Gelungene Überraschung in der Comedia

Um die auftretenden Künstler des Jahresabschluss-Konzerts Kultur Initiative Klösterchen hatte Geschäftsführer Klaus Linden bis wenige Minuten vor dem Auftritt ein großes Geheimnis gemacht – Kreissparkasse Euskirchen sponserte das Konzert von „jean faure & orchestre“

Mit Chansons entführte Jean Fauré zusammen mit seinen Musikern das Euskirchener Publikum an die Seine, das Meer an der französischen Küste und Lavendellandschaften. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa
Mit Chansons entführte Jean Fauré zusammen mit seinen Musikern das Euskirchener Publikum an die Seine, das Meer an der französischen Küste und Lavendellandschaften. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa

Euskirchen – Die sprichwörtliche „Katze im Sack“ hatten die Zuschauer im traditionellen Jahresausklang-Konzertes von „KiK“ (Kultur Initiative Klösterchen) gekauft, denn außer Klaus Linden, „KiK“-Geschäftsführer, wusste niemand, was ihn da am vergangenen Samstagabend in der Euskirchener „Comedia“ erwartete. Linden hatte etwas für jeden Geschmack versprochen – und mit „jean faure & orchestre“ ins Schwarze getroffen.

Denn die Reise durch die bunte Landschaft französischer Chansons fand großen Anklang im vollbesetzten Saal. Der gebürtige Franzose Jean Fauré ließ zusammen mit exzellenten Musikern Klassiker von Georges Moustaki oder Jacques Brel ebenso klang- wie gefühlvoll auferstehen wie Lieder von unbekannteren Komponisten und Sängern. Dabei spannte er einen Bogen von Anfang des 20. Jahrhunderts bis zu zeitgenössischen Künstlern, von Liebesliedern bis hin zu gesellschaftskritischen Tönen.

Mit kleinen Gesten erzielte Jean Fauré große Wirkung bei seinen Zuhörern. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa
Mit kleinen Gesten erzielte Jean Fauré große Wirkung bei seinen Zuhörern. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa

So sang Fauré von den vielen Beziehungen, die auf einer Parkbank begannen und dabei durchaus missgünstige Blicke auf sich ziehen können, von der schönen, Rad fahrenden Paulette, die als trainierte Tochter eines Briefträgers allen jungen Männern davonfuhr, aber auch von Chansons gegen die Diskriminierung von Menschen mit Migrationshintergrund oder von der deutsch-französischen Versöhnung nach dem 2. Weltkrieg.

In seinen Zwischenmoderationen umriss der Chansonnier Liedtexte, scherzte mit dem Publikum oder gab Hintergrundinformationen zu Komponisten und Textern. Mit fast britisch anmutendem „Understatement“ und oft ironisch bis selbst-ironisch verdeutlichte er Textinhalte mit frechen Sprüchen oder kleinen Gesten – etwa nach dem Chanson „Je Bois“ („Ich trinke“) von Boris Vian, als er nach Manier der Betrunkenen durchschnaufte.

Folgender Artikel könnte Sie auch interessieren:
„Ich kam mit dem Schiff. Ich hatte Angst zu sterben“
Matthias Höhn glänzte an zahlreichen Instrumenten, darunter auch ein Dudelsack. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa
Matthias Höhn glänzte an zahlreichen Instrumenten, darunter auch ein Dudelsack. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa

Hochkarätig war die musikalische Begleitung von Hedayet Djeddikar am E-Piano, Dirk Ferdinand am Schlagzeug, Kristaps Grasis an diversen Gitarren von der Elektro-Akustik bis zur 8-saitigen E-Gitarre, Markus Quabeck am Kontrabass sowie E-Bass und Multiinstrumentalist Matthias Höhn, der neben Tenorsaxofon, Bassklarinette, verschiedenen Flöten, Ukuele und Concertina auch ausgefallenere Instrumente wie Bouzouki und sogar einen Dudelsack gekonnt zum Einsatz brachte.

Dr. Ingo Wolf, Vorsitzender von „KiK“, hatte selbst erst wenige Minuten vor Konzertbeginn erfahren, wen er denn da gleich auf der Bühne ansagen durfte. Er vertraute aber auf den Musikgeschmack von Klaus Linden, der seit vielen Jahren ein vielseitiges Musikprogramm zusammenstellen würde. Wolf bedankte sich bei den Sponsoren, unter ihnen neben vielen Privatpersonen die Kreissparkasse Euskirchen (KSK) die das aktuelle Konzert ebenfalls „blind“ unterstützt hatte, sowie die Regionalgas Euskirchen.

Das Überraschungskonzert von Klaus Linden war gelungen, Publikum wie Veranstalter hoch zufrieden. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa
Das Überraschungskonzert von Klaus Linden war gelungen, Publikum wie Veranstalter hoch zufrieden. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa

Rita Witt von der KSK hatte sich persönlich von der gelungenen musikalischen Überraschung überzeugt, denn für ein Kreditinstitut ist die „Katze im Sack“ trotz ausreichender künstlerischer „Bonität“ von Klaus Linden nicht alltäglich. Auch sie war begeistert und vermeldete in der Pause an Klaus Linden, die große Sängerin Edith Piaf zitierend: „Non, je ne regrette rien“ („Ich bereue nichts“).

Unterstützen kann man die Kulturinitiative auch durch den Kauf von speziellen Fotografien von Martin Streit, der mit einer mobilen „Camera obscura“ vier verschiedene Objekte in Euskirchen fotografiert hat. Von jedem Objekt gibt es 15 Pigmentdrucke, die für jeweils 180 Euro zu haben sind. Der Erlös fließt nach Abzug der Unkosten direkt an die Kultur-Initiative. Weitere Informationen im Internet unter www.kikev.com

Eifeler Presse Agentur/epa

Kommentar verfassen