Der Faszination der Nähmaschine erlegen

Maryanne Becker liest am Samstag, 21. Juni, 19 Uhr, in der Galerie Eifel Kunst, Schleidener Straße 1, in Gemünd aus ihrem Roman „Die Flickschneiderin“

Maryanne Becker liest in der Galerie Eifel Kunst aus ihrem Roman "Die Flickschneiderin".
Maryanne Becker liest in der Galerie Eifel Kunst aus ihrem Roman „Die Flickschneiderin“.

Schleiden-Gemünd – Schwerpunkt der literarischen Arbeit der in Berlin lebenden Autorin mit ostbelgischen Wurzeln ist die wechselvolle Geschichte des Landstrichs, der in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts mehrfach zwischen dem ehemaligen Deutschen Reich und Belgien hin- und hergeschoben wurde. Die Autorin widmet sich den sogenannten kleinen Leuten, den Menschen, die jenseits der großen Politik sehen müssen, wie sie zurechtkommen.

„Die Flickschneiderin“ umfasst den Zeitraum von Beginn des Ersten bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs. Die Mutter, früh verwitwet muss ihre fünf Töchter mit Flickarbeiten durchbringen, in jenem Dorf, das nur durch die Neutralstraße von Belgien getrennt ist. Dort, wo der westlichste Bahnhof des Deutschen Reichs 1914 Soldaten und Material ausspuckt und hinaus ins Elend schickt.

Anna, die Jüngste, erliegt der Faszination der Nähmaschine, deren Rattern von früh bis spät die Wohnküche erfüllt. Noch nicht volljährig, kommt sie als Flickschneiderin in einen jüdischen Haushalt in der Eifel, wo sie einem Verwandten der Familie aus Berlin begegnet. Das Schicksal nimmt seinen Lauf: Die kleine belgische Flickschneiderin und der Sohn jüdischer Geschäftsleute aus Berlin verlieben sich. Die Nürnberger Rassegesetze zwingen Anna zurück nach Hause. Sie muss sich den Gegebenheiten anpassen und behält das Geheimnis ihrer Zeit in der Eifel für sich.

Mit dem Einmarsch der Amerikaner kommt die Wahrheit ans Licht – eine ebenso bittere wie befreiende Wahrheit.
Maryanne Becker hat zwei weitere Romane geschrieben, die im deutsch-belgischen Grenzland handeln: „Grenzlandfrau“ (2010) und „Fräulein Engel“ (2011) – alle drei Romane sind im Grenzecho-Verlag, Eupen erschienen.

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Der Eintritt zur Lesung ist frei.

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