Stipplers Gesamtsiegertraum zerplatzte kurz nach Rennbeginn

Von Reiner Züll Der Audi R8 LMS ultra wurde nach einem schweren Unfall zerstört

Der Start ist freigegeben, die 170 Autos gehen auf die 24-stündige Jagd durch die Grüne Hölle. (Foto: Reiner Züll)
Der Start ist freigegeben, die 170 Autos gehen auf die 24-stündige Jagd durch die Grüne Hölle. (Foto: Reiner Züll)

Nürburgring – Das große Rennen über die Zeit von 24 Stunden am Nürburgring war am Samstagnachmittag noch nicht gestartet, da präsentierte der Audi-Rennstall vor den voll besetzten Tribünen bereits ein aktuelles 24-Stunden-Siegerfahrzeug. Es war der einsitzige Rennwagen, mit dem Audi-Motorsport am vorigen Wochenende das 24-Stunden-Rennen in Le Mans gewonnen hatte.

Da war Frank Stippler (rechts) beim Gespräch mit Felix Baumgartner noch guter Laune. Doch ehe er ins Rennen eingreifen konnte, hatte Teamkollege Marc Basseng den Audi auf der Döttinger Höhe zerlegt. (Foto: Reiner Züll)
Da war Frank Stippler (rechts) beim Gespräch mit Felix Baumgartner noch guter Laune. Doch ehe er ins Rennen eingreifen konnte, hatte Teamkollege Marc Basseng den Audi auf der Döttinger Höhe zerlegt. (Foto: Reiner Züll)

Weniger Grund zur Freude hatte das Phoenix-Audi-Team, für das der Iversheimer Frank Stippler mit am Start war. Schon 80 Minuten nach dem Start verunglückte der R8 LMS ultra auf der schnellen Passage in der Hohenrain-Schikane am Ende der Döttinger Höhe, als der Audi sich querstellte, dreimal in die Leitplanken einschlug und zerstört wurde. Auslaufendes Öl, Trümmer auf der Strecke und zerstörte Leitplanken sorgten für eine längere Doppel-Gelb-Phase im Bereich der Unfallstelle.

Gummibärchen-Botschafter Thomas Gottschalk war in der Startaufstellung ein viel gefragter Showmaster. (Foto: Reiner Züll)
Gummibärchen-Botschafter Thomas Gottschalk war in der Startaufstellung ein viel gefragter Showmaster. (Foto: Reiner Züll)

Beim Unfall hatte Stipplers Teamkollege Marc Basseng am Steuer gesessen. Basseng erlitt leichte Verletzungen und wurde vorsichtshalber zur Untersuchung ins Medical Center gebracht. Das Fahrzeug wurde jedoch so stark zerstört, dass an eine Reparatur in der Nacht nicht zu denken war. Die Gesamtsiegerträume von Frank Stippler, Marc Basseng, Marcell Fässler und Laurens Vanthoor zerplatzten somit schon zu Beginn des Rennmarathons.

Mit dem Audi (Nr. 3) geht Stipplers Teamkollege Marc Basseng ins Rennen. Eine Stunde wird das Fahrzeug nach einem Unfall zerstört. (Foto: Reiner Züll)
Mit dem Audi (Nr. 3) geht Stipplers Teamkollege Marc Basseng ins Rennen. Eine Stunde wird das Fahrzeug nach einem Unfall zerstört. (Foto: Reiner Züll)

Besser lief es zum Rennbeginn beim zweiten Phoenix-Audi, der mit Christian Mamerow das Qualifying am Vortag mit dem dritten Platz beendet hatte. Nach den ersten zehn Runden lag der Audi weiterhin auf Platz drei.

Der McLaren von Dörr-Motorsport, der am Vortag die Poleposition herausgefahren hatte, behauptete die Führung auch in den ersten Rennrunden und hatte nach knapp zwei Stunden bereits eine Runde Vorsprung auf die Verfolger. Regengüsse, die im vergangenen Jahr zu stundenlangen Rennunterbrechungen führten, waren dieses Jahr nicht zu erwarten.

Bei strahlendem Sonnenschein waren alle Tribünen im Bereich der Grand-Prix-Strecke bis auf den letzten Platz besetzt. (Foto: Reiner Züll)
Bei strahlendem Sonnenschein waren alle Tribünen im Bereich der Grand-Prix-Strecke bis auf den letzten Platz besetzt. (Foto: Reiner Züll)

Schon am Vormittag hatte das 24-Stunden-Rennen auf der zum Nürburgring führenden B 258 in beiden Fahrtrichtungen zu kilometerlangen Staus geführt.  Die Tribünen rund um den Grand-Prix-Kurs waren bis auf die letzten Plätze besetzt.

Bei der Startaufstellung knubbelten sich die Fans, die für 45 Minuten die Teams und Fahrer hautnah erleben konnten. Showmaster Thomas Gottschalk, der beim Haribo-Rennteam zu Gast war, war vor dem Start von Menschenmassen umringt. Ebenso auch der Audi-Renn-Newcomer Felix Baumgartner, der sich nach seinem spektakulären, von Red Bull inszenierten Stratosphärensprung eine neue Herausforderung gesucht hat.

Audi-Motorsport präsentierte vor dem 24-Stunden-Marathon am Nürburgring das Siegerauto, das vorige  Woche das 24-Stunden-Rennen in Le Mans gewonnen hatte. (Foto: Reiner Züll)
Audi-Motorsport präsentierte vor dem 24-Stunden-Marathon am Nürburgring das Siegerauto, das vorige Woche das 24-Stunden-Rennen in Le Mans gewonnen hatte. (Foto: Reiner Züll)

Eine Motorrad-Stuntgruppe von Red Bull sorgte auch am Nürburgring vor dem Start zum großen Rennen für Nervenkitzel. Drei Moto-Cross-Fahrer zeigten vor der großen Zuschauerkulisse waghalsige Luftsprünge.

Bei Einbruch der Dunkelheit bereiteten sich die Teams auf die lange Nacht vor, in der alles andere als an Schlafen zu denken war. Entsprechend viele müde Augen waren am Morgen zu beobachten.
Ein Trostpflaster für den Verlust des Audi R 8 mit der Startnummer 3 war für Phoenix-Chef Ernst Moser die Tatsache, dass das Schwesternauto mit der Mannschaft Christopher Haase, Christian Mamerow, Rene Rast und Markus Winkelhock ganz vorne mitfuhr und am Sonntagmittag in Führung lag.

Unser Mann am Ring, Reiner Züll (links), beim Interview mit Himmelsspringer Felix Baumgartner. Bild: Patrick Züll
Unser Mann am Ring, Reiner Züll (links), beim Interview mit Himmelsspringer Felix Baumgartner. Bild: Patrick Züll

Und auch Felix Baumgartner im Audi R8 der Audi race experimence schlug sich in der Nacht mit seinen Profi-Teamgefährten Marco Werner, Frank Biela und Pierre Kaffer beachtlich. Der rote Audi mit der Startnummer 502 lag am Mittag nach 129 absolvierten Runden auf dem elften Gesamtplatz.

 

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