Wie gefährlich sind Aerosole und Stäube aus der Massentierhaltung?

Experten informieren im Kreishaus – Eingeladen sind sowohl kommunale Entscheidungsträger, als auch interessierte Bürger

Bei der modernen Massentierhaltung werden nicht selten Bioaerosole mit Bakterien freigesetzt. Ein Fachveranstaltung im Kreishaus möchte über die gesundheitlichen Risiken aufklären. Symbolbild: epa
Bei der modernen Massentierhaltung können Bioaerosole und Stäube freigesetzt werden. Ein Fachveranstaltung im Kreishaus möchte über die gesundheitlichen Risiken aufklären. Symbolbild: epa

Euskirchen – Bei der Errichtung oder dem Ausbau von größeren Tierhaltungen befürchten in der Nachbarschaft wohnende Bürger gesundheitliche Beeinträchtigungen durch Aerosole oder Stäube aus diesen Tierställen, die Krankheitserreger enthalten können.
Um die Bürger zu diesem Thema umfassend aufzuklären, will Universitätsprofessor Dr. Wolfgang Dott, Leiter der Abteilung Hygiene und Umweltmedizin der Uniklinik RWTH Aachen, in einer öffentlichen und eintrittsfreien Informationsveranstaltung am Montag, 29. September, 17:30 Uhr, im Sitzungssaal 1 der Kreisverwaltung, Jülicher Ring 32, ein Referat halten.

Er möchte den wissenschaftlich begründeten Kenntnisstand zu diesem Thema vorstellen und über Emissionen und Immissionen aus der Intensivtierhaltung berichten, die im Abwasser oder der Luft enthalten sein können.

Anschließend wird Professor Dr. Gerhard Wiesmüller, Leiter der Abteilung Infektionsschutz und Hygiene des Gesundheitsamtes der Stadt Köln, über die Risikobewertung möglicher gesundheitlicher Auswirkungen von Bioaerosolen aus der Tierhaltung referieren.
„Mikroorganismen wie Bakterien, Pilze, Viren und auch Protozoen leben in uns Menschen und an uns Menschen, an Tieren und in Tieren, aber auch in der Umwelt sind überall Mikroorganismen zu finden“, heißt es in einer Pressemitteilung aus dem Kreishaus. Einige dieser Mikroorganismen könnten bei Menschen Krankheiten verursachen. In der Bevölkerung gebe es berechtigte Sorgen darüber, dass man bei Kontakt mit den Bakterien, die gegen viele Antibiotika resistent seien, erkranken könne.

„Besonders während einer Krankenhausbehandlung können vielfach resistente Keime schwerste Erkrankungen verursachen, insbesondere dann, wenn bei den Patienten und Patientinnen aufgrund schwerer Grunderkrankungen das Immunsystem geschwächt ist. Diese Infektionen wie zum Beispiel Wundheilungsstörungen, Lungenentzündungen, Blutstromentzündungen und Harnwegsentzündungen können dann nur sehr schwer behandelt werden“, heißt es weiter.

Auch bei Tieren seien vielfach resistente Mikroorganismen nachgewiesen worden. „Aus (Massen-)Tierhaltungen werden Mikroorganismen direkt aus den Ställen zum Beispiel über die Luft ausgebracht, gelangen über Gülle und Mist auf Felder oder als Gärreste aus Biogasanlagen in die Umwelt“, so der Kreis. Krankmachende Mikroorganismen würden auch in und an Tierprodukten nachgewiesen.

In den Vorträgen und anschließender Diskussion soll der jetzige medizinwissenschaftliche Sachstand zu einer möglichen gesundheitlichen Beeinträchtigung von Menschen erörtert werden, die im direkten nachbarschaftlichen Umfeld von (Massen-) Tierhaltungen und bewirtschafteten Nutzflächen leben.
Eingeladen sind sowohl kommunale Entscheidungsträger, als auch interessierte Bürger. (epa)

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