Junge Elektroniker besuchten die Energie Nordeifel

Mit der Abschlussklasse der Elektroniker Betriebstechnik (EBT) des Thomas-Esser-Berufskollegs (TBE) sowie Studenten der Elektrotechnik des Carl-Reuther Berufskollegs aus Hennef trafen die „ene“-Mitarbeiter auf verständnisvolle Experten

Schaltwärter Karl-Heinz Weiler informierte die Nachwuchstechniker über Funktionen und Aufgaben in der Netzwarte. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa
Schaltwärter Karl-Heinz Weiler informierte die Nachwuchstechniker über Funktionen und Aufgaben in der Netzwarte. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa

Kall – Gespräche unter Fachleuten wurden kürzlich bei der Energie Nordeifel („ene“) in Kall geführt. Zu Besuch beim regionalen Energiedienstleister war allerdings kein Expertengremium aus der Energieversorgung, sondern die Abschlussklasse der Elektroniker Betriebstechnik (EBT) des Thomas-Esser-Berufskollegs (TBE) aus Euskirchen. Die bereits in einem Berufsausbildungsverhältnis stehenden jungen Männer – Frauen waren keine dabei – kannten sich entsprechend gut mit Betriebstechnik aus und konnten versierte Fragen stellen, von denen selbst die „ene“-Mitarbeiter zuweilen überrascht waren.

Nach einer kurzen Sicherheitsunterweisung und einer Einführung in die Strukturen des „ene“-Konzerns begaben sich die 21 Schüler und zwei Lehrer in die Werkhallen der Kreis-Energie-Versorgung Schleiden (KEV), wo der stellvertretende Ausbildungsleiter Günther Stein ihnen die Funktionsweise und die Besonderheiten eines Transformators erklärte. Das Interesse des jungen Technikernachwuchses galt vor allem einer Sicherung, die von der Größe her eher an einen Baseballschläger erinnerte.

Bevor das Programm bei der Energie Nordeifel startete, gab Pressesprecherin Kerstin Zimmermann einen Einblick in die Strukturen des ene-Konzerns. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa
Bevor das Programm bei der Energie Nordeifel startete, gab Pressesprecherin Kerstin Zimmermann einen Einblick in die Strukturen des ene-Konzerns. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa

Von dort ging es weiter in die Netzwarte, wo die Schüler von Ausbildungsleiter Harald Brenner, den Teamleitern Jochen Göbel und Karl-Josef Hahn sowie von Schaltwärter Karl-Heinz Weiler erwartet wurden. Weiler erklärte den Schülern, welche Funktionen und Aufgaben die Netzwarte übernimmt, wie man beispielsweise einzelne Windenergieanlagen oder Solarparks „diskriminierungsfrei“ vom Netz nehmen kann, wenn die Netzauslastung erreicht ist, und er simulierte darüber hinaus eine Automatische Wiedereinschaltung des Netzes, nachdem die Stromversorgung durch einen „umstürzenden Baum“ kurzfristig unterbrochen gewesen war.

Die Studenten der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg in Sankt Augustin vor der Umspannanlage. Bild: Karl-Josef Hahn/Energie Nordeifel/ene
Die Studenten der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg in Sankt Augustin vor der Umspannanlage. Bild: Karl-Josef Hahn/Energie Nordeifel/ene

Nach einer kleinen Kaffeepause ging es schließlich weiter zur Umspannanlage in Kall.  Dort wurde die Außenanlage mit ihrem 110/20kV-Transformator in Augenschein genommen, man ließ sich über die Petersen-Spule (E-Spule), einen Sternpunktbildner, die Tonfrequenz-Rundsteuerungs-Anlage (TRA) und die Ankopplung ans 20kV-Netz informieren. Besichtigt wurde darüber hinaus eine 20kV-Schaltanlage,  und die Nachwuchstechniker durften dabei sein, als ein Abgangs-Feld (Pumpe Anstois) frei- und anschließend wieder zugeschaltet wurde. Den Vorgang hatten sie zuvor bereits aus der Perspektive der Netzwarte erlebt, so dass ihnen der Ablauf der Schaltgespräche bereits ein wenig vertraut war. Abschließend wurde noch die Warte in der Umspannanlage Kall besichtigt.

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Ein paar Tage später gab es das komplette Programm noch einmal. Diesmal bekam die „ene“ Besuch von „dualen Studenten“ der Elektrotechnik, EK21, des Carl-Reuther Berufskolleg des Rhein-Sieg Kreises in Hennef. Die Besucher und auch Besucherinnen sind gleichzeitig Studenten der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg in Sankt Augustin. Gemeinsam mit Dirk Bergheim von der KEVER besuchten die jungen Leute auch den „Sun Park“ Kalenberg, um sich über regenerative Stromerzeugung in der Eifel zu informieren. Darüber hinaus stellte Bergheim den derzeit in Patersweiher entstehenden Bürgerwindpark vor, bei dem die KEVER als Projektierungsgesellschaft verantwortlich zeichnet. Beide Einrichtungen bringen die Energie Nordeifel ein großes Stück weiter in ihrem Bemühen, das Versorgungsgebiet bis 2030 rein mit grünem Strom zu versorgen.

Der stellvertretende Ausbildungsleiter Günther Stein reichte die Reste einer zerstörten Sicherung herum, die bei den jungen Männern auf reges Interesse stieß. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa
Der stellvertretende Ausbildungsleiter Günther Stein reichte die Reste einer zerstörten Sicherung herum, die bei den jungen Männern auf reges Interesse stieß. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa

„Uns ist es sehr wichtig, dass sich junge Leute über unsere Arbeit als Energiedienstleister informieren“, berichtete Pressesprecherin Kerstin Zimmermann, die gemeinsam mit ihren Kolleginnen Sarah Kaspar und Angelika Backes die Organisation der Exkursionen übernommen hatte. Zimmermann: „Der demografische Wandel führt dazu, dass Fachkräfte immer mehr zur Mangelware werden, da ist es aus Unternehmersicht sinnvoll, frühzeitig an die jungen Leute heranzutreten und sich ins Bewusstsein zu bringen.“

Mit 14 Auszubildenden bei rund 140 Mitarbeitern gehört die Energie Nordeifel/KEV  nach wie vor zu den wichtigsten Ausbildungsbetrieben in der Region. „Doch auch bei uns gehen die Bewerberzahlen langsam zurück“, so Zimmermann. Aus diesem Grund sei der Besuch der jungen Leute eine gute Gelegenheit, Kontakte zu knüpfen, auch wenn diese bereits in einem Ausbildungsverhältnis stünden. Denn nicht alle würden nach ihrer Ausbildung von ihren Betrieben übernommen.

Eifeler Presse Agentur/epa

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