Rettungsdienst funkt jetzt digital

Feuerwehren schließen sich nach und nach an – Funkverkehr jetzt deutlich besser zu verstehen – Auch Organisationen in den benachbarten Kreisen können jetzt problemlos in das Digitalfunksystem eingebunden werden

Lea Sophie Kirsch (li.) und Jürgen Vey, Rettungsassistenten der Rettungswache Euskirchen, mit den neuen Digitalfunkgeräten. Bild: Kreispressestelle
Lea Sophie Kirsch (links) und Jürgen Vey, Rettungsassistenten der Rettungswache Euskirchen, mit den neuen Digitalfunkgeräten. Bild: Kreispressestelle

Kreis Euskirchen – Der Rettungsdienst des Kreises Euskirchen hat seinen Funkverkehr von bisher analog komplett auf digital umgestellt. Die neue Technik war zuvor ein Jahr lang erfolgreich im Krankentransport erprobt worden.  Ab sofort können nun die Vorteile der neuen Technik unter realen Einsatzbedingungen im Alltag genutzt werden.

Kreisbrandmeister Udo Crespin fasst diese so zusammen:  „Der Funkverkehr ist jetzt deutlich besser zu verstehen, Störgeräusche sind kaum noch vorhanden und Meldungen kommen klar an. Damit sind Missverständnisse, wie sie im analogen Funkverkehr doch ab und zu vorkamen, so gut wie ausgeschlossen.“

Die deutlich verbesserten Kommunikationsmöglichkeiten seien natürlich auch von großem Vorteil bei Großschadenseinsätzen wie z.B. dem Busunfall an der BAB-Ausfahrt bei Wisskirchen im letzten Jahr oder auch bei Naturkatastrophen wie etwa dem Orkan „Kyrill“ vor einigen Jahren, so die Kreispressstelle: „Hier gilt es ja immer, viele Organisationen wie Rettungsdienst, Feuerwehren oder auch technische Einheiten zu koordinieren. Dies wird durch den neuen Digitalfunk bedeutend einfacher, schneller und klarer als mit dem alten Analogfunk.

Denn während der Analogfunk nur auf einigen wenigen Kanälen senden konnte, sendet der Digitalfunk in einem großen deutschlandweiten Funknetz, welches durch die Bildung von vielen tausend Funkgruppen, von denen eine gewisse Zahl dem jeweiligen Nutzer zugewiesen wird. Der Kreis Euskirchen verfügt zzt. über 20 Gruppen, er kann bei Bedarf aber jederzeit weitere Gruppen beantragen.

Dipl.-Ing. Ralf Unterstetter, Digitalfunkbeauftragter des Kreises, ist seit mehr als zwei Jahren mit der Einführung der neuen Technik beschäftigt. Er ist damit auch zuständig für die Konfigurierung der oben genannten Funkgruppen. Er hat bereits vor Monaten die Kolleginnen und Kollegen des Rettungsdienstes in der neuen Technik geschult. Diese hatten in der Probephase dann die Möglichkeit, sich in der Praxis mit dem Digitalfunk vertraut zu machen.

Ralf Unterstetter erklärt, dass auch die Feuerwehren und Hilfsorganisationen bereits mit der Umstellung der Einsatzfahrzeuge beschäftigt seien. In den nächsten Wochen werden dort zahlreiche weitere Fahrzeuge umgerüstet. Kreisbrandmeister Crespin stellt klar: „Ziel der nicht polizeilichen Gefahrenabwehr im Kreis Euskirchen ist es, bis Ende des Jahres 2014 alle Einsatzkräfte mit der neuen Funktechnik ausgestattet zu haben. Ich bin zuversichtlich, dass wir das schaffen.“

Die neue Technik hat weiter den Vorteil, dass Organisationen in den benachbarten Kreisen, auch über Landesgrenzen hinweg, problemlos in das Digitalfunksystem eingebunden werden können. Das Land führt sogar über Staatsgrenzen hinweg Gespräche zwecks Einbindung der dortigen Hilfsorganisationen in das neue Funksystem. Konkret – und für den Kreis Euskirchen besonders relevant – geschieht dies zurzeit mit der Deutschsprachigen Gemeinschaft im benachbarten Belgien.

Im Moment setzt die Rettungsleitstelle des Kreises Euskirchen beide Techniken, also die analoge und die digitale, nebeneinander ein. Dies ist notwendig, weil einerseits noch nicht alle Einsatzkräfte über die neue Technik verfügen, andererseits aber diese jederzeit problemlos erreicht werden müssen, egal mit welcher Technik sie ausgestattet sind.

Der neue Digitalfunk in Zahlen:

– 445.000 Euro in 2012 für die Anschaffung der Technik im Kreis und in den Kommunen

– hieraus entfallen 180.000 Euro auf die kommunalen Feuerwehren

– nicht enthalten sind die Aufwendungen der Hilfsorganisationen, des Landes NRW und des Bundes

– 410 000 Euro sind für 2013 eingeplant

Crespin betont aber, dass die ursprünglichen Ansätze dank der immer kostengünstiger werdenden Technik und Geräte schon jetzt weit unterschritten wurden. Dazu trägt auch der zentrale Großeinkauf für alle Beteiligten durch den Kreis Euskirchen bei.

(Quelle: Kreispressestelle Euskirchen)

Kommentar verfassen