Alt und Jung wollen voneinander lernen

Astrid-Lindgren-Schule und Evangelisches Alten- und Pflegeheim unterzeichneten Kooperationsvertrag

Die Kooprationspartner unterzeichneten gemeinsam einen Vertrag mit Landrat Günter Rosenke als Schirmherr der KURS-Initiative. Bild: Werner Krebs/Kreis Euskirchen
Die Kooprationspartner unterzeichneten gemeinsam einen Vertrag mit Landrat Günter Rosenke als Schirmherr der KURS-Initiative. Bild: Werner Krebs/Kreis Euskirchen

Gemünd – „Kommen die jungen Leute heute nicht?“ – Diese Frage hören Malte Duisberg und seine Mitarbeiter der Stiftung Evangelisches Alten- und Pflegeheim (EVA) immer wieder. Die Bewohner der Einrichtung haben sich längst an die wöchentlichen Besuche von Jugendlichen der Astrid-Lindgren-Schule gewöhnt. Gemeinsam spielen, basteln, Feste feiern oder einfach den Alltag miteinander verbringen: Das zählt zu den Inhalten der Zusammenarbeit, die jetzt im Rahmen der Bildungsinitiative KURS (Kooperation Unternehmen der Region und Schulen) auch offiziell besiegelt wurde wie der Kreis Euskirchen in einer Pressemitteilung berichtet.

„Wir haben einen Lernpartner gefunden, der unser Programm der vertieften Berufswahlorientierung bereichert und es unseren Schülern dabei ermöglicht, soziale Kompetenzen zu festigen“, so Schulleiter Wolfgang Schmitz. Malte Duisberg, Leiter und Geschäftsführer der Alten- und Pflegeeinrichtung, sieht gute Chancen für Förderschüler, im Helferbereich von Pflege und Hauswirtschaft realistische Berufsperspektiven zu entwickeln: „Die hohe Motivation und Leistungsbereitschaft, die die jungen Leute von der Astrid-Lindgren-Schule in Praktika und Projekten gezeigt haben, sind eine gute Voraussetzung.“

Nicht nur die Qualifizierung von Berufsanfängern in einer immer älter werdenden Gesellschaft sei von großer Bedeutung, sondern auch die Kommunikation der Generationen miteinander, betont Landrat Günter Rosenke, Schirmherr der Initiative KURS im Kreis Euskirchen: „Der Dialog zwischen Alt und Jung, das gegenseitige Verständnis und die Verantwortung gegenüber der Lebenssituation älterer und behinderter Menschen sind wichtige Ziele dieser Lernpartnerschaft.“

KURS-Partnerschaften seien ein guter Weg für Schulen, Arbeitsplätze vor Ort kennenzulernen und als mögliche Perspektive in die Lebensplanung der Schüler einzubeziehen, so Schleidens Bürgermeister Udo Meister. „Und für die Unternehmen unserer Region sind solche Kooperationen ein gutes Mittel, in Zeiten des demografischen Wandels so früh wie möglich Kontakte zu Nachwuchskräften aufzubauen“, ergänzte Heinz Gehlen, Geschäftsführer der an der KURS-Initiative beteiligten Industrie- und Handelskammer (IHK) Aachen. Mit der Zusammenarbeit zeige die Astrid-Lindgren-Schule, die bei der Qualitätsanalyse im Rahmen der Landesinitiative hervorragend abgeschnitten hatte, dass sie ihren Bildungs- und Förderungsauftrag in hohem Maße erfülle, so Michaela Pursian, Schulrätin für Förderschulen im Kreis Euskirchen, die nun 43 KURS-Partnerschaften zählt.

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KURS ist eine Initiative der IHK Aachen, den IHKs Bonn/Rhein-Sieg und Köln sowie der Handwerkskammer Köln und der Bezirksregierung. Sie hat das Ziel, Wirtschaft und Arbeitswelt ins Klassenzimmer zu bringen und die Schüler damit besser auf das Berufsleben vorzubereiten. Sogenannte Basisbüros, die bei den elf Schulämtern im Regierungsbezirk Köln angesiedelt sind, unterstützen interessierte Schulen und Unternehmen beim Aufbau und bei der Entwicklung dauerhafter Lernpartnerschaften. Weitere Informationen zu KURS und den bestehenden Partnerschaften sind im Internet unter www.kurs-koeln.de zu finden. (epa)

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