„Vor sechs Wochen standen hier noch Rüben, jetzt steht hier ein Solarpark“

Volker Mießeler, Geschäftsführer der Stadtwerke Bergheim, eröffnete am Freitag offiziell das Sonnenkraftwerk an der A61 – Euskirchener Solarspezialist „F&S solar“ errichtete den Solarpark unter erschwerten Bedingungen – 6.900 Solar-Module mit 1.690 Kilowatt-Peak erzeugen für die Stadtwerke Bergheim künftig über 1,5 Millionen Kilowatt-Stunden Grünstrom im Jahr – Hier geht es direkt zum Video

Bei strahlendem Sonnenschein freuten sich Boris Kapschefsky vom Anlagenbauer „F&S solar“ (v.l.), Maria Pfordt, Bürgermeisterin Stadt Bergheim, und Volker Mießeler, Geschäftsführer des Anlageneigners Stadtwerke Bergheim, über den neuen Solarpark Zieverich. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa
Bei strahlendem Sonnenschein freuten sich Boris Kapschefsky vom Anlagenbauer „F&S solar“ (v.l.), Maria Pfordt, Bürgermeisterin Stadt Bergheim, und Volker Mießeler, Geschäftsführer des Anlageneigners Stadtwerke Bergheim, über den neuen Solarpark Zieverich. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa

Bergheim – „Vor sechs Wochen standen auf diesem Feld noch Rüben“, sagte Volker Mießeler, Geschäftsführer der Stadtwerke Bergheim, bei der Einweihung des Solarparks Zieverich bei Bergheim. Dass die zwischen A61 und B55 gelegene Freiland-Photovoltaikanlage ausgerechnet an einem Freitag, dem 13., offiziell eröffnet wurde, dem konnte Mießeler nur Positives abgewinnen: „Ich habe an einem Freitag, dem 13., geheiratet – und die Ehe hält seit 20 Jahren!“

Mehr als zwei Jahrzehnte soll das vom Euskirchener Solarspezialisten „F&S solar“ erbaute, 6.900 Solar-Module umfassende Solarkraftwerk sauberen Sonnenstrom erzeugen: Prognostiziert werden bei einer Spitzenleistung von 1.690 Kilowatt künftig 1.605.975 Kilowattstunden Solarstrom im Jahr  – ohne Kohlendioxid-Ausstoß oder Folgekosten für Lagerung gefährlicher Stoffe.

Am Rande des Solarparks sind noch ein paar Rübenpflanzen und noch die ein oder andere Rübe zu sehen - direkt nach der Ernte war Baubeginn für das Sonnenkraftwerk. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa
Am Rande des Solarparks sind noch ein paar Rübenpflanzen und noch die ein oder andere Rübe zu sehen – direkt nach der Ernte war Baubeginn für das Sonnenkraftwerk. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa

Der Bau selbst war aufgrund des Wetters in Verbindung mit dem Lehmboden-Rübenacker allerdings schwierig, wie Projektleiter Boris Kapschefsky von „F&S solar“ berichtete: „Es war sehr matschig, dazu gab es 30 Zentimeter tiefe Fahrspuren von den Maschinen, die zuvor die Rüben geerntet haben.“

Ein Kran konnte nicht aufgestellt werden, selbst ein äußerst geländegängiger Unimog sei an seine Leistungsgrenzen geraten, als damit die schwere Trafostation auf das Gelände geschafft wurde. Außerdem habe es nur sehr begrenzte Lagerflächen gegeben: „Wir haben quasi von der Straße abgeladen und direkt verbaut.“

Maria Pfordt, Bürgermeisterin der Kreisstadt Bergheim, meinte bei der kleinen Einweihungsfeier dazu: „Ich hätte unter solchen Umständen nicht gerne gearbeitet und freue mich umso mehr, das dieses innovative Projekt rechtzeitig fertig wurde!“

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Knapp 7.000 Solarmodule sorgen künftig für mehr als 1,5 Millionen Kilowattstunden sauberen Strom im Jahr. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa
Knapp 7.000 Solarmodule sorgen künftig für mehr als 1,5 Millionen Kilowattstunden sauberen Strom im Jahr. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa

Volker Mießeler: „F&S solar hat die Anlage in nur fünf Wochen errichtet und damit noch vor der nächsten Verringerungsstufe der staatlich garantierten Einspeisevergütung. Am 29. November konnten wir die technische Inbetriebnahme  vermelden.“ Von dem Strom soll aber nicht nur der Auftraggeber Stadtwerke Bergheim profitieren, sondern auch die Bürger direkt, wie Mießeler sagte: „Zuerst wollten wir den Menschen aber die fertige Anlage präsentieren.“

Im kommenden Jahr wollen die Stadtwerke ein Konzept ausarbeiten, damit sich auch Bürger an dem Solarpark beteiligen und somit auch finanziell profitieren können. Mießeler: „Ich stelle mir eine einfache Lösung vor, durch die sich die Bürger bereits mit wenig Geld beteiligen können.“ Außerdem wolle man ansässigen Gewerbetreibenden ermöglichen, den Solarparkstrom zu beziehen – das wäre dann der Einstieg in die Direktvermarktung getreu dem Motto „Energie – aus Bergheim für Bergheim“.

Für den Bau des Sonnenkraftwerks auf der 2,8 Hektar großen Fläche waren allein 50 Kilometer Kabel für die Modulverbindungen notwendig, dazu kamen noch 1,2 Kilometer Hauptleitung, wie Kapschefsky von „F&S solar“ informierte. Beim Solarpark Zieverich wird mit einer Laufzeit von mindestens 25 Jahren gerechnet. Die aus deutscher Produktion stammenden Solarmodule samt Anlagentechnik sind danach wiederverwertbar.

Durch den neuen Solarpark können rechnerisch 459 Haushalte mit sauberem Sonnenstrom versorgt werden, wodurch gegenüber herkömmlicher Kohleverstromung jährlich über 1100 Tonnen des klimaschädlichen Kohlendioxids eingespart werden.

epa

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