Amerikanische Fünf-Zentner-Bombe in Patersweiher entschärft

Kampfmittelräumdienst fand den brisanten und noch funktionstüchtigen Sprengkörper bei Sondierungsarbeiten auf dem Gelände des künftigen Bürgerwindparks Schleiden – Zum Nachrichtenvideo dazu hier klicken Videokamera

Markus Schmitz vom Kampfmittelbeseitigungsdienst zeigt die gut erhaltene amerikanische Fünf-Zentner-Bombe in Patersweiher. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa
Markus Schmitz vom Kampfmittelbeseitigungsdienst zeigt die gut erhaltene amerikanische Fünf-Zentner-Bombe in Patersweiher. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa

Schleiden-Patersweiher – „Das ist eine amerikanische Fünf-Zentner-Bombe, die wir hier in etwa ein Meter fünfzig Tiefe gefunden haben“, berichtet Fritz Ramacher vom Kampfmittel- beseitigungsdienst Rheinland der Bezirksregierung Düsseldorf. Zusammen mit seinen Kollegen sondiert er seit sechs Tagen das Gebiet in Patersweiher, auf dem bis Oktober sechs hochmoderne Windenergieanlagen für den Bürgerwindpark Schleiden errichtet werden sollen.

Ramacher präsentiert den gerade erst ausgebauten und dann entschärften Zünder. Während des Ausbauens mussten alle, die nicht zum Kampfmittelräumdienst gehörten, mindestens 300 Meter Abstand halten. Der Bombenexperte zeigt, warum: „Sie sehen, auch nach 70 Jahren ist der Zünder innen nicht korrodiert, sondern noch voll funktionsfähig. Dieser Zünder hier ist die harmlosere Variante, die Amerikaner haben aber auch einen Zünder genutzt, der sehr ähnlich aussieht – und der ist schwieriger zu entschärfen, der geht nach drei, vier Gewindeumdrehungen hoch.“

Auch nach rund 70 Jahren in der Erde hat der Zünder kaum Rost angesetzt, wie Fritz Ramacher vom Kampfmittelbeseitigungsdienst zeigt. Der gefährliche Teil des Zünders ist bereits ausgebaut, wäre aber wohl funktionstüchtig gewesen. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa
Auch nach rund 70 Jahren in der Erde hat der Zünder kaum Rost angesetzt, wie Fritz Ramacher vom Kampfmittelbeseitigungsdienst zeigt. Der gefährliche Teil des Zünders ist bereits ausgebaut, wäre aber wohl funktionstüchtig gewesen. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa

Auf die Frage, worauf man beim Unschädlichmachen der hochexplosiven Funde achten müsse, erklärt Ramacher: „Man muss erst einmal sehr genau wissen, mit was für einer Bombe und welchem Zünder man es zu tun hat. Da diese Bombe sehr gut erhalten ist, war das hier nicht schwer. Dann muss man natürlich sehr vorsichtig zu Werke gehen und genau wissen, was zu tun ist.“

Insgesamt sei das Sondieren des Geländes in Patersweiher aber recht unspektakulär gewesen. „Hier ist nicht viel. Auf den Luftbildern, die wir im Vorfeld immer analysieren, konnten wir ein paar Einschläge erkennen, aber wir werden wahrscheinlich heute, spätestens morgen die Arbeiten abschließen können.“

Das Gelände des künftigen Bürgerwindparks Patersweiher wird vor den eigentlichen Arbeiten sorgfältig auf gefährliche Überreste des Zweiten Weltkriegs untersucht. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa
Das Gelände des künftigen Bürgerwindparks Patersweiher wird vor den eigentlichen Arbeiten sorgfältig auf gefährliche Überreste des Zweiten Weltkriegs untersucht. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa

In besonders heiklen Fällen wird direkt am Fundort gesprengt, wenn möglich, werden die Bomben aber entschärft, abtransportiert und dann unschädlich gemacht. Eckhard Klinkhammer, Projektleiter bei der Projektierungsgesellschaft „KEVER“, die den Bürgerwindpark geplant hat und jetzt realisiert, ist erfreut über die geringe Belastung mit Kampfmitteln in dem Baugebiet: „Wir liegen gut im Zeitplan, die vorbereitenden Arbeiten gehen bestens voran.“ Der Fund zeige aber, wie wichtig gute Planung sei: „Wir gehen mit allen Belangen des Bürgerwindparks sehr umsichtig und vorsichtig um, das ist uns sehr wichtig.“

Sechs Anlagen mit jeweils drei Megawatt Leistung sollen zukünftig in Patersweiher zum Einsatz kommen und mit dem erzeugten Ökostrom rein rechnerisch mehr als 11.000 Haushalte versorgen können. Dadurch werde gegenüber herkömmlicher Kohleverstromung pro Jahr mehr als 28.000 Tonnen des „Klimakillers“ Kohlendioxids eingespart.

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Eifeler Presse Agentur/epa

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