Unscheinbare Kleinschmetterlinge im Rampenlicht

40 Experten aus ganz Deutschland erkundeten den Nationalpark Eifel – Insgesamt bereits 1150 Arten erfasst

Dr. Michael Röös (rechts außen) von der Nationalparkverwaltung Eifel führte die Teilnehmer der Fachtagung zu Kleinschmetterlingen durch das Großschutzgebiet. Über 40 Teilnehmer aus Deutschland und dem deutschsprachigen Ausland waren zu dem Treffen gekommen. Bild: Raimund Hinsberger
Dr. Michael Röös (rechts außen) von der Nationalparkverwaltung Eifel führte die Teilnehmer der Fachtagung zu Kleinschmetterlingen durch das Großschutzgebiet. Über 40 Teilnehmer aus Deutschland und dem deutschsprachigen Ausland waren zu dem Treffen gekommen. Bild: Raimund Hinsberger

Schleiden-Gemünd – Fast alles ist erforscht und gesagt zu großen, schönen und auffälligen Schmetterlingen. Doch was ist mit den kleinen, blassen und unscheinbaren? Die Ordnung der Schuppenflügler, wie man die Tag- und Nachtfalter auch nennt, ist unterteilt in zahlreiche Familien. Die unscheinbaren Schmetterlinge hatten es in der Vergangenheit nicht leicht, in den Fokus zoologischer Forscher zu geraten.

Umso größer ist die Begeisterung einer privaten, mittlerweile internationalen Gruppe von Interessierten, die einmal im Jahr zusammenkommt, um sich über die Kleinschmetterlinge auszutauschen. Dieses Jahr trafen sich mehr als 40 Teilnehmer für vier Tage im Nationalpark Eifel. Mit Unterstützung der Nationalparkverwaltung tagten sie am vergangenen Wochenende in Gemünd und erkundeten neben ihren Arbeitsreffen das Großschutzgebiet und seine Schmetterlingswelt.

Einer der im Nationalpark Eifel vorkommenden Kleinschmetterlinge: Der Purpurrote Zünsler (Pyrausta purpuralis) Bild: Dr. Andreas Pardey
Einer der im Nationalpark Eifel vorkommenden Kleinschmetterlinge: Der Purpurrote Zünsler (Pyrausta purpuralis) Bild: Dr. Andreas Pardey

„Es gibt große Lücken in der Kenntnis zu Kleinschmetterlingen ihrer Biologie und ihren Lebensräumen“, erläutert Wolfgang Wittland aus Wegberg, der gemeinsam mit Rudi Seliger und dem Koordinator Dr. Matthias Nuss vom Senckenberg Museum für Tierkunde in Dresden, den diesjährigen Treff organisiert hat. Wittland und Seliger gehören zu der Untersuchungsgruppe der Wissenschaftler, die den Nationalpark Eifel ehrenamtlich bei der Kartierung der Nachtfalter unterstützen. „1150 Arten haben wir bisher im Nationalpark Eifel erfasst. Und am Freitag haben wir während der Fachexkursion weitere fünf Arten feststellen können“, freut sich Wittland. Neben den Käfern ist sie die artenreichste Gruppe der im Nationalpark festgestellten Tierfamilien.

Der Start der Tagung zum 3. Oktober ist kein Zufall. Schließlich liegt der Ursprung der Gruppe in der ehemaligen DDR, wo sie als Initiative einst entstanden ist und nach der Wende auf ganz Deutschland sowie in deutschsprachige Nachbarländer ausgeweitet wurde.

(Quelle: Nationalparkverwaltung Eifel im Landesbetrieb Wald und Holz NRW)

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