Priester rannte 30 Runden in Rot

Beim Sponsorenlauf am St. Angela Gymnasium ließ Schulseelsorger Pater Joachim Richter die meisten Schüler hinter sich – Gesponsert von der Kreissparkasse Euskirchen erlief der 48-Jährige 600 Euro für neue Sportgeräte

An der Stempelstation zum Kontrollieren der Rundenzahl spornten Laura Wiskirchen und Christina Virnich den „Rasenden Pater“ lautstark an. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa
An der Stempelstation zum Kontrollieren der Rundenzahl spornten Laura Wiskirchen und Christina Virnich den „Rasenden Pater“ lautstark an. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa

Bad Münstereifel – Statt in den Klassenräumen über Mathe- oder Deutscharbeiten zu schwitzen, konnten die Schüler des St. Angela Gymnasiums in Bad Münstereifel am vergangenen Mittwoch den Kreislauf an der frischen Luft in Schwung bringen: Zum ersten Mal hatte das Kollegium einen Sponsorenlauf rund um das erzbischöfliche Gymnasium mit einem Abstecher auf den schuleigenen Sportplatz veranstaltet. Von dem „erlaufenen“ Erlös sollen Fußballtore und eine Kletteranlage für den Pausenbereich angeschafft werden.

„Viele Schüler sind sehr motiviert, gerade auch aus der fünften Jahrgangsstufe“, berichtete Winfried Grunewald, stellvertretender Schulleiter. Da nicht alle der insgesamt 750 Schüler und Schülerinnen auf dem 650 Meter langem Parcours gleichzeitig unterwegs sein konnten, hatten die Lehrer den Lauf gleich zu einem Sportfest erweitert: Wer nicht lief, konnte sich in der Turnhalle oder dem Hof bei verschiedensten Sportarten oder mit Sport- und Geschicklichkeitsgeräten von Jonglierkeulen über Waveboards bis zum „Menschen-Kicker“ auslassen.

Der Lohn für die Mühe: Im Beisein von Winfried Grunewald (v.l.), stellvertretender Schulleiter, erhielt Pater Joachim von Laura Wiskirchen und Christina Virnich, Kreissparkasse Euskirchen, einen Scheck über 600 Euro. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa
Der Lohn für die Mühe: Im Beisein von Winfried Grunewald (v.l.), stellvertretender Schulleiter, erhielt Pater Joachim von Laura Wiskirchen und Christina Virnich, Kreissparkasse Euskirchen, einen Scheck über 600 Euro. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa

Weiter motiviert wurden die Schüler nicht nur durch anspornende Lehrer und Schüler am Rand der Rennstrecke und durch aufpeitschende Musik, sondern auch durch den Schulseelsorger Pater Joachim Richter. Der sorgte als rasender Pater im roten Shirt für Furore: Der 48 Jahre alte Priester drehte im Trikot der Kreissparkasse Euskirchen gleich 30 Runden, die von der Bank mit je 20 Euro honoriert wurden. Staunend beobachteten Laura Wiskirchen und Christina Virnich, beides Auszubildende der Kreissparkasse, wie der Geistliche für den guten Zweck Runde um Runde zog.

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Laura Wiskirchen: „Ich habe selbst auf dem Angela mein Abitur gemacht und kenne Pater Joachim gut. Dass er sportlich ist, wusste ich, aber von dieser Leistung bin ich beeindruckt.“ Zusammen mit sechs weiteren Auszubildenden führen Virnich und Wiskirchen gerade für vier Wochen die Bad Münstereifeler Geschäftsstelle in Eigenregie, legen sich mit Aktionen wie Vorträgen in Schulen zu Finanzwesen und Ausbildungen in Kreditinstituten ins Zeug und haben deshalb auch gerne den Sponsorenlauf unterstützt, an dessen Ende sie Pater Joachim dann einen Scheck über 600 Euro überreichen konnten.

An der Stempelstation: Pater Joachim (v.l.) wird am Ende 30 Stempel an Laura Wiskirchen und Christina Virnich vorweisen können. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa
An der Stempelstation: Pater Joachim (v.l.) wird am Ende 30 Stempel an Laura Wiskirchen und Christina Virnich vorweisen können. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa

Dafür gab der Pater alles: „Die letzten Runden waren schon hart, da bekam ich langsam Krämpfe, wohl auch durch das warme Wetter“, berichtete er nach dem Rennen. Er hatte aber dennoch Zeit, die mehr als 30 Jahre jüngeren Schüler mit markigen Sprüchen wie: „Ist das der Seniorenclub?“ anzustacheln. Tatsächlich konnte kein Schüler den rasenden Pater übertreffen, lediglich Johanna Küpper und Leon Gepphart, beide Stufe EF (früher 10. Klasse), zogen mit ebenfalls 30 Runden gleich.

Beste Klasse wurde die 7b mit durchschnittlich 18,64 Runden pro Pennäler, aber auch über einige jüngere Schüler war Winfried Grunewald hoch erfreut: „Da sind mehrere Fünftklässler 25 und einer sogar 27 Runden gelaufen, einfach toll.“ Das Sportfest habe nicht nur einen praktischen Nutzen durch die Finanzspritze in Zeiten knapper Kassen, sondern auch einen gesundheitlichen Aspekt, wie der Vize-Direx sagte: „Die Sportlehrer beklagen zunehmenden Bewegungsmangel bei den Schüler. Wie man sieht, kann so ein Lauf da viel anstoßen.“

Eifeler Presse Agentur/epa

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