Reinhold Müller zum Ehrenbürgermeister ernannt

Zahlreiche Menschen kamen zur Verabschiedung des beliebten Dahlemer Verwaltungschefs

Reinhold Müller (links), hier mit seiner Frau Mechthild, wurde laut Ratsbeschluss vom neuen Bürgermeister Jan Lembach zum Ehrenbürgermeister ernannt und erhielt den Ehrenteller der Gemeinde Dahlem. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa
Reinhold Müller (links), hier mit seiner Frau Mechthild, wurde laut Ratsbeschluss vom neuen Bürgermeister Jan Lembach zum Ehrenbürgermeister ernannt und erhielt den Wappenteller der Gemeinde Dahlem. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa

Dahlem-Schmidtheim – „Ich bin noch etwas sprachlos, das war schon starker Tobak“, sagte Reinhold Müller, langjähriger Bürgermeister der Gemeinde Dahlem, als er am Donnerstagnachmittag in einer Feierstunde im Schmidtheimer Bürgerhaus in den Ruhestand verabschiedet wurde.

Vorausgegangen war seiner Sprachlosigkeit eine längere Laudatio des Dahlemer CDU-Kreistagsmitglieds und engen Vertrauten, Johannes Mertens, sowie seine Ernennung zum Ehrenbürgermeister der Gemeinde Dahlem durch den neuen Bürgermeister Jan Lembach.

30 Jahre lang lenkte Müller die Geschicke der von den Einwohnerzahlen her kleinsten dafür jedoch waldreichsten Kommune in NRW. 15 Jahre lang war er ehrenamtlich im Einsatz, bevor er als gelernter Architekt und Städteplaner das Amt des Bürgermeisters hauptamtlich übernahm.

„Verwaltung ist nie meine Stärke gewesen“, zeigte er sich bescheiden. „Aber ich hatte dafür immer eine tolle Mannschaft, auf die ich mich verlassen konnte. Müller verglich die Gemeinde mit einem Uhrwerk, in dem jedes Rädchen wichtig sei. „Wenn eines seinen Dienst nicht richtig versieht, dann geht die Uhr nach oder bleibt sogar stehen“, so Müller.

Besonders bedankte sich Müller bei seinem Allgemeinen Vertreter Helmut Etten. „Er war für mich all die Jahre eine große Stütze. Auf seine Solidarität und Integrität, aber auch auf seine Beratung und Unterstützung konnte ich mich stets verlassen.“ Etten sei ein „absoluter Spezialist in Verwaltungsdingen“.

30 Jahre lang lenkte er die Geschicke der Gemeinde Dahlem. Jetzt verabschiedete sich Reinhold Müller vom Bürgermeisteramt. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa
30 Jahre lang lenkte er die Geschicke der Gemeinde Dahlem. Jetzt verabschiedete sich Reinhold Müller, der weit über die Region hinaus viel Sympathie genießt, vom Amt des Bürgermeisters. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa

Der zweite große Dank ging an seine Sekretärin Petra Schneider-Arendt. „Auch Bürgermeister sind nicht immer gut gelaunt, und so musste sie oft als Blitzableiter herhalten“, so Müller, der besonders das Organisationstalent seiner Sekretärin lobte. „Wenn sie sagte: Lass mich mal machen!, dann wusste ich, alles wird funktionieren.“ Die Gäste konnten sich an diesem Abend selbst ein Bild vom Organisationstalent Schneider-Arendts machen, denn natürlich hatte sie auch die Abschiedsfeier vorbereitet.

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Nicht zuletzt aber bedankte sich Müller bei seiner Frau Mechthild, die seine „Eskapaden als Bürgermeister“ all die Jahre ertragen habe. „Wenn man als Bürgermeister eine Frau hat, die eine solche Arbeit nicht toleriert, dann ist man spätestens nach drei Jahren geschieden“, so Müller.

Reinhold Müller gilt als Vollzeit-Bürgermeister. Er ist in den über 1500 Wochen seiner Amtszeit fast allen Einladungen von Vereinen und Verbänden gefolgt, und selbst am Sonntag war er stets für seine Bürger da.

Doch Müller war und ist nicht nur in seiner Gemeinde ein beliebter Zeitgenosse, auch weit darüber hinaus schätzt man seine Freundlichkeit. „Immer, wenn der lange bärtige Bürgermeister in der Nähe war, fühlte man sich in guter Gesellschaft“, erinnerte sich der neue Bürgermeister Dahlems, Jan Lembach, an zahlreiche dienstliche Treffen mit Reinhold Müller als er – Lembach – noch Geschäftsführer des Naturparks Nordeifel war.

„Wenn der Bürgermeister seine Pflicht tut, dann werden kaum vier Leute ihn mögen“, zitierte Johannes Mertens einen Ausspruch von Martin Luther. Für Reinhold Müller trifft dies offensichtlich aber nicht zu. Zu seiner Verabschiedung waren zahlreiche Politiker und Honoratioren aus dem ganzen Kreis gekommen. Neben Landrat Günter Rosenke und vielen Bürgermeistern ließen es sich auch die Ratsmitglieder und politischen Weggefährten nicht nehmen, den Verwaltungschef für den Ruhestand viel Glück zu wünschen.

Im Rat sei man all die Jahre über sicherlich nicht immer einer Meinung gewesen, „aber wir sind stets menschlich miteinander umgegangen und haben die Dinge sachlich diskutiert“, betonte Reinhold Müller, der aber auch zugab, dass es für ihn immer recht komfortabel gewesen sei, eine Mehrheit im Rücken zu haben. „Seine Wahlergebnisse waren legendär und würden manchem Bayern die Schamesröte ins Gesicht treiben“, bestätigte Johannes Mertens in seiner Laudatio.

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Besonders ausgezeichnet habe den scheidenden Bürgermeister aber sein Einsatz für die Kinder in der Kommune. „Optimale Betreuungsverhältnisse in der Gemeinde Dahlem zu schaffen, war ihm immer ein zentrales Anliegen“, so Mertens. Dass der Bürgermeister auch bei den Kindern beliebt ist, konnte man vor einigen Wochen erleben, als 170 Kinder zu seinem Haus pilgerten, um ihrem Bürgermeister ein Ständchen zu bringen. Auch Müller betonte, dass er die schönsten Erlebnisse seiner Amtszeit immer in Schulen und Kindergärten gehabt habe.

Feierlich umrahmt wurde die Verabschiedung durch die Kleine Cantorei Dahlem unter der Leitung von Friedbert Ströder, in der der ehemalige Bürgermeister Reinhold Müller – anders als im Rat – auch weiterhin Sitz und Stimme behalten wird.

Eifeler Presse Agentur/epa

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