Das tolle Gefühl als „genetischer Zwilling“

Von Reiner Züll – Grit Sattler hat durch eine Knochenmarkspende einer Amerikanerin das Leben gerettet und teilte diese Erfahrung bei der Typisierungsaktion in Hellenthal, um betroffenen Familien Hoffnung zu geben

Grit Sattler aus Rheinbach präsentierte in Hellenthal einen Brief und ein Foto ihres „genetischen Zwillings.“ Foto: Reiner Züll
Grit Sattler aus Rheinbach präsentierte in Hellenthal einen Brief und ein Foto ihres „genetischen Zwillings.“ Foto: Reiner Züll

Rheinbach/Hellenthal – Bei der jüngsten Typisierungsaktion der Hilfsgruppe Eifel reiste auch Grit Sattler aus Rheinbach an. Allerdings nicht, um sich als möglicher „genetischer Zwilling“ eines leukämiekranken Menschen typisieren zu lassen – das hatte sie nämlich bereits. Sie wollte stattdessen den Familien der beiden Leukämie-Patienten Jörg Pfingsten aus Hellenthal-Scheid, zweifacher Familienvater, und der fünfjährigen Lara aus Erftstadt, Hoffnung geben – und zwar durch ihre Erfahrungen als Knochenmarkspenderin.

Denn Grit Sattler hatte im Herbst 2012 von der Deutschen Knochenmark Spenderdatei (DKMS) erfahren, dass sie als Spenderin für damals 49-jährige leukämiekranke Karen Nichelson aus dem US-Bundestaat Virginia in Frage käme. Im Oktober hatte Sattler sich dann Knochenmark für die Amerikanerin entnehmen lassen. Nach der obligatorischen zweijährigen Sperrzeit durfte sie jetzt persönlichen Kontakt aufnehmen und weiß inzwischen, dass es der Empfängerin gut geht und sie wieder gesund ist.

Am Sonntag in Hellenthal präsentierte sie der Hilfsgruppe den ersten Brief ihres „genetischen Zwillings“ aus Übersee. Darin steht: „Ich liebe Dich, mein Blut ist großartig, genau wie Du. Alles ist gut, Du bist jetzt ein Mitglied in unserer Familie. Gott segne Dich.“

Mitgeschickt hatte die inzwischen 51-Jährige Amerikanerin ein Foto von sich und ihrer Zwillingsschwester. Darüber war Grit Sattler mehr als überrascht, denn auch sie hat eine Zwillingsschwester. Wie sich inzwischen herausgestellt hat, stammen die Großeltern von Karen Nichelson aus Deutschland.

Grit Sattler: „ Ich wünsche mir sehr, dass auch Jörg Pfingsten nach der Stammzellentransplantation im Dezember wieder gesund wird und dass man auch für Lara bald einen passenden Spender findet.“

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