Ist der Kreis Euskirchen auf Ebola vorbereitet?

Kreisverwaltung teilt mit, welche Maßnahmen bei Verdachtsfällen ergriffen werden sollen

Bei manchen Bürgern wächst die Angst vor einer Ebola-Infektion. Symbolbild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa
Bei manchen Bürgern wächst die Angst vor einer Ebola-Infektion. Symbolbild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa

Kreis Euskirchen – Durch die sich in Westafrika ausbreitende Ebola-Epidemie mit den ersten Verdachtsfällen in westlichen Staaten stellen sich auch in der Nordeifel Bürger die Frage, wie der Kreis Euskirchen auf Infektions-Verdachtsfälle vorbereitet ist. Wie die Kreisverwaltung jetzt in einer Pressemitteilung informiert, haben bereits im April dieses Jahres Experten des Robert-Koch-Institut und des Kompetenzzentrum Infektionsschutz NRW die Vertreter der nordrhein-westfälischen Gesundheitsämter informiert, damit diese sich auf den infektiologischen Notfall vorbereiten können.

Dabei sei auch vermittelt worden, wie man auf kommunaler Ebene einer solchen Gefahr begegnen kann. Im Rahmen dieser Vorbereitungen wurde Anfang Mai ein Seuchenalarmplan Nordrhein-Westfalen veröffentlicht.

Der Kreis Euskirchen hat unmittelbar danach den landesweiten Seuchenalarmplan auf die Besonderheiten des Kreises angepasst. Dazu sind im August nach Vorbereitungen im Gesundheitsamt Euskirchen Akteure des Infektionsschutzes aller kreisangehörigen Krankenhäuser und des Rettungsdienstes zusammengekommen, um ein gemeinsames Konzept zu erarbeiten.

Laut Pressemitteilung verfügen zwar alle Kreis Euskirchener Krankenhäuser über eine bestimmte Anzahl von Infektionsbetten, Mitarbeiter der Krankenhäuser sind auch für die Versorgung von Infektionskrankheiten einer mittleren Risikostufe wie Hepatitis, Masern oder Tuberkulose geschult. Die räumlichen Voraussetzungen für einen Ebola-Verdachtsfall seien allerdings nicht gegeben.

Um dennoch eine vorübergehende Versorgungsmöglichkeit zu schaffen, wurde in jedem Krankenhaus eine konkrete Teilstation benannt, in der eine provisorische Absonderung eines Ebola-Verdachtsfalles möglich sei. Außerdem wurden kreisweite Maßnahmenpläne erarbeitet, wie beispielsweise Patienten zuhause oder bei Vorstellung in einer niedergelassenen Praxis zu versorgen sind. In Abstimmung mit dem Kompetenzzentrum Infektionsschutz des Landes Nordrhein-Westfalen und der Sonderisolierstation an der Universitätsklinik Düsseldorf wurde aber festgelegt, dass transportfähige Patienten aus dem Kreisgebiet unmittelbar Spezialeinrichtungen in Düsseldorf oder Hamburg zugeführt werden.

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Einzig lebensbedrohlich Erkrankte werden bis zur Stabilisierung und Herstellung der Transportfähigkeit vor Ort oder in den abgesonderten Klinikbereichen versorgt.

Ein Krisenmanagement-Team des Kreises Euskirchen befindet sich in einer 24-stündigen Rufbereitschaft und ist durch die Rettungsleitstelle erreichbar. Diesem Team obliegt es einerseits, die von einem niedergelassenen oder Krankenhausarzt vermutete Diagnose zu überprüfen und gegebenenfalls die geeigneten Maßnahmen einzuleiten.

Ebenfalls können durch das Krisenmanagement-Team auf Ressourcen von Feuerwehr und weiteren Hilfsdiensten wie Sondereinheiten zur Dekontamination, medizinischen Versorgung und Betreuung von Betroffenen zugegriffen werden.

Als Resümee teilt die Kreisverwaltung mit: „Zusammenfassend sind angepasst auf die Verhältnisse des Kreises Euskirchen alle Vorbereitungen getroffen worden, um bei einem eventuellen Ebola-Verdachtsfall schnell und kompetent agieren zu können.“

Eifeler Presse Agentur/epa

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