Krautwischtag in der Seniorentagespflege

Mit etwas Verspätung, aber viel Begeisterung gab es in der Seniorentagespflege der Caritas geweihte Kräutersträuße

Pfarrer Max Offermann weihte die Kräutersträuße für die Senioren der Caritas-Tagespflege. Foto: Carsten Düppengießer/Caritas Euskirchen
Pfarrer Max Offermann weihte die Kräutersträuße für die Senioren der Caritas-Tagespflege. Foto: Carsten Düppengießer/Caritas Euskirchen

Euskirchen – „Nicht ganz eine Punktlandung, aber noch in der Zeit“, so beschrieb Caritasmitarbeiter Willi Breuer den nachgeholten Krautwischtag, den das Team jetzt in der Seniorentagespflege der Caritas Euskirchen feierte und so für eine willkommene Abwechslung bei den Gästen der Einrichtung sorgte.

Denn den eigentlichen Krautwischtag am15. August, an dem die katholische Kirche Mariä Himmelfahrt feiert, hatte man verpasst. An diesem Tag werden in der Eifel traditionell sogenannte Krautwische –Sträuße, die aus mindestens sieben verschiedenen Kräutern bestehen, gesegnet. Blumen aus dem Hausgarten, Heilkräuter, Getreideähren und Früchte werden zu einem Strauß gebunden und mit einem Segengebet geweiht.

Diese Weihe übernahm in der Caritas-Tagesstätte Pfarrer Max Offermann, der gemeinsam mit den Mitarbeitern und Gästen eine kleine Andacht abhielt.

„Unsere Senioren nahmen an der Kräuterweihe sehr aktiv teil. Altes Brauchtum ist ihnen häufig noch sehr präsent. Sie blühen bei solchen Gelegenheiten regelrecht auf“, betont Uta Wergen, die mit Breuer gemeinsam die Tagespflege führt.

Die Idee, die Kräuterweihe in der Seniorentagespflege durchzuführen entstand gemeinsam mit Marlies und Heinz Hentz, die auch für die Sträuße sorgten. Breuer, Wergen und die Eheleute Hentz engagieren sich bei den Jakobusfreunden Euskirchen. „Wir sind kein Verein, sondern eine Gemeinschaft, die sich dem Jakobuskult und dem Pilgern verpflichtet fühlt. Jeder kann sich einbringen und ist uns willkommen, “ so Freundeskreissprecher Jürgen Sauer.

Neben der Organisation von Pilgerabenden mit Vorträgen und Erfahrungsaustausch pflege man auch altes Brauchtum, welches mit dem Jakobuskult in Verbindung stehe. Dazu gehöre an vielen Orten am Jakobsweg in unserer Region eben auch der „Krautwischtag“, der erstmals um das Jahr 750 herum erwähnt wurde.

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„Der Krautwisch gilt im Volksglauben mit seinen geweihten Kräutern und Nutzpflanzen als Schutz gegen Krankheiten und Unwetter. Mit dem Einbinden von Getreide wird der Segen für eine gute Ernte erbeten. Der Strauß wird in der Regel im Haus in einem Zimmer des oberen Stockwerks oder auf dem Dachboden aufbewahrt, “ so Sauer.

Beim Pilgerstammtisch der Jakobsfreunde nach Mariä Himmelfahrt Anfang September wurden die geweihten Sträuße für die Besucher ausgelegt. Der Pilgerstammtisch der Jakobusfreunde Euskirchen trifft sich an jedem zweiten Montag eines ungeraden Monats im Pfarrzentrum St. Martin in Euskirchen um 19 Uhr. Die Treffen sind für alle Interessierten offen.

Kontakt und Infos:

www.jakobusfreunde-euskirchen.de

Eifeler Presse Agentur/epa

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