Acht-Stunden-Veranstaltung gegen das Vergessen

In der Gemünder Galerie „Eifel Kunst“ werden im Vorfeld des bundesweiten Holocaust-Gedenktags Lesungen, Musik und Diskussionen angeboten

In der "Galerie Eifel" in Gemünd wird mit einem großen Programm an den Holocaust gedacht. Symbolbild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa
In der „Galerie Eifel“ in Gemünd wird mit einem großen Veranstaltungsprogramm an den Holocaust gedacht. Symbolbild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa

Schleiden-Gemünd – Am Freitag, 25. Januar, findet in der Galerie „Eifel Kunst“ in Gemünd, Schleidener Straße 1, der „01. Samstag gegen das Vergessen“ statt, der den bundesweiten Gedenktag an die Opfer des Holocaust am 27. Januar einleiten möchte. Eröffnet wird dieser Gedenktag durch den stellvertretenden Bürgermeister der Stadt Schleiden, Klaus Ranglack.

Zwischen 14.30 und 22 Uhr wird aus den Werken der Autoren André Biakowski, Michael Heinzel, Thomas Morio, Heinrich Wolter sowie Andreas Züll gelesen. Weiter zeigt der Filmemacher Dietrich Schubert seinen Film „Nicht verzeichnete Fluchtbewegungen – oder: Wie die Juden in der West-Eifel in die Freiheit kamen“. Musikalisch wird das Programm abgerundet von Walter Löhr.

Für das kulinarische Wohl sorgt der Autor André Biakowski mit einer polnischen Gurkensuppe – einer Zupa Ogórkowa. Der Eintritt ist frei.

Ablauf:

14.30 – 15 Uhr: Eröffnung

Grußwort Stadt Schleiden (Klaus Ranglack) Grußwort Vorsitzender Verein „Eifel Kunst“ (Andreas Züll) Begrüßung Galerieleiterin (Marita Rauchberger) Musik (Walter Löhr)

15 – 15.45 Uhr: 1. Lesung

Michael Heinzel – Bollenien

In seinem Buch beschreibt Michael Heinzel das deutsch-belgische Grenzgebiet und die ungewöhnlichen Grenzverschiebungen resultierend aus den beiden Weltkriegen. Er lässt Zeitzeugen zu Wort kommen und stellt deutlich dar, welche Belastungen in Belgien und Deutschland während der Nachkriegszeit auf den Menschen lasteten.

Diskussion

Musik (Walter Löhr)

15.50 – 16.35 Uhr:       2. Lesung

Heinrich Wolter – Die harten Kriegsjahre eines Kindes

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(Gelesen von Georg Miesen) Heinrich Wolter aus Dreiborn beschreibt in seinem Buch als Zeitzeuge, wie er die Kriegsjahre in der Eifel als Kind erlebt hat.

Diskussion

Musik (Walter Löhr)

16.40 – 17.25 Uhr: 3. Lesung

Andre Biakowski – Obiad mehr als nur Mittagessen

In seinem Buch „Obiad – Mehr als nur Mittagessen“, beschreibt der Autor, wie er 2009/10 in Lodz lebte und als Freiwilliger Überlebende unterschiedlicher Ghettos sowie Konzentrationslager betreute.

Diskussion

Musik (Walter Löhr)

Pause

18 – 19:30 Uhr: Film

Dietrich Schubert – Nicht zu verzeichnende Fluchtbewegungen

In den Jahren 1938/39 fliehen in der West-Eifel viele jüdische Bürger über die belgische Grenze aus dem Deutschland, das seit 1933 jeden Tag stärker ihre Rechte einschränkt und sich ideologisch wie praktisch auf die Ermordung der europäischen Juden vorbereitet. Ihnen helfen auf beiden Seiten der Grenze Menschen der Region. Die einen aus Nächstenliebe, die anderen gegen Geld. Wem die Flucht gelingt, der glaubt sich in Sicherheit und ist es doch nur auf Zeit. Als die Deutschen die Welt in den Krieg treiben, gehört Belgien zu den Ländern, die sie überfallen. Der Film trägt zusammen, was sich heute noch erfahren lässt. Es ist eine Reise durch die Geschichte und durch die heutige Landschaft. Und er zeigt, dass die Rede der vielen Deutschen, man habe angesichts der Gewalt gegen die jüdischen Nachbarn nichts für sie tun können, eine Lüge ist.

Pause mit polnischer Gurkensuppe

20 – 20.45 Uhr: 4. Lesung

Thomas Morio – Elias

(gelesen von Marita Rauchberger)

Im vergangenen Jahr beteiligte Thomas Morio sich am Projektkursus Deutsch/Geschichte mit dem Thema „Auf den Spuren des jüdischen Lebens in der Eifel“. Als Beitrag für diesen Projektkursus verfasste er den Roman „Elias“. Dabei lebte er sich in die Rolle eines jüdischen Jungen ein, der zu Zeiten des NS-Regimes in Gemünd aufwuchs und lebte.

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Diskussion

Musik (Walter Löhr)

20.50 – 21.35 Uhr: 5. Lesung

Andreas Züll – Judenkind

Gegen Ende des Krieges geraten ein jüdisches Ehepaar und ihre kleine Tochter in irgendeiner deutschen Kleinstadt in die Widrigkeiten von Verfolgung, Denunziation und Zivilcourage. Gut und Böse scheinen dabei klar getrennt zu sein. Ein Schauspiel  über das „Hinsehen und Wegsehen“.

Diskussion

Musik (Walter Löhr)

Schlussworte gegen 22 Uhr

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