20 Jahre ambulanter Hospiz-Dienst

Caritas Euskirchen zeichnet Ehrenamtliche aus

Bruno Grobelny, ehemaliger Caritasgeschäftsführer, (v.l,), Dr. Felix Grützner von ALPHA, Joachim Berg, begleitender Arzt, Nina Rauprich Ehrenamtliche Caritasmitarbeiterin, Christel Eppelt, Caritas, diskitierten moderiert von Martha Wiggermann, Diözesancaritasverband, über die Hospizarbeit. Foto: Caritas
Bruno Grobelny, ehemaliger Caritasgeschäftsführer, (v.l,), Dr. Felix Grützner von ALPHA, Joachim Berg, begleitender Arzt, Nina Rauprich Ehrenamtliche Caritasmitarbeiterin, Christel Eppelt, Caritas, diskitierten moderiert von Martha Wiggermann, Diözesancaritasverband, über die Hospizarbeit. Foto: Caritas

Euskirchen – Seit 20 Jahren gibt es den ambulanten Hospiz-Dienst der Caritas Euskirchen: Nachdem im März 1992 auf einer außerordentlichen Vertreterversammlung der Caritas Euskirchen das Thema Hospizbewegung in die Kreisöffentlichkeit getragen wurde und in der Folge erste Hospizbegleiter der Caritas geschult wurden, begann die aktive Arbeit des Caritasverbandes Euskirchen im August 1993.

Seit 2006 sind im Servicezentrum Demenz und Hospiz „Café Insel“ in der Frauenberger Straße 2-4 in Euskirchen Hilfs- und Beratungsangebote der Caritas in diesem Bereich an einem zentralen Ort zusammen gefasst. Aktuell sind Christel Eppelt und Monika Stoffers als hauptamtliche Koordinatorinnen des Wohlfahrtsverbandes im Bereich Hospizarbeit tätig. Gemeinsam mit 50 Ehrenamtlichen in der Begleitung von schwerkranken Menschen und 20 Trauerbegleiterinnen bilden sie das Team des Ambulanten Hospizdienstes.

Im vergangenen Jahr leistete dieses Team rund 6.000 Stunden ehrenamtlicher Arbeit, betreute 228 Angehörige und begleitete 128 Menschen auf ihrem letzten Lebensweg.

Dr. Felix Grützner von der Ansprechstelle im Land NRW zur Palliativversorgung, Hospizarbeit und Angehörigenbegleitung zeigte bei der Veranstaltung eine Tanzperformance zum Thema Hospizarbeit. Foto: Caritas
Dr. Felix Grützner von der Ansprechstelle im Land NRW zur Palliativversorgung, Hospizarbeit und Angehörigenbegleitung zeigte bei der Veranstaltung eine Tanzperformance zum Thema Hospizarbeit. Foto: Caritas

Jetzt wurde das Jubiläum des Hospiz-Dienstes mit rund 100 Gästen in der Bürgerbegegnungsstätte Martinskirche in Zülpich gefeiert. Kreisdechant Guido Zimmermann näherte sich dem Thema im Wortgottesdienst mit dem Gleichnis vom barmherzigen Samariter: „In diesem Gleichnis geht es um einen Menschen mit Herz – auch in der Sterbe- und Trauerbegleitung sind Menschen mit Herz gefragt.“

Nach dem Wortgottesdienst griff Dr. Felix Grützner von der Ansprechstelle zur Hospizarbeit des Landes NRW mit einer ungewöhnlichen Tanzperfomance das Bild vom Samariter auf und fragte sich und die Zuschauer: „Wer ist denn mein Nächster?“

Die beiden Caritasvorstände Franz Josef Funken und Horst Lennartz dankten den anwesenden Hospizbegleiterinnen und Begleitern für ihr außergewöhnliches Engagement. „Durch Ihren unermüdlichen Einsatz, Ihren einfühlsamen Umgang mit unseren Klienten und ihren Angehörigen, zeigen Sie, dass Sterben und Tod Teil unseres Lebens sind“, so Funken, der wünscht, dass Sterben und Tod als selbstverständlicher Teil des Lebens wieder mehr in das Bewusstsein der Gesellschaft rücken müssten.

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Fachreferentin Martha Wiggermann vom Diözesancaritasverband Köln, die auch die folgende Gesprächsrunde moderierte, sagte: „Als ich in den siebziger Jahren meine Ausbildung in einem Katholischen Krankenhaus absolvierte, wurden die Patienten zum Sterben ins Bad gefahren, weil sie Ruhe haben sollten. Da sind wir heute, auch dank der Hospizbewegung, ein gutes Stück weiter.“ Ähnliches erlebte auch Allgemeinmediziner Joachim Berg als Zivildienstleistender. Er wies darauf hin, dass in unserer auf Normen und Messbarkeit getrimmten Gesellschaft der Erfolg von Sterbebegleitung eben nicht messbar sei und doch gerade deshalb mehr Anerkennung verdient habe.

Weitere Teilnehmer der Gesprächsrunde waren Bruno Grobelny, ehemaliger Caritasgeschäftsführer, Dr. Felix Grützner, die Ehrenamtliche Nina Rauprich und Caritasmitarbeiterin Christel Eppelt. Grobelny überbrachte Grüße von Ulrike Neubert-Pitzen, die 1993 maßgeblich an der Entstehung des Caritas Hospizdienstes beteiligt war und aus persönlichen Gründen nicht anwesend sein konnte. Rauprich schilderte sehr persönlich wie sie zur Hospizarbeit fand: „Meine Mutter lag im Sterben und Vater sagte zu mir, ich dürfe Mutter nicht sagen, dass sie stirbt. Mutter bat mich, Vater nicht zu sagen, wie schlecht sie dran sei.“ Diese Tabuisierung habe sie damals hilflos zurückgelassen und sei letztlich der Auslöser für ihr Engagement einige Jahre später gewesen.

Im Anschluss verliehen Funken und Lennartz an Rauprich die Silberne Ehrennadel des Deutschen Caritasverbandes für zehnjähriges ehrenamtliches Engagement. Dagmar Harder und Fritz Kleinertz erhielten das Ehrenzeichen in Gold für ihren 20-jährigen ehrenamtlichen Einsatz.

Zum Abschluss der Feier bekamen die Teilnehmer der aktuellen Qualifizierungskurse zur Hospizbegleitung beziehungsweise zur Trauerbegleitung durch die Caritasmitarbeiterinnen ihre Zertifikate von Eppelt und Stoffers überreicht.

Eifeler Presse Agentur/epa

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