Hunderttausende Dokumente aus dem Ersten Weltkrieg jetzt online

Auch Eifeler machen mit: Simon Hellenthal aus Freilingen hat Bilder seiner Familie beigesteuert und kurz darauf bereits die ersten Reaktionen erhalten

Der Freilinger Philipp Hellenthal (rechts) hat in der umfassendsten europäischen Sammlung von Originaldokumenten zum Ersten Weltkrieg seinen festen Platz gefunden. Bild/Repro: Simon Hellenthal
Der Freilinger Philipp Hellenthal (rechts) hat in der umfassendsten europäischen Sammlung von Originaldokumenten zum Ersten Weltkrieg seinen festen Platz gefunden. Bild/Repro: Simon Hellenthal

Europa/Eifel – Ab sofort ist das neue mehrsprachige Webportal „Europeana 1914-1918“ online. Hundertausende von Dokumenten aus der Zeit des Ersten Weltkriegs stehen jedem Interessenten online kostenfrei zur Verfügung.

„Europeana 1914-1918“ ist die umfassendste europäische Sammlung von Originaldokumenten zum Ersten Weltkrieg. Bislang haben Institutionen und Privatpersonen aus 20 europäischen Ländern zu dieser virtuellen Sammlung beigetragen. Seit dem Jahr 2011 wurden Materialien ausgewählt, digitalisiert und online gestellt.

Auch aus der Eifel wurden die ersten Bilder eingestellt. Der Online-Journalist Simon Hellenthal aus Freilingen, der unter anderem für die Seite „Wir in Freilingen“ arbeitet, steuerte Bilder seiner Familie bei.

„Ich habe mich mit meinem Stammbaum beschäftigt und bei der Sichtung der Unterlagen stieß ich auf zwei Familienfotos von Soldaten im Ersten Weltkrieg. Als ich dann in der Zeitung einen Bericht über »Europeana« las, habe ich die entsprechende Internetseite besucht und die Fotos dort eingestellt“, so Hellenthal im Gespräch mit der Eifeler Presse Agentur.

Das eine Bild zeigt Philipp Hellenthal, Simon Hellenthals Urgroßvater väterlicherseits. „Er wurde am 20. November 1886 in Freilingen geboren, war Landwirt, hatte vier Kinder und starb am 30. Januar 1930“, fand Hellenthal heraus.

Auch Anton Bonzelet (XXX) aus Freilingen war im Ersten Weltkrieg Soldat an der Westfront. Sein Ururenkel Simon Hellenthal hat das Bild jetzt zum Bestandteil der „Europeana 1914-1918“ werden lassen. Bild/Repro: Simon Hellenthal
Auch Anton Bonzelet (links, kniend) aus Freilingen war im Ersten Weltkrieg Soldat an der Westfront. Sein Ururenkel Simon Hellenthal hat das Bild jetzt zum Bestandteil der „Europeana 1914-1918“ werden lassen. Bild/Repro: Simon Hellenthal

Das andere Bild unter dem Titel „Deutsche Soldaten an der Westfront“ zeigt seinen Ururgroßvater Anton Bonzelet, der am 5. März.1876 in Freilingen geboren wurde. Simon Hellenthal: „Als junger Mann zog er nach Köln, später arbeitete er in einem Stahlwerk in Westfalen. Eine seiner Töchter, meine Urgroßmutter, lebte aber wieder in Freilingen.“

Dass es sich lohnen kann, bei der „Europeana“ mitzumachen, erfuhr der Freilinger kurz darauf. Denn durch die Veröffentlichung dieser Fotos kam er mit einem ebenfalls Ahnenforschung betreibenden Mitglied der weit verzweigten Bonzelet-Familie in Kontakt. „Wir konnten viele interessante Daten austauschen“, so Hellenthal.

Das Online-Archiv umfasst derzeit 400.000 Dokumente aus zehn Nationalbibliotheken und von zwei weiteren Partnern in acht Ländern, 660 Stunden Filmmaterial aus 21 europäischen Filmarchiven sowie 90.000 persönliche Dokumente und Erinnerungsstücke, die während zahlreicher Aktionstage in bislang zwölf Ländern digitalisiert wurden.

In „Europeana 1914-1918“ sind nicht nur die digitalen Abbildungen von Fotografien zu sehen, sondern auch Landkarten, Tagebücher, Tageszeitungen, Briefe, Zeichnungen, Bücher, Flugblätter, Schützengrabenzeitungen und viele andere Dinge.

Der Freilinger Simon Hellenthal ist Online-Journalist und interessiert sich für Ahnenforschung. Bild: Privat
Der Freilinger Simon Hellenthal ist Online-Journalist und interessiert sich für Ahnenforschung. Bild: Privat

„Mit auf dem Portal veröffentlichten Dokumenten aus Archiven, Bibliotheken, Filmarchiven und von Privatpersonen können neue Zusammenhänge erforscht und noch bisher unbekannte Geschichten jener Zeit erzählt werden“, heißt es in einer Pressemitteilung des Portals.

Lehrer, Historiker, Journalisten, Studenten, Verlage und alle Interessierten sind daher aufgefordert, mit dem angebotenen Material anhand eigener Fragestellungen Neues zu kreieren. In das Webportal sind zwei Beispiele zum Umgang mit den Dokumenten integriert: Die virtuelle Ausstellung „Der Erste Weltkrieg: Orte des Übergangs“ wurde von der Humboldt-Universität zu Berlin entwickelt, eine mehrsprachige e-Learning-Website von der British Library.

Selbstverständlich kann man auch weiterhin Dokumente und Bilder auf das Portal einstellen. Dazu ist direkt auf der Seite eine Upload-Funktion eingerichtet.

www.europeana1914-1918.eu

Eifeler Presse Agentur/epa

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