Über 1.800 bedrohte Tier- und Pflanzenarten im Nationalpark

Allein unter den 1.340 bisher gefundenen Pilzarten seien 22 Neufunde für die Eifel oder NRW und 106 hochgradig seltene, als verschollen geglaubte oder vom Aussterben bedrohte Arten

Auch die Mauereidechse genießt den strengen Schutz der Europäischen Union. Bild: A. Pardey/NP
Auch die Mauereidechse genießt den strengen Schutz der Europäischen Union. Bild: A. Pardey/NP

Schleiden-Gemünd – Zum „Internationalen Tag der biologischen Vielfalt“ weist der Nationalpark Eifel auf seine über 1.800 bedrohten Tier- und Pflanzenarten unter den bisher bekannten 7.850 Arten hin, die in dem Großschutzgebiet einen Lebensraum gefunden haben.

Nicht nur Wildkatze, Biber, viele Fledermausarten, Mauereidechse oder Schlingnatter zählen nach Bundesnaturschutzgesetz zu den besonders streng geschützten Arten im Nationalpark und genießen den Schutz durch die Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH) der Europäischen Union. Auch die Biotope, die sie besiedeln, sind Gegenstand der FFH-Richtlinie. Diese Buchen-, Auen-, Moor- und Schluchtwälder, Bäche, Tümpel, kleinen Moore, Felsen und artenreiche Wiesen sind an vielen Stellen im Nationalpark zu finden.

Der Blauschillernde Feuerfalter gehört zu den gemäß der FFH-Richtlinie zu schützenden Arten im Nationalpark Eifel. Bild: A. Pardey/NP
Der Blauschillernde Feuerfalter gehört zu den gemäß der FFH-Richtlinie zu schützenden Arten im Nationalpark Eifel. Bild: A. Pardey/NP

„Zehn Jahre intensiver Untersuchungen der Tier- und Pflanzenwelt konnten deutlich machen, dass der Nationalpark Eifel ein Refugium zahlreicher, auch hochgradig gefährdeter und seltener Arten ist“, so der Nationalpark in einer Pressemitteilung.

Allein unter den 1.340 bisher gefundenen Pilzarten seien 22 Neufunde für die Eifel oder Nordrhein-Westfalen und 106 hochgradig seltene, als verschollen geglaubte oder vom Aussterben bedrohte Arten.

Die für die nächsten Jahre geplanten Forschungsaktivitäten ließen weitere interessante Funde erwarten. So habe man bei Stichproben an der Urfttalsperre drei für die Eifel seltene Schneckenarten festgestellt, darunter die auf der Roten Liste Deutschlands als gefährdet eingestufte Quell-Blasenschnecke. Die Funde belegten, dass die Urfttalsperre auch für andere Gewässerarten als dem bekannten Kormoran oder verschiedenen Amphibien- und Fischarten Lebensräume biete.

Ebenfalls selten geworden: die Schlingnatter. Bild: A.Pardey/NP
Ebenfalls selten geworden: die Schlingnatter. Bild: A.Pardey/NP

Weitere Arten würden bei den zukünftigen Untersuchungen bisher unzureichend erfasster Artengruppen der Pilze, Käfer, Schmetterlinge oder Fliegen erwartet. „Neue Erkenntnisse werden auch Forschungen im Rahmen des bundesweiten Verbundprojektes »Edaphobase« bringen, das sich mit den in Böden lebenden Tieren beschäftigt“, so der Nationalpark weiter. Im Nationalparkgebiet würden dazu seit diesem Jahr drei Fichten-, drei Buchen- und drei wärmeliebende Trauben-Eichenwälder untersucht. Das Projekt, an dem unter anderem die RWTH Aachen und das Aachener Institut gaiac beteiligt seien, habe den Aufbau einer Datenbank zu Bodenorganismen unterschiedlicher Lebensräume zum Ziel. „Dabei werden Regenwürmer, Kleinringelwürmer, Fadenwürmer, Hornmilben, Raubmilben, Springschwänze , Hundertfüßer und Doppelfüßer erfasst“, heißt es weiter in der Pressemitteilung.

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Einen umfassenden Überblick über die Forschertätigkeiten im Nationalpark Eifel der vergangenen zehn Jahre erhalten Interessierte in der öffentlichen Vortragsveranstaltung anlässlich des zehnjährigen Bestehens am Samstag, 30. August von 10 bis 17.30 Uhr im kleinen Kursaal im Kurhaus in Schleiden-Gemünd. Die verschiedenen reich bebilderten Beiträge erläutern auch für nicht fachlich versierte Teilnehmer die biologische Vielfalt der Pflanzen-, Pilz- und Tierwelt. Der Eintritt ist frei.

(epa)

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