Neuer Grenzwert für Blei im Trinkwasser

Ab 1. Dezember müssen Bleirohre in der Hausinstallation ausgetauscht werden – Wasser darf nur noch zehn Mikrogramm Blei (0,010 mg) pro Liter enthalten

Der neue Grenzwert für die Bleibelastung des Rinkwassers ist so niedrig, dass Bleirohre endlich ausgedient haben. Bild: Umweltbundesamt
Der neue Grenzwert für die Bleibelastung des Trinkwassers ist so niedrig, dass Bleirohre endlich ausgedient haben. Bild: Umweltbundesamt

Kreis Euskirchen – Seit Jahrzehnten ist bekannt: Blei ist gesundheitsschädlich. Dennoch sind Wasserleitungen aus Blei in vielen Altbauten noch weit verbreitet. Dabei ist Trinkwasser das wichtigste Lebensmittel für den Menschen, da es als einziges durch nichts zu ersetzen ist. Darum wird es auch besonders streng überwacht.

„Im Kreis Euskirchen ist das von den Wasserversorgern gelieferte Trinkwasser von sehr guter Qualität. Es kann sich jedoch durch alte Bleileitungen in Hausinstallationen nachträglich mit Blei anreichern“, so der Kreis Euskirchen in einer Pressemitteilung. Um die Bevölkerung vor der schädlichen Wirkung von Blei zu schützen, habe der Gesetzgeber den Grenzwert für Blei im Trinkwasser schrittweise über die letzten zehn Jahre gesenkt. Ab dem 1. Dezember wird er nun mit zehn Mikrogramm pro Liter so niedrig liegen, dass Bleirohre in der Hausinstallation ausgedient haben.

„Sind noch alte Rohre vorhanden, müssen diese schnellstens durch neue Leitungen aus zertifizierten Materialien ersetzt werden“, so der Kreis. Geeignete Leitungsmaterialien seien Kunststoffe, Edelstahl oder Kupfer, die ein Zertifizierungszeichen der DVGW (Deutsche Vereinigung des Gas- und Wasserfachs e.V.) aufweisen sollten.
Hauseigentümer sollten sich an fachkundige Installationsfirmen wenden, die dann die allgemein anerkannten Regeln der Technik befolgen und die richtigen Materialien auswählen.

„Denn während für die Qualität und die Einhaltung von Grenzwerten bis zur Wasseruhr ausschließlich der Wasserversorger zuständig ist, sind innerhalb des Hauses die Haus- und Wohnungseigentümer allein dafür verantwortlich, dass die gesetzlichen Grenzwerte eingehalten werden“, so die Kreispressestelle abschließend.
Das Umweltbundesamt verweist besonders auf die Gefahren bleihaltigen Wassers für Kinder und Schwangere. „Kinder nehmen im Vergleich zum Erwachsenen wesentlich mehr Blei aus der Nahrung und dem Trinkwasser auf. Selbst Bleikonzentrationen von 0,010 bis 0,025 mg/l im Trinkwasser beeinträchtigen die Blutbildung und die Intelligenzentwicklung vor allem vor der Geburt und während der ersten Lebensjahre. Deshalb sind schwangere Frauen, Ungeborene, Säuglinge und Kleinkinder besonders gefährdet und vor der Aufnahme von Blei zu schützen.“

Hier kann man den Flyer „Trinkwasser wird bleifrei“ des Umweltbundesamtes herunterladen.

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