Jerome hat seinen Kampf verloren

Von Reiner Züll – Vierjähriger erlag trotz Stammzellentransplantation der Leukämie – Hilfsgruppe Eifel hatte für den Jungen Typisierungsaktion organisiert

Die Hilfsbereitschaft für Jerome bei der Typisierungsaktion war groß: Über 1000 Eifeler ließen sich testen. Foto: Reiner Züll
Die Hilfsbereitschaft für Jerome bei der Typisierungsaktion war groß: Über 1000 Eifeler ließen sich testen. Foto: Reiner Züll

Kall/Euskirchen – Bestürzung herrscht bei der Hilfsgruppe Eifel, nachdem sie die Nachricht bekommen hat, dass der kleine an Leukämie erkrankte Jerome aus Euskirchen den Kampf gegen den Krebs verloren hat und am Montagabend verstorben ist. Das Kind wurde nur vier Jahre alt.

Das Schicksal des an Blutkrebs erkrankten Jungen hatte im Herbst letzten Jahres die Menschen im Kreis Euskirchen bewegt, nachdem die Hilfsgruppe Eifel und die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS) zu einer Typisierungsaktion für den kleinen Jerome aufgerufen hatte.

Auch Landrat Günter Rosenke hatte persönlich die Werbetrommel gerührt und die Schirmherrschaft über die Aktion übernommen. Die Resonanz und die Spendenbereitschaft der Eifeler war groß: 1122 Menschen aus dem Kreis Euskirchen waren am 13. Oktober vergangenen Jahres in die Euskirchener Marienschule gekommen, um sich einem Bluttest zu unterziehen. Sie alle wollten Jerome helfen, falls sie nach dem Bluttest als Stammzellenspender in Frage gekommen wären.

Relativ schnell wurde in der weltweiten Datei ein Spender für Jerome gefunden, so dass die Transplantation kurz vor Weihnachten erfolgen konnte. Ein 33-jähriger Mann hatte die passenden Stammzellen gespendet. Wochen später befand sich der kleine Patient auf dem Weg der Besserung. Die Freude bei den Angehörigen und bei der Hilfsgruppe war groß und auch die Menschen im Kreis Euskirchen drückten Jerome die Daumen.

Doch kam im März erreichte die Hilfsgruppe die Hiobsbotschaft, dass der inzwischen Vierjährige einen Rückfall erlitten hatte. Die ganze Prozedur musste wiederholt werden, doch der Junge erholte sich nicht mehr. Er verlor den Kampf gegen die heimtückische Krankheit.

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Auch Landrat Günter Rosenke zeigte sich gestern bestürzt: Seine Freude, dass die Typisierungsaktion positiv verlaufen war und die anschließende Behandlung von Jerome zunächst erfolgversprechend durchgeführt wurde, sei im Keim erstickt worden, als er erfahren habe, dass sich Komplikationen anbahnten. Seitdem hätten wohl viele Menschen mit ihm die Daumen für den kleinen Jerome gedrückt. „Die heimtückische Krankheit hat ihm die Kraft genommen. Ich bin erschüttert und sehr traurig über die Nachricht vom Tod Jerome’s und spreche den Angehörigen mein tiefes Mitgefühl aus“, übermittelte Rosenke am Mittwochvormittag der Hilfsgruppe Eifel.

 

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