Es geht um das Überleben einer Art

Gemeinsam wollen das Land NRW, der Kreis Euskirchen, die Biologischen Station im Kreis Euskirchen und die Stadt Zülpich zusammen mit Landwirten und der Bevölkerung eine überlebensfähige Wildpopulation der Feldhamster südlich von Zülpich erhalten

Neue Schilder im Hamstergebiet bitten die Hundehalter, ihre Vierbeiner angeleint zu lassen, um so die wilden Feldhamster zu schützen. Bild: Kreis Euskirchen
Neue Schilder im Hamstergebiet bitten die Hundehalter, ihre Vierbeiner angeleint zu lassen, um so die wilden Feldhamster zu schützen. Bild: Kreis Euskirchen

Zülpich – Die Stadt Zülpich und der Kreis Euskirchen haben gemeinsam an sechs Standorten Hinweisschilder zwischen dem südöstlichen Stadtrand von Zülpich und der Ortslage Nemmenich aufgestellt. Hiermit soll die Bevölkerung auf die Problematik von nicht angeleinten Hunden auf die stark bedrohte Population des Feldhamsters aufmerksam gemacht werden.

In NRW sind die Feldhamsterbestände seit den 1970er Jahren stark zurückgegangen. Der Feldhamster ist nach der Roten Liste NRW aktuell „vom Aussterben bedroht“.

Das Hauptverbreitungsgebiet ist die offene weiträumige Bördelandschaft in der Kölner Bucht westlich des Rheins. Bis vor einigen Jahren waren in NRW drei nennenswerte Populationen bekannt (Rommerskirchen, Pulheim und Zülpich). Die Populationen bei Rommerskirchen (ursprünglich die größte in NRW) und bei Pulheim sind aktuell unter der Nachweisgrenze. Entlang der niederländischen Grenze gibt es ferner noch Einzelnachweise.

„Die Feldhamsterpopulation in Nordrhein-Westfalen ist aktuell in einem schlechten Erhaltungszustand“, heißt es in einer Pressemitteilung des Kreises Euskirchen. Das aktuell einzige noch bekannte Vorkommen in NRW befinde sich südlich von Zülpich. Die Anzahl der Feldhamsterbaue habe sich hier jedoch von 2010 bis 2013 etwa halbiert und die Frühjahrkartierung 2014 sei stark rückläufig.

„Diese Feldhamsterpopulation wird seit 2003 im Artenhilfsprogramm Feldhamster NRW und durch die Biologische Station im Kreis Euskirchen auf etwa 180 Hektar erfasst (Zählung der Baue). In diesem Bereich werden über das Kulturlandschaftsprogramm insgesamt im Mittel ca. 40 Hektar »hamsterfreundlich« bewirtschaftet“, so der Kreis weiter. Doch sei diese Zahl rückläufig.

Eine Gefahr gehe für den Feldhamster aber auch von freilaufenden Hunden und Hauskatzen aus. Diese lösten nicht nur Fluchtreflexe aus, sondern könnten Wildtiere schwer verletzen, fangen oder töten. „Bei einer so seltenen Art wie dem Feldhamster ist der Verlust eines jeden Einzeltieres bedeutsam und eine Bedrohung für die Art“, heißt es weiter.

Hundehalter könnten daher aktiv zum Erhalt des Feldhamsters beitragen, indem sie ihre Hunde nicht frei laufen ließen. Auch Katzenhalter könnten, indem sie ihre Katzen zu den Hauptaktivitätszeiten des Feldhamsters in der Dämmerung und der Nacht zwischen April und Oktober im Haus halten, aktiv zum Erhalt des Feldhamsters beitragen.

Mit seinem gelb-braunen Rücken, dem schwarzen Bauch, seinen weißen Pfötchen, den weißumrandeten Ohren und den weißen Flecken an Kopf und Seite gehört der Feldhamster zu den buntesten Vertretern zu unserer heimischen Tierwelt.

„Hoffentlich gelingt es in einer gemeinsamen Anstrengung von dem Land Nordrhein-Westfalen, dem Kreis Euskirchen, der Biologischen Station im Kreis Euskrichen und der Stadt Zülpich zusammen mit den wirtschaftenden Landwirten und der Bevölkerung in Zülpich eine überlebensfähige Wildpopulation des Feldhamsters südlich von Zülpich zu erhalten“, heißt es in der Pressemitteilung weiter.

Durch Information insbesondere bei den Landwirten, den Abschluss von Verträgen, die eine Entschädigung für entgangenen Ertrag durch hamsterfreundliche Bewirtschaftung leisten und die Förderung von Schutzmaßnahmen werde sich der Kreis Euskirchen zusammen mit dem Land NRW und anderen Institutionen auch zukünftig weiter für den Erhalt der Population des Feldhamsters in Raum Zülpich einsetzen. (epa)

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