeinden Hellenthal, Dahlem und Kall zu sehen sein – Eine für die Eifel ehemals typische Kulturlandschaft wird wieder belebt

Projektmitarbeiterin Marita Müller-Ahrens präsentierte die neuen Infotafeln. Bild: Biologische Station
Projektmitarbeiterin Marita Müller-Ahrens präsentierte die neuen Infotafeln. Bild: Biologische Station

Kall/Hellenthal/Dahlem – Auf den Tafeln werden aktuelle Veranstaltungen im jeweiligen Gebiet angekündigt. Im letzten Jahr der Projektlaufzeit werden diese Informationstafeln ergänzt durch Pavillions, die mit weiteren Informationen zu den Gebieten, zum Projekt und zur europäischen Naturschutzförderung LIFE+ ausgestattet sind.

Im Sommer dieses  Jahres wurden in den Gemeinden Hellenthal und Kall erste Flächen für die Wiederherstellung besonders gefährdeter Offenlandlebensräume freigestellt. In der Gemeinde Dahlem wird im Winter 2013/2014 mit den Arbeiten begonnen. Im Kreis Euskirchen entwickelt das LIFE+ Projekt „Allianz für Borstgrasrasen“ bis 2016 auf etwa 90 Hektar Fläche „Borstgrasrasen“, „Bergmähwiesen“ und „trockene und feuchte Heiden“ mit einem Netz ökologisch wertvoller, verbindender Gehölze und Gebüsche. Zur „Allianz“ gehören die Biologische Station im Kreis Euskirchen, das Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen, der Kreis Euskirchen, Verbände und Institutionen unterschiedlichster Art, drei Kommunen und die Bürgerinnen und Bürger.

Auch der Lungenenzian fühlt sich auf dem Borstgrasrasen wohl. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa
Auch der Lungenenzian fühlt sich auf dem Borstgrasrasen wohl. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa

In den Gemeinden Hellenthal, Dahlem und Kall werden hierfür geeignete Flächen dauerhaft zum Schutz von Natur und Landschaft bereitgestellt. Eine für die Eifel ehemals typische Kulturlandschaft wird wieder belebt, die verlorengegangene Artenvielfalt kann dauerhaft verbessert und gefördert werden. Das europäische Förderprogramm LIFE+ unterstützt ausschließlich Umweltschutzbelange. Ziel ist es, die Entwicklung und Durchführung der Umweltpolitik und des Umweltrechts in der EU zu fördern. Die Einbeziehung von Umweltaspekten in andere Politikfelder und eine nachhaltige Entwicklung in der Union soll erleichtert werden.

In den drei Teilbereichen LIFE+ „Natur und biologische Vielfalt“, LIFE+ „Umweltpolitik und Verwaltungspraxis“ und LIFE+ „Information und Kommunikation“ sind so seit 1992 über 3000 Projekte in der Europäischen Union mit über zwei Milliarden Euro kofinanziert worden. LIFE+ „Natur und biologische Vielfalt“ wird eingesetzt, um das Europäische Schutzgebietsnetzwerk Natura2000 umzusetzen und weiter zu entwickeln. Natura2000 ist das zusammenhängende Netz europäischer Schutzgebiete, bestehend aus Fauna-Flora-Habitat-Gebieten und Vogelschutzgebieten. Typische, besondere, seltene und gefährdete Lebensräume, Tier- und Pflanzenarten Europas sollen damit geschützt werden.

„Borstgrasrasen“ und deren Lebensgemeinschaften gehören in den Mittelgebirgslandschaften Nordrhein-Westfalens, wie auch an vergleichbaren Standorten anderer Bundesländer zu den am stärksten gefährdeten Lebensraumtypen: Im LIFE+ Projekt „Allianz für Borstgrasrasen“ werden sie in der nordrhein-westfälischen Eifel erhalten, regeneriert und wiederentwickelt.

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