Schützling Andy aus Ecuador macht Fortschritte

Von Reiner Züll Christa Wenzel und Hilfsgruppe Eifel unterstützen die Therapie des Siebenjährigen – Zahlreiche Operationen in Aachen und Aschau – Andy spricht mittlerweile auch schon Eifeler Platt

Letzten Freitag war Andy zum Vermessen der Füße im Kaller Schuhhaus Esser. Meister Rolf Esser (links) macht dem kleinen Jungen die Spezialschuhe, die er wegen des Wachstumes in Abständen braucht, jedesmal kostenlos. Bild: Reiner Züll
Letzten Freitag war Andy zum Vermessen der Füße im Kaller Schuhhaus Esser. Meister Rolf Esser (links) macht dem kleinen Jungen die Spezialschuhe, die er wegen des Wachstumes in Abständen braucht, jedesmal kostenlos. Bild: Reiner Züll

Kreis Euskirchen/Kall – Als der heute siebenjährige Andreas vor vier Jahren in Kommern mit der Hilfsgruppe Eifel zusammentraf, konnte der kleine Junge aus Ecuador weder laufen noch nach etwas greifen. Infolge einer schlimmen Krankheit waren Arme und Beine des Kindes völlig verkrüppelt. Jetzt vier Jahre später kann Andy, wie der Junge in der Eifel genannt wird und der sich derzeit mit seiner Mutter Paola wieder zur Therapie in Deutschland aufhält, fast allein laufen und mit seinem Kinderhandy spielen. Die großen Fortschritte, die der kleine aufgeweckte Junge macht, hat er der Hilfsgruppe Eifel und vor allem der selbst gehandicapten Christa Wenzel zu verdanken, die in der Zülpicher Kölnstraße eine Reiki-Oase betreibt.

Durch die Vermittlung von Christa Wenzel, dem pensionierten Arzt Ludwig Holstiege aus Hamburg und durch die finanzielle Unterstützung der Hilfsgruppe Eifel konnte Andy in einer Aachener Spezialklinik sowie in der Kinder-Orthopädie in Aschau am Chiemsee mehrmals operiert werden.

Im Mai 2010 trafen sie in Kommern erstmals auf die Hilfsgruppe Eifel. Andy und Mutter Paola mit Dr. Ludwig Holstiege und Christa Wenzel, die unermüdlich Spenden für Andy sammelt. Bild: Reiner Züll
Im Mai 2010 trafen sie in Kommern erstmals auf die Hilfsgruppe Eifel. Andy und Mutter Paola mit Dr. Ludwig Holstiege und Christa Wenzel, die unermüdlich Spenden für Andy sammelt. Bild: Reiner Züll

Seit vier Jahren hält sich Andy mit seiner Mutter jedes Jahr mehrere Monate  fernab von Vater Patricio und Bruder Donito in Deutschland auf. Andy hat inzwischen zahlreiche Operationen in Aachen und Aschau hinter sich und er erweist sich als ein tapferer Patient. Ihm wurden in Aachen Muskeln aus den Beinen in die Arme verpflanzt. In Aschau wurden die Fehlstellungen der Beine in mehreren Operationen korrigiert. 2011 konnte Andy in Aschau mit Hilfe eines Kinder-Rollators die ersten Schritte tun.

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Vergangenes Jahr war für Andy ein Pechjahr. Zweimal brach er sich ein  Bein, einmal bei einem Verkehrsunfall und einmal beim Spielen mit Kindern. Doch Andy trainierte verbissen weiter, so dass er bald die ersten Schritte wieder tun konnte.

Seit vier Jahren können sich Andy und Paola auf die Eifeler verlassen. Bild: Reiner Züll
Seit vier Jahren können sich Andy und Paola auf die Eifeler verlassen. Bild: Reiner Züll

Inzwischen sprechen er und Mutter Paola klares Deutsch, wobei der Siebenjährige auch das Eifeler Platt schon bestens beherrscht. Das hat er von Christa Wenzel gelernt, bei der Andy und Paola wohnen, wenn sie nicht gerade Operationen in Aachen oder Aschau anstehen. „Bottermelchs-Bonnezupp“ (Buttermilch-Bohnensuppe) ist Andys Lieblingswort oder auch „Ich han Koppeng“ (Ich habe Kopfschmerzen).

Eine Kostprobe seines Eifeler Platts gab er letzten Freitag im Kaller Schuhhaus Esser. Weil Andy sich im Wachstum befindet, braucht der Junge in regelmäßigen Abständen neue Spezialschuhe, die ihm der Kaller Orthopädie-Schuhmachermeister Rolf Esser kostenlos herstellte. Dieser Tage war Andy wieder bei Esser, um sich nach zwei Jahren wieder neue Schuhe machen zu lassen. Dabei ist genaues Messen erforderlich, denn der rechte Fuß von Andy ist größer als der linke.

Am Mittwoch stand in Aachener Behandlungszentrum von Dr. Michael Becker eine weitere Operation an Andys Armen an. Danach geht es wieder zur Therapie in die Orthopädische Kinderklinik nach Aschau.

Trotz zweimaliger Beinbrüche im letzten Jahr gibt Andy nicht auf. In Kall zeigte er, dass er fast allein laufen kann. Bild: Reiner Züll
Trotz zweimaliger Beinbrüche im letzten Jahr gibt Andy nicht auf. In Kall zeigte er, dass er fast allein laufen kann. Bild: Reiner Züll

Christa Wenzel äußerte in Kall ihre Dankbarkeit an alle Menschen, die die Hilfe für den kleinen Jungen durch Spenden unterstützen: „Ich wünsche mir, dass wir Andy und dessen Familie auch weiterhin helfen können“.

Jetzt bemüht sich Christa Wenzel darum, für die Familie in Ecuador einen behindertengerechten Gebrauchtwagen zu finden. Den könnten Andys Eltern selbst nicht finanzieren. Zudem sucht Christa Wenzel Sponsoren, damit Mutter Paola in Ecuador den Führerschein machen kann, der dort umgerechnet rund 300 Euro kostet. Wenn Andy in Ecuador zur regelmäßigen Untersuchung in eine Fachklinik muss, bedeutet das jedes Mal eine Fahrt von 300 Kilometern.

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Aktion in Zülpich

Anlässlich der Kirmes am 5. und 6. Oktober in Zülpich veranstaltet Christa Wenzel in ihrer Reiki-Oase in der Kölnstraße 29 einen Tag der offenen Tür zugunsten von Andy aus Ecuador. Es findet eine Verlosung statt bei der es ein tolles Fahrrad zu gewinnen gibt. Der Erlös der Aktion von Christa Wenzel wird für die Finanzierung weiterer Operationen verwendet.

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