1000 Kilogramm Bucheckern geerntet

Die Früchte sollen der weiteren Vermehrung des Rotbuchenbestands im Nationalpark Eifel dienen

Insgesamt konnten 1.000 Kilo Bucheckern gesammelt werden. Für den Nationalpark sind sie wertvolles Gengut zur Aufzucht heimischer Buchen. Bild; Nationalparkforstamt Eifel
Insgesamt konnten 1.000 Kilo Bucheckern gesammelt werden. Für den Nationalpark sind sie wertvolles Gengut zur Aufzucht heimischer Buchen. Bild; Nationalparkforstamt Eifel

Nationalpark Eifel – Dieses Jahr rieseln die Bucheckern heimischer Altbuchen im Nationalpark in großen Mengen zu Boden. Um das wertvolle Gengut zur Aufzucht heimischer Buchen für den Nationalpark Eifel nutzen zu können, werden diese in einer großen Sammel- und Reinigungsaktion geerntet. Etwa 800 Kilogramm Samen gehen zur Aufzucht für künftige Pflanzungen im Nationalpark in eine Baumschule und werden nach zwei bis drei Jahren Wachstum wieder vor Ort eingepflanzt.

„Somit dienen sie der Entwicklung weiterer Rotbuchenmischwälder, wie sie ohne menschliches Zutun die Wälder in der Eifel prägen würden“, lässt das Nationalparkforstamt Eifel in einer Pressemitteilung verlauten.

Bereit zum Abtransport: Nationalpark-Bezirksleiter Bernd Dickmann (links) und Bogdan Kroll vom Kieler Unternehmen für Saatguternte Stölting laden die letzten Säcke mit Saatgut auf. Bild: Nationalparkforstamt Eifel
Bereit zum Abtransport: Nationalpark-Bezirksleiter Bernd Dickmann (links) und Bogdan Kroll vom Kieler Unternehmen für Saatguternte Stölting laden die letzten Säcke mit Saatgut auf. Bild: Nationalparkforstamt Eifel

„Unsere Buchenwälder zählen zu den höchsten Lagen des Rheinlands. Sie gehören zum europäischen Netzwerk der besonderen Schutzgebiete »Natura 2000« und müssen gestärkt und vermehrt werden“, so Bernd Dickmann, Leiter des Bezirks Dedenborn. „Was würde sich besser eignen als das Saatgut von Pflanzen, die sich bereits seit Jahrtausenden an die Wuchsbedingungen der Eifel gewöhnen konnten?“ Noch nähmen Douglasien und Fichten große Teile der Schutzgebietsfläche ein.

Die Saatgutaktionen der Nationalparkverwaltung sollen der Buche helfen, wieder zu ihrer natürlichen Dominanz zu finden.
„Allein in den letzten zehn Jahren wurden rund 1 Millionen kleine Buchen vor allem unter den alten Fichten entlang der Nationalparkgrenze im Süden des Nationalparks gepflanzt“, so Waldexperte Dickmann.

Überließe man die Fichtenwälder sich selbst, könnte es schon sehr bald zu einer Massenvermehrung des Fichtenborkenkäfers kommen, welcher angrenzende Wirtschaftswälder schädigen könnte. Aus diesem Grund nähmen aktive Managementmaßnahmen vor allem im Süden des Großschutzgebietes eine wichtige Rolle ein. In den vergangenen Jahren seien daher auf zirka 650 Hektar zwei- bis dreijährige Rotbuchen unter den Schirm alter Fichten gepflanzt worden, um eine Ausbreitung der Rotbuche und somit den Schutz der Nachbarschaft sicherzustellen.

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Die Gewinnung der Bucheckern läuft wie folgt ab: Nachdem die Netze mit Bucheckern gefüllt sind, werden diese zusammengelegt und zu zentralen Punkten gezogen. Reinigungsmaschinen sortieren die brauchbaren Eckern heraus und verblasen Blätter und sonstige Einträge, beispielsweise kleine Zweige und Hülsen. Die wertvollen Eckern werden dann trocken gelagert, mehrmals gewendet und anschließend in Säcke abgefüllt und gewogen. (epa)

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