Eine lange Nacht auf der „Thres-Wiese“ in Lorbach

Von Reiner Züll (Text und Bilder) 600 Besucher in Dirndl und Krachlederner verwandelten das Festzelt in ein Tollhaus – Bislang sind bei den Oktoberfesten schon über 30.000 Euro für die Hilfsgruppe Eifel zusammen gekommen

"Dirndl-Alarm" herrschte wieder einmal auf dem Lorbacher Oktoberfest, wo 600 Freizeit-Bajuwaren es krachen ließen. Alle Bilder: Reiner Züll
„Dirndl-Alarm“ herrschte wieder einmal auf dem Lorbacher Oktoberfest, wo 600 Freizeit-Bajuwaren es krachen ließen. Alle Bilder: Reiner Züll

Mechernich-Lorbach. „Dirndl-Alarm“ und ein proppenvolles Festzelt in Lorbach. Beim fünften Oktoberfest des Schmalzler-Fanclus am Freitagabend ließen es die bayerische Volksmusik-Band „Die Schmalzler“ und der österreichische Sänger und Entertainer Günther Sturm so richtig krachen. 600 begeisterte Besucher kamen dem Aufruf von Mechernichs Bürgermeister Dr. Hans Peter Schick gerne nach, „kräftig zu feiern, zu essen und zu trinken“, weil das fünfte Oktoberfest auf der Lorbacher „Thres-Wiese“ wieder dem guten Zweck diente.

Der Mechernicher Bürgermeister hatte auch diesmal wieder die Schirmherrschaft über die Benefiz-Veranstaltung übernommen und bedankte sich in dieser Funktion bei den Schmalzlern, bei Günther Sturm und den Lorbacher Ortsvereinen für deren Mitwirken. Schick: „Eine ganz tolle Sache“.

[nggallery id=18]Bei den ersten vier Oktoberfesten des Schmalzler-Fanclubs, so der Vorsitzende der Hilfsgruppe, Eifel Willi Greuel, seien über 30.000 Euro für die Kinderkrebshilfe zusammen gekommen. Dafür bedankte sich Greuel beim Fanclub um Organisator Manfred Kreuser und dessen Mitstreiter, aber ganz besonders bei den Festgästen, deren Zahl von Jahr zu Jahr steigt. Das Lorbacher Oktoberfest hat inzwischen Kultstatus erreicht.

Traditionell begann das Fest mit einem Fackelzug durch den Ort. Unterhalb des Dorfgemeinschaftshauses hatten sich die Nettersheimer Böllerschützen postiert, die mit wuchtigen Schüssen das Oktoberfest einleiteten. Nach dem Einzug in das blau-weiß geschmückte Festzelt schritt Bürgermeister Hans Peter Schick zum Fassanstich.

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Und den schaffte Dr. Schick mit nur einem Holzhammerschlag. Um sein großes Anzapf-Vorbild, den Münchener Oberbürgermeister Christian Ude nicht zu düpieren, setzte er noch einen zweiten leichten Schlag nach. Denn OB Ude hatte am 21. September bei der Eröffnung des Münchener Oktoberfestes zwei Schläge gebraucht, ehe er dem Fass die ersten Biere entlocken konnte. Dem Ausruf „Ozapft is“ folgte der musikalische Hochruf „Ein Prosit, ein Prosit der Gemütlichkeit…“ durch den Musikverein Obergartzem.

Dann legten die Schmalzler aus dem Bayerischen Wald mit flotter Oktoberfestmusik los. Frontmann Max Fenzel gab in regelmäßigen Abständen das Kommando „Die Gläser hoch“, dem das Publikum gerne nachkam. Und auch den Schmalzlern machte das Musizieren in Lorbach sichtlich Spaß. „Eine tolle Stimmung, mehr geht bei uns auch nicht“, konstatierte Max Fenzel. Dieses Kompliment glich einem Ritterschlag für das Publikum.

Als dann in einer Pause der Schmalzler der österreichische Stimmungssänger Günther Sturm die Bühne eroberte, verwandelte sich das Festzelt in ein Tollhaus. Schon bald stand das Publikum auf Tischen und Bänken, die Stimmung näherte sich dem Siedepunkt und die Tanzfläche war knubbelvoll mit Tanzpaaren in Dirndlkleidern und Krachledernen. Sturm eroberte die Herzen des Publikums im wahrsten Sinne des Wortes im Sturm.

Der Österreicher und nach der Pause auch wieder die Schmalzler zeigten, dass sie nicht nur die traditionelle bayerische Musik, sondern auch Ballermann-Hits und „kölsche Tön“ bestens beherrschen.  Es wurde eine lange Nacht auf der „Thres-Wiese“ im 321-Seelen-Ort.

Für Samstagmorgen hatte der Schmalzler-Fanclub Akteure, Musiker und Helfer zum Frühstück ins Festzelt eingeladen. Bei dieser Gelegenheit wurde anlässlich der fünften Auflage ein stattlicher Jubiläumskuchen angeschnitten.

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Die Organisatoren Manfred Kreuser, Hermann Josef Koch und Olaf Hutzler waren am Morgen mehr als zufrieden mit dem fünften Fest. Es sei eine tolle Sache gewesen, wie Jung und Alt zusammen gefeiert hätten. Jetzt hoffen alle, dass wieder ein großer Betrag für die Hilfsgruppe übrig bleibt. Die veranstaltet am 13. Oktober in Euskirchen eine Typisierungsaktion für den dreijährigen an Leukämie erkrankten Jerome aus Euskirchen, der dringend einen Stammzellenspender braucht. Der Erlös des Lorbacher Oktoberfestes soll für die Finanzierung der Typisierungsaktion verwendet werden.

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