„Wenn der Wolf kommt, darf er auch hier leben“

Umweltminister Johannes Remmel wurde NABU-Wolfspate – NABU-Landesvorsitzender Josef Tumbrinck: „Theoretisch kann jederzeit ein Wolf in NRW auftauchen“

Diese Wölfe wurden in der Nähe von Gerolstein fotografiert, genauer: im Adler- und Wolfspark Kasselburg. Bild: Michael Thalken/epa
Diese Wölfe wurden in der Nähe von Gerolstein fotografiert, genauer gesagt im Adler- und Wolfspark Kasselburg. Bild: Michael Thalken/epa

Nationalpark Eifel/Düsseldorf – Noch wurde im „Wolferwartungsland“ Nationalpark Eifel kein einziger Wolf nachgewiesen. Aber spätestens seit im Juli das vierte Wolfsrudel in Niedersachsen einmarschiert ist, erwartet auch NRW mehr und mehr die Rückkehr der Wölfe. NABU-Landesvorsitzender Josef Tumbrinck überreichte Minister Johannes Remmel daher kürzlich die Urkunde zur Wolfs-Patenschaft sowie den Original-Abdruck einer Wolfsfährte.

Tumbrinck: „Wir freuen uns sehr, dass sich Johannes Remmel zum Schutz des Wolfes in Nordrhein Westfalen bekennt. Wölfe sind Marathonläufer – theoretisch kann jederzeit ein Wolf in NRW auftauchen. Deshalb ist es uns wichtig, dass wir in NRW auf den Wolf vorbereitet sind – durch Informationen und einen Managementplan, der zum Beispiel verlässliche Regelungen für die Förderung von Herdenschutzmaßnahmen für Schafshalter beinhaltet.“

NRW-Umweltminister Johannes Remmel (hier bei einem Besuch auf der Laga) ist nicht nur ein Freund der Spechte, sondern auch der Wölfe. Bild: Michael Thalken/epa
NRW-Umweltminister Johannes Remmel (hier bei einem Besuch auf der Laga) ist nicht nur ein Freund der Spechte, sondern auch der Wölfe. Bild: Michael Thalken/epa

Eine Pressemitteilung des NABU zitiert Minister Remmel mit den Worten: „Die Rückkehr des Wolfes nach Deutschland ist ein großer Artenschutzerfolg. Wenn er zu uns nach NRW kommt, darf er auch bei uns leben. Deshalb müssen wir uns schon jetzt aktiv auf die Rückkehr des Wolfes vorbereiten und noch viel über den Wolf lernen. Vor allem müssen wir bei den Bürgerinnen und Bürgern Akzeptanz für ihn schaffen.“

Markus Bathen, Wolfsexperte des NABU-Bundesverbands ergänzt: „Immer noch finden sich in Schulbüchern Bilder von heftigen Rangkämpfen, machen Gerüchte um Wolfsangriffe die Runde. Dass es sich bei Wölfen um ganz normale Wildtiere handelt, die sich nicht für Menschen interessieren, kann man gar nicht oft genug erzählen.“
Ob und wann der Wolf auch einmal den Weg zurück in die Eifel schafft, ist noch fraglich. Das größte Problem für den Vorläufer des Hundes ist das sehr hohe Verkehrsaufkommen an der Rheinschiene. Der Wolf müsste zahllose Straßen und Autobahnen überqueren.

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Hilfreich könnten ihm allerdings Wildbrücken sein, wie die über der Autobahn 1 bei Engelgau. Je mehr solcher Brücken einmal existieren, desto größer dürfte die Wahrscheinlichkeit sein, dass der Wolf auch eines Tages wieder in der Nordeifel auftaucht.

Im Rahmen der bundesweiten NABU-Kampagne „Willkommen Wolf!“ informiert der NABU seit fast zehn Jahren über die Lebensweise der streng geschützten Tiere und räumt unter dem Slogan „Rotkäppchen lügt!“ auch in Nordrhein Westfalen mit Vorurteilen auf. Der Landesfachausschuss Wolf in NRW im NABU gibt Info-Materialien für Erwachsene sowie Schulen und Kindergärten heraus und organisiert landesweit Veranstaltungen zum Thema Wolf. (epa)

www.nrw-wolf.de

Ein Gedanke zu „„Wenn der Wolf kommt, darf er auch hier leben““

  1. Wenn Markus Bathen, Wolfsexperte des NABU-Bundesverbands beklagt : „Immer noch finden sich in Schulbüchern Bilder von heftigen Rangkämpfen, (…)“, dann sollte er der Korrektheit halber aber auch beklagen, dass es in Schulbüchern ebeneso falsche Bilder und Geschichten von Rehlein, Füchslein und Has´ gibt. Immerhin: selbst der NABU wirbt auf seiner Homepage lieber mit niedlichen Wolfswelpen, als mit einem blutverschmierten Alttier am Riss. 😉

    Ebenso ist die Aussage, es „machen Gerüchte um Wolfsangriffe die Runde“ so nicht wirklich richtig. In Niedersachsen wurde grade offziell veröffentlicht, dass es im ersten Halbjahr 2014 alleine 65 nachgewiesene Risse durch Wölfe gab. Im gesamten vergangenen Jahr wahren es nur 3 mehr, im Jahr davor nur 28. Die Tendenz ist deutlich.
    Alle diese nachgewiesenen Risse waren bis zur Bestätigung durch die DNA-Proben alle „Gerüchte“. Trotzdem sind sie Fakt.

    Richtig ist, „dass es sich bei Wölfen um ganz normale Wildtiere handelt“. Wildtiere, oder genauer gesagt Raubtiere, die sich nicht um menschliche Ideologien scheren. Raubtiere, die das tun, was für sie charakteristisch ist: sie töten Tiere zu ihrem Überleben. Unbewiesen ist jedoch bislang die ständig wiederholte Behauptung , dass Wölfe „sich nicht für Menschen interessieren“. Denn es gibt nachgewiesene Fälle, in denen sich Wölfe durchaus innigst für den Menschen interessierten (s. NINA-Report). Wenn auch ein Teil dieser Übergriffe auf Tollwut und Anfütterung zurückzuführen war, bleibt ein ungeklärte Anteil ohne solch erschwerende Faktoren, der derzeit schlicht ignoriert wird.
    Wie der Wolf hierzulande auf diese Gattung Zweibeiner reagieren wird, bleibt langfristig noch abzuwarten. Bislang gab es noch keine Wolfspopulationen in dicht besiedelten Gebieten. Wir betreten hier Neuland und es wird spannend sein, die Ergebnisse zu erfahren.

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