„E-ifel mobil“ stößt in Berlin auf große Resonanz

Dörfer aus der LEADER-Region stellen ländliches Carsharing auf der „Grünen Woche“ vor – In Freilingen entwickeltes Online-Buchungssystem wurde zwischenzeitlich auch an andere Carsharing-Initiativen in Deutschland vermittelt

Staatssekretär Dr. Robert Kloos (2. v. r.) und der Bundestagsabgeordnete Detlef Seif (2. v. l.) wurden am Messestand von Freilinger Ortsvorsteherin Simone Böhm (Mitte), Landrat Günter Rosenke (rechts) und LEADER-Regionalmanager Alexander Sobotta (links) begrüßt. Bild: LEADER
Staatssekretär Dr. Robert Kloos (2. v. r.) und der Bundestagsabgeordnete Detlef Seif (2. v. l.) wurden am Messestand von Freilinger Ortsvorsteherin Simone Böhm (Mitte), Landrat Günter Rosenke (rechts) und LEADER-Regionalmanager Alexander Sobotta (links) begrüßt. Bild: LAG Eifel

Berlin/Eifel – Carsharing, die geteilte Nutzung von Fahrzeugen, ist mittlerweile fester Bestandteil des im Sinne von Klimaschutz und Ressourcenschonung notwendigen Mobilitätswandels. In den Städten sind entsprechende Anbieter mit einem umfassenden Netz von Stationen etabliert. Im ländlichen Raum sind die Anforderungen an Carsharing-Angebote ungleich anspruchsvoller, weshalb sich kommerzielle Anbieter dort bislang kaum engagieren.

Der Schlüssel zum Carsharing auf dem Land liegt in bürgerschaftlich getragenen Initiativen. Dies ist eine erste wichtige Erkenntnis aus dem Projekt „E-ifel mobil“, welches die beim Naturpark Nordeifel angesiedelte Geschäftsstelle der LEADER-Region Eifel angestoßen hat und seit dem Jahr 2013 mit Akteuren aus Dörfern in den Kreisen Euskirchen und Düren sowie der StädteRegion Aachen umsetzt. Dabei werden systematisch Organisationsformen für die geteilte Fahrzeugnutzung auf dem Land erprobt. Da das Projekt auch dazu dient, Bürger, Verwaltung und Unternehmen für die Möglichkeiten der nachhaltigen, klimafreundlichen Mobilität zu sensibilisieren, werden ausschließlich Elektrofahrzeuge eingesetzt.

Staatssekretär Dr. Robert Kloos (2. v. r.) und der Bundestagsabgeordnete Detlef Seif (2. v. l.) informierten sich am Messestand der Eifel auch über die Einsatzmöglichkeiten eines Lastenpedelecs. BIld: LAG Eifel
Staatssekretär Dr. Robert Kloos (2. v. r.) und der Bundestagsabgeordnete Detlef Seif (2. v. l.) informierten sich am Messestand der Eifel auch über die Einsatzmöglichkeiten eines Lastenpedelecs. Bild: LAG Eifel

Der Weitergabe von Erkenntnissen und Zwischenergebnissen sowie der Austausch mit anderen ländlichen Carsharing-Initiativen kommt besondere Bedeutung zu. Mit diesen Zielen präsentiert sich „E-ifel mobil“ vom 22. bis 26. Januar am Gemeinschaftsstand des Landes Nordrhein-Westfalen in der Mottohalle „Lebens(T)raum Dorf“ auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin. Zehn ehrenamtliche Projektvertreter aus den beteiligten Dörfern hatten in den letzten Monaten eine ansprechende Präsentation vorbereitet. Mit Postern, Broschüren und im persönlichen Gespräch informieren sie am Messestand über die Aktivitäten und demonstrieren zum Beispiel die verschiedenen Online-Buchungsportale. Alle Dörfer stellen sich im Laufe der Messewoche auch im Programm der Agrarsozialen Gesellschaft auf der „Landschau“-Bühne mit Vorträgen und in Talkrunden vor.

Folgender Artikel könnte Sie auch interessieren:
Kreis Euskirchen nutzt moderne Kamera-Drohne

Dass das Projekt mittlerweile auch bundesweit als vorbildlich wahrgenommen wird, zeigte der Besuch von Dr. Robert Kloos, Staatssekretär im Bundeslandwirtschaftsministerium. Der Euskirchener Bundestagsabgeordnete Detlef Seif hatte den Staatssekretär eingeladen, die Aktivitäten in der Eifel kennenzulernen. Gemeinsam informierten sie sich aus erster Hand über die Initiative „E-ifel mobil“.

Am Stand wurden die Gäste vom Euskirchener Landrat Günter Rosenke und LEADER-Regionalmanager Alexander Sobotta begrüßt. Gemeinsam mit den Projektakteuren aus den Eifeldörfern erläuterte Alexander Sobotta die Idee hinter „E-ifel mobil“. Simone Böhm, Ortsvorsteherin von Blankenheim-Freilingen, machte deutlich, dass die geteilte Fahrzeugnutzung auf dem Land durch intakte Dorfgemeinschaften, gemeinsame Aktivtäten und das bestehende Vertrauen begünstig wird. Das von Böhms Sohn Lukas entwickelte Online-Buchungssystem wurde zwischenzeitlich auch an andere Carsharing-Initiativen in Deutschland vermittelt. 

Wie in vielen anderen Mittelgebirgsregionen müssen in der Eifel für den Weg zur Arbeitsstätte, zu Freizeitaktivitäten und zur täglichen Versorgung vergleichsweise weite Distanzen überwunden werden. Der ÖPNV ist zwar gut entwickelt, häufig bietet er aber keine Alternative zur Nutzung des PKW. Wie eine Befragung in der LEADER-Region Eifel ergeben hat, verfügen über 60 % der Haushalte über mindestens zwei Autos.

In Blankenheim-Freilingen, Nideggen-Berg, Hürtgenwald-Gey und Simmerath-Eicherscheid haben sich engagierte Personen zusammengeschlossen, um ein Elektroauto und in einem Fall auch Pedelecs, Fahrräder mit elektrischer Tretunterstützung, gemeinsam zu nutzen. Für den Zeitraum einer mehrmonatigen Testphase stellen der regionale Energiedienstleister Energie Nordeifel (ene) mit Sitz in Kall und EWV Energie- und Wasser-Versorgung Stolberg sowie die Kreisverwaltung Düren die Fahrzeuge zur Verfügung. Während dieser Zeit steht die Entwicklung dauerhaft tragfähiger und auf die Anforderungen des ländlichen Raums zugeschnittener Betriebsmodelle sowie die Gewinnung weiterer Nutzer im Vordergrund. Die Dörfer werden dabei durch die LEADER-Geschäftsstelle unterstützt und begleitet. Die StädteRegion Aachen sowie die Kreise Euskirchen und Düren beteiligen sich im Rahmen ihrer Klimaschutz- und Mobilitätskonzepte sowohl finanziell als auch durch aktive Mitarbeit an dem bis Anfang 2015 angesetzten Projekt.

Kommentar verfassen