Bei der „ene“ ist der Ingenieurnachwuchs weiblich

Isabel Mainz aus Stotzheim will als erste Frau bei der Energie Nordeifel ein Duales Studium absolvieren

Sind guten Mutes, dass die doppelte Ausbildung gelingen wird: Markus Böhm (v.l.), Helmut Klaßen, Isabel Mainz und Erhard Poth bei der Unterzeichnung des Ausbildungsvertrags. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa
Sind guten Mutes, dass die doppelte Ausbildung gelingen wird: Markus Böhm (v.l.), Helmut Klaßen, Isabel Mainz und Erhard Poth bei der Unterzeichnung des Ausbildungsvertrags. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa

Kall – „Ich war beeindruckt, als ich die Bewerbungsunterlagen von Isabel Mainz in der Hand hielt und mir diese genauer anschaute“, berichtete Walter Bornemann von der Personalabteilung der Energie Nordeifel („ene“). Die 18-Jährige aus Stotzheim wird aller Wahrscheinlichkeit nach ein Abitur mit einer Spitzennote absolvieren. „Sie hat sich bei uns für eine Ausbildung zur Elektronikerin für Betriebstechnik beworben, doch bei den zu erwartenden Traumnoten konnte ich ihr nur zu einem Dualen Studium raten“, so Bornemann weiter.

Dieser Vorschlag ist der jungen Dame sehr entgegengekommen, und so wird sie im Spätsommer des nächsten Jahres als erste Frau bei der Energie Nordeifel ein Duales Studium im technischen Bereich absolvieren. Durchgeführt wird das Studium an der FH Aachen, genauer am Campus Jülich, ein vierjähriges Studium im Bereich Elektrotechnik mit Schwerpunkt Energietechnik.

„Wir müssen schon jetzt damit anfangen, den akademischen Nachwuchs aus den eigenen Reihen zu generieren“, so Bornemann. Man könne nicht warten, bis die ersten Kollegen in fünf bis zehn Jahren in den Ruhestand gingen.

„Die junge Dame wird bei uns wie auch die männlichen Azubis in die Grube steigen, auf den Mast klettern und die dicken und die dünnen Drähte bearbeiten“, scherzte KEV-Geschäftsführer Helmut Klaßen und fügte dann etwas ernsthafter hinzu, dass Netzbau und Instandhaltung zu den primären Aufgaben während der Ausbildung zählten. Und selbstverständlich müsse auch trotz eines parallel verlaufenden Studiums die Berufsschule besucht werden.

Ihre Begeisterung für alles, was mit Elektronik zu tun hat, hat Isabel Mainz von ihrem Vater gelernt. Der ist seit 40 Jahren Elektriker und hat seiner Tochter von klein auf in die Geheimnisse rund um den Strom eingeweiht. „Bei uns zu Hause gab es zwar auch Puppen, aber ich habe mich meistens doch mehr für die Werkzeuge im Koffer meines Vaters interessiert“, erzählte Isabel Mainz bei der Unterzeichnung des Ausbildungsvertrags. Auch am Gymnasium habe sie die Schwerpunkte auf Mathematik und Physik gesetzt.
Und da die junge Dame mit ihren Interessen schon mal die große Ausnahme ist, gestaltet sich auch ein Teil ihrer Freizeit eher ungewöhnlich. Denn wenn es irgendwo brennt, dann rückt sie als Feuerwehrfrau mit der Löschgruppe Stotzheim aus.

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„Für uns ist diese Ausbildung eine echte Herausforderung“, gestand Personalleiter Erhard Poth: „Wir sind gespannt, haben aber keinen Zweifel, dass das Vorhaben gelingen wird.“ Und wenn die junge Dame einmal mit ihrem Studium fertig sei, dann verfüge sie über etwas, wovon Studenten sonst meist nur träumen könnten, nämlich über praktische Erfahrung.

„Trotz aller Freude darf man nicht vergessen, dass eine solche Ausbildung auch einen enormen Druck für junge Menschen bedeutet“, fügte „ene“-Geschäftsführer Markus Böhm hinzu. Mit einem normalen Studentenleben habe diese Form der Ausbildung sicherlich nichts gemein. „Und man möchte ja auch noch etwas von seiner Jugend haben“. Böhm empfahl dem jungen weiblichen Ingenieurnachwuchs daher, rechtzeitig Signal zu geben und das Gespräch mit den Ausbildungsverantwortlichen im Unternehmen zu suchen, falls der Druck doch eines Tages zu hoch werde. „Gemeinsam finden wir sicherlich für alle Probleme eine passende Lösung“, versprach Böhm.

Eifeler Presse Agentur/epa

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