Caritasverbände im Kreis unterstützen belastete Kinder

Theaterpädagogisches Projekt möchte Kinder sucht- oder psychisch kranker Eltern stabilisieren

Beim Theaterspielen können neue Verhaltensweisen spielerisch ausprobiert werden. Bild: Arndt Krömer
Beim Theaterspielen können die Kinder neue Verhaltensweisen spielerisch ausprobieren. Bild: Arndt Krömer/Caritas Schleiden

Kreis Euskirchen – Mit ihren „Regenbogengruppen“ bieten die beiden Caritasverbände Eifel und Euskirchen eine Unterstützung für Kinder psychisch und/oder suchtkranker Eltern an. Einmal die Woche haben die derzeit etwa 8- bis 15-jährigen Mädchen und Jungen die Möglichkeit, über Dinge zu sprechen, die sie zuhause beschäftigen. Sie sollen in dieser Zeit „einfach Kind sein“ können und spielen, basteln, Spaß haben.

13 Kinder und Jugendliche der Verbände folgten jetzt zum achten Mal einer Einladung der Mitarbeiterinnen Irene Nellessen und Helga Fellermann, ein ganztägiges Theaterprojekt im Schleidener Caritas-Haus mit zu gestalten. So verbrachten sie einen kreativen Tag unter Anleitung von Theaterpädagogin Petra Knittel, die mit den jungen Menschen eigene Vorstellungen zum Thema „Zukunft 2514“ entwickelte. Beim Angebot geht es weniger um simple Schauspielerei – vielmehr entpuppt es sich bei genauem Hinsehen als tiefe Übungseinheit für das Selbstbewusstsein der Kinder.

„Es ist für uns immer wieder eine Bereicherung mitzuerleben, dass die Kinder enorm von unserem Angebot profitieren“, berichtete Irene Nellessen, Gruppenleiterin der Regenbogengruppe des Caritasverbandes Eifel. „Die Kinder erleben sich beim Theaterspiel auf eine ganz besondere Weise: neue Rollen und Verhaltensweisen können im Rahmen von theaterpädagogischen Übungen spielerisch ausprobiert werden.“ Dabei ist es den Kindern selbst überlassen, wie sie sich einbringen wollen. Aus den vielfältigen Ideen entwickelte die Theaterpädagogin Petra Knittel zusammen mit den jungen Teilnehmern eine spannende Geschichte, in der jedes Kind seine individuelle Rolle spielen durfte.

Neben „Erdlingen“, die in silbernen Anzügen mit ihrer Rakete in den Weltraum starteten und dort wilde Kämpfe ausfochten gab es auf anderen Planeten Wissenschaftler, die sich hochtechnisiert verschiedenen Phänomenen widmeten. Originelle Ideen, verschiedene Verhaltensweisen und Stärken werden professionell eingebunden. So trug ein starker Junge seine Mitspieler auf der Schulter durch den Weltraum, durfte ein ruhiges Kind vorsichtig eine Kugel durch das Universum transportieren und mutige Wissenschaftler die später ankommenden Eltern und Geschwister „scannen“, bevor sie den Vorstellungsraum betreten durften.

Zwischen Spiel, Spaß und Einstudieren wurden zum Mittagessen Riesenpizzen angeliefert, die mit Heißhunger verzehrt wurden. Mit Unterstützung der Praktikanten Carolin Walber und Philipp Lorbach fand am späten Nachmittag schließlich vor Eltern und Geschwistern die gelungene Präsentation des Theaterstücks statt, wobei die jungen Akteure den Applaus sichtlich genossen. Eltern erwähnten, dass ihre Kinder im Vergleich zum Vorjahr deutlich sicherer und selbstbewusster vor dem Publikum aufgetreten sind.

Das größte Kompliment an die Organisatoren war der vorgetragene Wunsch von drei Kindern, doch mehrmals im Jahr das Theaterprojekt anzubieten. (epa)

 

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