Typisierung: 760 Menschen wollen der kleinen Lara helfen

Von Reiner Züll Gemeinde Hellenthal und Familie von Jörg Pfingsten unterstützten die Aktion in beispielhafter Weise – Auch viele junge Menschen kamen zum Bluttest

Eine Delegation aus Erftstadt erschien in Hellenthal in roten T-Shirts mit der Aufschrift "Lara sagt Danke". (Foto: Reiner Züll)
Eine Delegation aus Erftstadt erschien in Hellenthal in roten T-Shirts mit der Aufschrift „Lara sagt Danke“. Foto: Reiner Züll

Kall/Hellenthal – Die Hilfsgruppe Eifel hat am Sonntag die Marke von 23.000 typisierten Stammzellenspendern im Kreis Euskirchen geknackt. Bei der zehnten Typisierungsaktion, die der Kaller Förderkreis für tumor- und leukämiekranke Kinder seit 1992 mit der Deutschen Knochenmark Spenderdatei (DKMS) veranstaltet hat, kamen 760 Menschen zum Bluttest in die Hellenthaler Grenzlandhalle. Sie alle wollen der fünfjährigen, leukämiekranken Lara aus Erftstadt helfen, deren Leben nur durch eine Stammzellenübertragung gerettet werden kann. Viele Menschen waren auch aus dem benachbarten Belgien zur Typisierung angereist.

Rund 120 Helfer waren bei der Typisierungsaktion als Schreibkräfte, Blutabnehmer oder in sonstigen Funktionen im Einsatz. Foto: Reiner Züll
Rund 120 Helfer waren bei der Typisierungsaktion als Schreibkräfte, Blutabnehmer oder in sonstigen Funktionen im Einsatz. Foto: Reiner Züll

Das kleine Mädchen aus Erftstadt braucht dringend einen geeigneten Knochenmarkspender, um die heimtückische Krebskrankheit besiegen zu können. Bisher sind alle Versuche, den genetischen Zwilling von Lara zu finden, vergeblich gewesen. Bei einer Typisierungsaktion in Erftstadt hatten sich vor einer Woche bereits über 3000 Menschen einem Bluttest unterzogen.
Und so lag es nahe, dass am Nachmittag auch eine Delegation aus Erftstadt bei der Typisierungsaktion in der Hellenthaler Grenzlandhalle erschien. „Lara sagt Danke“ stand auf den roten T-Shirts der Erftstädter Kindergärtnerinnen, die vom Ablauf der Aktion der Hilfsgruppe beeindruckt waren.

Mitglieder der Hilfsgruppe Eifel an der Endkontrolle, wo die Blutproben  eingepackt werden. (Foto: Reiner Züll)
Mitglieder der Hilfsgruppe Eifel an der Endkontrolle, wo die Blutproben eingepackt werden. Foto: Reiner Züll

Es war die zehnte Typisierungsaktion, die die Hilfsgruppe Eifel seit 1992 mit der DKMS im Kreis Euskirchen initiiert hat. Ursprünglich sollte die Aktion für den leukämiekranken Björn Pfingsten aus Hellenthal-Scheid stattfinden. Doch noch während der Vorbereitungsphase der Aktion wurde ein geeigneter Spender für den zweifachen Familienvater gefunden.

Zur gleichen Zeit erfuhr die Hilfsgruppe vom Schicksal der kleinen Lara aus Erftstadt, so dass sie spontan beschloss, die Aktion in Hellenthal für das kleine Mädchen aus dem Nachbarkreis durchzuziehen. Die Gemeinde Hellenthal und auch die Familie von Jörg Pfingsten unterstützte die Aktion in beispielhafter Weise. „Das haben wir bisher so noch nicht erlebt“, resümierte Hilfsgruppen-Vorsitzender Willi Greuel am Abend.

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Schirmherr Bürgermeister Rudolf Westerburg (rechts) und  Hilfsgruppen-Chef Willi Greuel. . (Foto: Reiner Züll)
Schirmherr Bürgermeister Rudolf Westerburg (rechts) und Hilfsgruppen-Chef Willi Greuel. Foto: Reiner Züll

Mit dem Hellenthaler Bürgermeister Rudolf Westerburg fand sich ein Schirmherr, der sich den ganzen Tag selbst aktiv als Helfer betätigte. Viele Angestellte der Gemeindeverwaltung arbeiteten acht Stunden lang als Schreibkräfte. Auch die Landfrauen aus der Gemeinde Hellenthal und Mitglieder der Hellenthaler Karnevalsgesellschaft agierten als Helfer. Unzählige gespendete Kuchen wurden in der Cafeteria zugunsten der Hilfsgruppe verkauft. Die örtliche Sozialeinrichtung „Carpe diem“ hatte leckere Gulaschsuppe für die rund 120 Schreibkräfte, Ärzte, Krankenschwestern, Arzthelferinnen und Hilfsgruppenakteure zur Verfügung gestellt.

Schon direkt nach Beginn der Aktion um 10 Uhr verzeichneten die Schreibkräfte den ersten Ansturm. (Foto: Reiner Züll)
Schon direkt nach Beginn der Aktion um 10 Uhr verzeichneten die Schreibkräfte den ersten Ansturm. Foto: Reiner Züll

Bürgermeister Rudolf Westerburg war besonders stolz darauf, dass viele junge Menschen aus der Gemeinde zum Bluttest kamen. Eine der ersten großen Gruppen waren Mitglieder des christlichen Jugendringes aus Oberreifferscheid, bei denen sich Westerburg ausdrücklich bedankte. Später kamen auch Sportvereine aus der Gemeinde und auffallend viele Ehepaare mit Kindern, denen die Schicksale von Björn und Lara nicht gleichgültig sind.

Ein Hauch von Karneval kam auf, als am Mittag das Dreigestirn der KG „Weyer Blömche“, das erst am Vorabend in Weyer inthronisiert worden war, im vollen Ornat zum Bluttest kam. Prinz Björn (Wassong), Bauer Michael (Hochgürtel) und Jungfrau Michaela (Lock) „fütterten“ zudem auch noch die Spendenkasse der Hilfsgruppe und überreichten dem Vorsitzenden Willi Greuel noch einen Orden.

Bürgermeister Rudolf Westerburg spendete zum Abschluss des Aktionstages noch 300 Euro, mit denen sechs Typisierungen finanziert werden können. Foto: Reiner Züll
Bürgermeister Rudolf Westerburg spendete zum Abschluss des Aktionstages noch 300 Euro, mit denen sechs Typisierungen finanziert werden können. Foto: Reiner Züll

Parallel zur Typisierungsaktion in Hellenthal fand in Hollerath ein Weihnachtsbasar der Frauenbastelgruppe statt, deren Erlös für die Hilfsgruppe Eifel zur Finanzierung der Typisierung bestimmt ist. Die Bastelfrauen aus Hollerath unterstützen die Hilfsgruppe schon seit 20 Jahren und haben in dieser Zeit schon mehr als 50.000 Euro gespendet. Auch Bürgermeister Rudolf leistete seinen Beitrag zur Finanzierung der Aktion für Lara. Er spendete am Abend 300 Euro, mit denen die Hilfsgruppe die Laborkosten für sechs Typisierungen bezahlen kann.

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Nun hofft die Hilfsgruppe, dass in naher Zukunft ein geeigneter Spender für Lara gefunden wird. Auf eine Heilung des Familienvaters aus Scheid hofft auch die Familie von Jörg Pfingsten, der derzeit durch das Herabfahren des Immunsystems auf die Stammzellen-Transplantation vorbereitet wird, die Anfang Dezember erfolgen solle. Björns Chancen stehen besonders gut, weil die Gewebemerkmale des Spenders hundertprozentig mit seinen übereinstimmen.

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