Gäste aus Burkina Faso besuchten Milchviehbetriebe

Durch den Wegfall der Milch-Quotenregelung in der EU befürchtet Miserior fatale Folgen für bäuerliche Familienbetriebe in dem westafrikanischem Land

Besuch auf dem Bergfelder Hof Niederbettingen: Austausch der Gäste aus Burkina Faso mit dem Landwirt René Blum (r.). Bild: Andreas Paul
Besuch auf dem Bergfelder Hof Niederbettingen: Austausch der Gäste aus Burkina Faso mit dem Landwirt René Blum (r.). Bild: Andreas Paul

Hillesheimer Land – „Wir haben zwei intensive und interessante Tage mit Besuchern aus Burkina Faso und zwei Referenten von Misereor verbracht“, berichtete jetzt Pfarrer Andreas Paul von der Pfarreiengemeinschaft Hillesheimer Land. Die Gäste Ibrahim Diallo, Präsident der Kleinmolkereien Burkinas und Rene Millogo, Leiter eines von Misereor finanzierten Pastoralistenprogramms, sahen sich dabei landwirtschaftliche Betriebe der Region an.

Hintergrund des Besuchs sind die Bemühungen in Burkina Faso, laut Human Development Index (HDI) eines der ärmsten Länder der Welt, die eigene Landwirtschaft zu optimieren. Wie Ralph Allgaier, Pressesprecher von Miserior, sagt, ist durch die geplante Auflösung der Milch-Quotenregelung in der EU 2015 ein vermehrter Export von Milch und Milchprodukten auch nach Burkina Faso zu befürchten: „Dieses wird zu einer Ausbremsung der lokalen Produktion führen mit fatalen sozio-ökonomischen Auswirkungen für Nomaden und bäuerliche Familienbetriebe.“

Dabei hätten die Bauern in dem westafrikanischen Land gezeigt, dass sie selbst erforderliche Mengen produzieren könnten, so Allgaier: „Seit 2001 beispielsweise ist Burkina Faso Eigenversorger bei Fleisch und Getreideprodukten.“ Neben Besuchen von Milchviehbetrieben wurde auch über gemeinsame Probleme von Erzeugern aus Industrie- und Entwicklungsorganisationen diskutiert.

Bei dem Besuch im Hillesheimer Land verbrachten die Gäste aus Afrika auch einen gemeinsamen Abend mit Landwirten aus der Pfarreiengemeinschaft in der Alten Schmiede in Bolsdorf. Pfarrer Paul: „Das war ein Gewinn für alle: Sprechen miteinander und nicht übereinander und ein fruchtbarer Austausch über Kontinente und Kulturen hinweg!“

Eifeler Presse Agentur/epa

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